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Audi Grand Sphere: Hier sitzt der Chef vorn

Audi Grand Sphere - Concept Car Hier sitzt der Chef vorn

Audi gibt einen ersten Ausblick auf den Innenraum eines neuen Elektro-Oberklasse-Modells. Der Platz über der Batterie gehört den Insassen.

Auch bei Audi feiern die Designer den Elektroantrieb als Freiheitsmaschine: Vorbei sind die Zeiten, in denen die Gestalter des Exterieurs und des Interieurs Rücksicht nehmen mussten auf den Platzbedarf eines großen Verbrennungsmotors, eines ebenso voluminösen Getriebes und einer durch den kompletten Innenraum in einem Tunnel laufenden Kardanwelle. Jetzt wagt Audi mit dem Konzept Grand Sphere einen Ausblick auf einen rein elektrisch angetriebenen Oberklasse-Reisewagen.

Exterieur in ein paar Wochen auf der IAA

Der Grand Sphere ist der zweite Teil einer Trilogie: Zuerst kommt der Sky Sphere, den Audi auf dem diesjährigen Pebble Beach Concours d'Elegance (15. August) zeigt, dann der Grand Sphere, der auf der IAA in München steht (7. bis 12. September), und als Drittes der Urban Sphere, für den noch kein Vorstellungstermin bekannt ist, der aber im Frühjahr 2022 auf einer Messe stehen könnte. Das Äußere des Grand Sphere hält Audi bis zur IAA unter Verschluss, nur vom Innenraum gibt es bisher ein paar Computer-Grafiken. Darauf zu sehen ist eine Innenraumaufteilung, der vor allen Dingen in der ersten Reihe sehr viel Platz bietet.

Audi Grand Sphere
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Die Sitze sind im Grand Sphere drehbar und sollen äußerst bequem sein. Auf der Mittelkonsole steht eine Topfpflanze.

Beste Plätze jetzt in Reihe eins

Audis Innenraum-Designchef Norbert Weber betont, dass der Luxusbereich des Autos jetzt nach vorn wandert – jahrzehntelang war der beste Platz in einer linksgelenkten Chauffeurs-Limousine hinten rechts. Dort ist jetzt die rechte Hälfte der durchgehenden Rückbank. Diese ist modern geschnitten und erinnert auf den ersten schematischen Bildern ein wenig an das rückwärtige Sitzmöbel des Lexus LF-30 electrified. Vorn gibt es zwei Einzelsitze, die sich weit zurückfahren und um mindestens 90 Grad drehen lassen. Weber freut sich über die Panorama-Aussicht nach vorn, – darum sieht er die besten Plätze eben genau dort – ähnlich wie im Theater oder der Oper. Anscheinend plant Audi hier mit einem besonders großen Glasfenster oder sogar Glasdach – so einen Entwurf hat beispielsweise auch schon Renault 2017 mit dem Symbioz vorgestellt. Auch beim Symbioz lassen sich die Sitze in einem loungeähnlichen Innenraum drehen – mit aufkommender Elektromobilität und den sich permanent weiterentwickelnden Möglichkeiten des teilautonomen Fahrens soll sich der Stellenwert des Innenraums zu einer Art Wohlfühl-Lounge ändern.

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Die inneren Türgriffe bezeichnet Norbert Weber, Audi-Chefdesigner fürs Interieur, als "sehr persönliches Bedienelement". Über den Funktionsumfang dieses Elements schweigt er sich bisher aus.

Innenraum als "dritter Lebensraum"

Audi Designchef Marc Lichte sieht im Innenraum eines Autos künftig einen sogenannten dritten Lebensraum – nach dem eigenen zu Hause und dem Arbeitsplatz. In Animationen ist zu sehen, dass sich das Lenkrad des Grand Sphere ins Armaturenbrett fahren lässt, dafür schiebt sich ein kleiner eleganter Tisch Richtung des dann arbeitslosen Fahrers. Die Mittelkonsole ist breit und schnörkellos – wenn sie sich öffnet gibt sie den Blick auf zwei Gläser frei. Außerdem trägt sie einen Blumentopf mit Pflanze, was anscheinend das Wohnzimmer-Gefühl im Auto verstärken soll.

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Das achteckige Lenkrad des Audi Grand Sphere lässt sich ins Armaturenbrett einfahren.

Realismus zwingt zu Level 4

In Sachen autonomes Fahren ist auch Audi realistischer als noch 2017, als die Ingolstädter mit der Studie Aicon ein Konzept mit riesigem Innenraum vorgestellt hatten, das vollautonom nach Level 5 fahren können sollte. Die Unterschiede zum jetzigen Grand Sphere erklärt Audi-Exterieur-Designchef Philipp Römers: Der Grand Sphere hat mit dem Aicon den langen Radstand (beim Aicon 3,47 Meter/Audi A8 lang: 3,12 Meter) gemeinsam, aber er soll nur noch teilautonomes Fahren nach Level 4 ermöglichen – bei Level 4 fordert das System den Fahrer auf, die Fahrzeugführung zu übernehmen, wenn es selbst überfordert ist.

