Volvo ruft laut Spiegel weltweit mehr als 40.000 Exemplare seines Einstiegs-Elektro-SUVs zurück, weil die Batterien überhitzen und sich entzünden könnten. Offenbar hat Volvo EX30 -Besitzern in über einem Dutzend Ländern bereits seit Dezember empfohlen, die Autos nicht in der Nähe von Gebäuden zu parken und die Batterien nicht vollständig aufzuladen. Das geht laut Spiegel aus behördlichen Unterlagen und Unternehmensangaben hervor. Betroffene Länder sind USA, Australien und Brasilien.
Zwei Batterieversionen – NMC macht Probleme
Den kompakten elektrischen SUV gibt es in der Basisversion mit einem LFP-Akku von CATL, der allerdings nur eine überschaubare nutzbare Kapazität von 49 kWh aufweist; das reicht nicht mal für 350 Kilometer Reichweite nach WLTP. Darum dürfte die Mehrzahl der Kunden zu den Varianten (Extended Range und Twin-Motor Performance, siehe Bildergalerie) mit NMC-Akku greifen, der mit einer nutzbaren Kapazität von 64–65 kWh WLTP-Reichweiten von bis zu 475 km ermöglicht. Die größere Batterie stammt von Shandong Geely Sunwoda Battery, einem Joint Venture zwischen Volvos größtem Anteilseigner Geely und Sunwoda. Sie macht nun Probleme. Vor knapp einem Jahr musste Volvo weltweit 73.000 Plug-in-Hybrid-Versionen zahlreicher Baureihen zurückrufen, weil es in deren Batterie zu Kurzschlüssen und Brände hätte kommen können; die Hybrid-Akkus damals stammten von LG aus Korea.
Im aktuellen Falls muss Volvo Module in den Hochvoltbatterien austauschen. Insgesamt sind 40.323 Fahrzeuge betroffen, wie der Hersteller mit Sitz in Göteborg laut Spiegel mitteilte. "Wir kontaktieren derzeit die Besitzer aller betroffenen Fahrzeuge, um sie über die nächsten Schritte zu informieren", zitiert die Nachrichten-Website einen Sprecher von Volvo. Man werde die betroffenen Batteriemodule kostenlos austauschen und rate den Besitzern bis dahin, den Ladezustand auf 70 Prozent zu begrenzen, um die Brandgefahr zu minimieren.
Voraussichtlich hohe Kosten für Volvo
Batteriemodule zu tauschen ist bei Modellen früherer Konzeptionsjahre möglich, aber nicht billig. Nach früheren Recherchen von auto motor und sport betrugen die Kosten für einen Modultausch bei einem Akku des BMW i3 rund 1.800 Euro. Schon bei dieser Größenordnung müsste Volvo gut 72 Millionen Euro nur für Teile und Reparaturen aufwenden. Der Spiegel beruft sich auf eine Analyse, die ohne Logistikkosten auf mehr als das Doppelte kommt. Immerhin gab Volvo bekannt, dass der Zulieferer Sunwoda das Problem behoben habe und die neuen Batteriezellen liefern werde.












