Der chinesische Automobilmarkt, einst ein Motor des globalen Wachstums, zeigt deutliche Bremsspuren. Hersteller wie BYD, der weltweit führende Anbieter von Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen, verzeichnen seit Monaten rückläufige Absatzzahlen. Im Januar 2026 lagen die Auslieferungen von BYD rund 30 Prozent unter dem Vorjahreswert. Diese Entwicklung ist kein Einzelfall: Viele chinesische Hersteller kämpfen mit einem gesättigten Heimatmarkt, der unter starkem Preisdruck und einer schwächeren Nachfrage leidet.
Strategiewechsel: Fokus auf Plug-in-Hybride
Angesichts der Herausforderungen im Heimatmarkt und der neuen EU-Strafzölle auf reine Elektrofahrzeuge (BEVs) haben chinesische Hersteller ihre Strategie angepasst. Plug-in-Hybride (PHEVs) sind von den Strafzöllen ausgenommen und bieten eine Strafzoll-freie Alternative für den europäischen Markt. BYD hat diesen Trend früh erkannt: Mehr als die Hälfte der BYD-Neuzulassungen in Deutschland entfielen 2025 auf PHEVs. Auch andere Marken wie MG und Chery setzen verstärkt auf diese Fahrzeugklasse.
Förderprogramme als Wachstumstreiber
Die neue deutsche Förderprämie für Elektrofahrzeuge, die ab 2026 gilt, schließt auch Plug-in-Hybride ein, sofern sie bestimmte Emissions- und Reichweitenkriterien erfüllen. Modelle wie der BYD Seal U profitieren von Zuschüssen von bis zu 4.500 Euro, abhängig von Einkommen und Familienstand. Diese Förderung macht PHEVs für viele Käufer attraktiver und stärkt die Position chinesischer Hersteller auf dem europäischen Markt.
Produktionsstandorte in Europa
Parallel zur Exportoffensive bauen chinesische Hersteller ihre Produktionskapazitäten in Europa aus. BYD hat in Ungarn mit der Testproduktion begonnen, und ein weiteres Werk in der Türkei ist in Planung. Diese Standorte ermöglichen es, Fahrzeuge zollfrei in die EU zu liefern und die Lieferketten zu optimieren. Die Produktionskapazität des ungarischen Werks liegt bei bis zu 200.000 Fahrzeugen pro Jahr.
Auswirkungen auf den europäischen Markt
Die zunehmende Präsenz chinesischer PHEVs verändert den europäischen Automarkt nachhaltig. Mit einem Marktanteil von rund zehn Prozent bei elektrifizierten Fahrzeugen in der EU und einem moderaten, aber stetigen Wachstum in Deutschland, etablieren sich Marken wie BYD als ernstzunehmende Wettbewerber.