Der technische Entwicklungssprung vom teilautonomen Level 4 zum vollautonomen Level 5 gilt als gigantisch. Selbst der bisher immer vom vollautonomen Fahren schwärmende Tesla-Chef Elon Musk hat in jüngster Zeit zugegeben, dass vollautonomes Fahren mit massiven und bisher ungelösten Problemen verbunden ist. Also ist der Grand Sphere jetzt so designt, dass ihn auch ein Fahrer gut fahren kann: Die A-Säulen sind beispielsweise weiter Richtung Fahrzeugmitte gewandert, damit der Fahrer in Kurven eine bessere Sicht hat. Die B-Säulen entfallen wie beim Aicon auch beim Grand Sphere, damit die sich gegenläufig öffnenden Türen einen maximal großen Innenraumeinstieg freigeben.

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Die breite elegant designte Mittelkonsole kann zwei Gläser beherbergen.

Windschlüpfig und mit Abtrieb

Zum Äußeren des Grand Sphere gibt es noch keine Informationen. Da der Luftwiderstand bei elektrisch angetriebenen Fahrzeugen einer maximalen Reichweite zuliebe eine noch wichtigere Rolle spielt als bei Autos mit Verbrennungsmotoren, wird das Oberklasse-Elektroauto sehr windschlüpfig sein. Außerdem steigen die Batteriekapazitäten permanent bei gleichzeitig sinkenden Ladezeiten und Kosten – dauerhaft hohe Geschwindigkeiten sind womöglich in mittlerer Zukunft auch mit Elektroautos möglich. Mercedes-AMG hat längst angekündigt, dass seine reinen Elektromodelle bei 250 km/h elektronisch abgeregelt sind. Sollte sich also die weit verbreitete Oberklassen-Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h in das Zeitalter der teilautonomen Elektroautos retten, dürfte die Form des Grand Sphere auch auf entsprechenden Abtrieb ausgelegt sein.

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Hier ist zum einen schon ein Teil des Äußerden des Grand Sphere zu sehen, zum anderen diskutieren hier die Hauptverantwortlichen des Audi-Designs miteinander (von links): Innenraum-Chefdesigner Norbert Weber, auf dem Chefplatz des Grand Sphere sitzend Audi-Chefdesigner Marc Lichte und Exterieur-Chefdesigner Philipp Römers.

Kommt 2025 – parallel zum A8

Der Audi Grand Sphere soll als Serienmodell 2025 auf den Markt kommen – natürlich nicht eins zu eins umgesetzt, sondern mit Änderungen, die eine Serienproduktion möglich machen. Der Grand Sphere löst dabei nicht den A8 ab – die Modelle werden eine Weile parallel vom Band laufen. Ganz praktisch scheint der Grand Sphere die Weiterentwicklung des Projekt Artemis sein, aus dem unter dem Arbeitstitel "Landjet" ein großer elektrischer Reisewagen hervorgehen soll. Basis ist die neue Premium Plattform Electric (PPE), die Audi gemeinsam mit Porsche entwickelt hat.

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Fazit

Audi verleiht mit der Studie Grand Sphere zum einen dem Fahrzeuginnenraum mehr Gewicht und verlagert dabei den besten Platz für den Chef im Auto nach vorn. Zwar kann man im Grand Sphere auch weiterhin im Fond sitzen, aber die beste Aussicht und den meisten Platz in schicken drehbaren Einzelsitzen gibt es jetzt vorn. Und "jetzt" bedeutet dabei bereits ab 2025, wenn die rein elektrisch angetriebene Serienversion des Grand Sphere auf den Markt rollen soll – parallel zum Audi A8.

Das Äußere des Grand Sphere ist zwar noch nicht bekannt, scheint sich aber wieder mehr an den Proportionen eines klassischen Selbstfahrer-Autos anzulehnen. Während die Audi-Designer bei ihrer Studie Aicon noch von einer vollautonomen Fahrweise nach Level 5 ausgingen, ist man in Ingolstadt nun realistischer und rechnet in mittelbarer Zukunft mit teilautonomen Fahren nach Level 4 – der Fahrer muss also jederzeit eingreifen und das Steuer übernehmen können. Dementsprechend ist das Auto so gestaltet, dass der Fahrer einen guten Rundumblick und somit eine gute Ergonomie genießt.

In der Realität ist der Grand Sphere die nächste Stufe des Projekts Artemis, aus dem unter dem Arbeitstitel "Landjet" mal ein großer elektrischer Reisewagen hervorgehen soll. Die technische Basis bildet die neue Premium Plattform Electric (PPE), die Audi gemeinsam mit Porsche entwickelt hat. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass es sportlich motorisierte Varianten geben wird.

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