Mit dem neuen Q9 betritt Audi noch 2026 das Revier der Full-Size-Luxus-SUV. Nach Jahren voller Gerüchte, Erlkönig-Sichtungen und Spekulationen hat Audi das neue Topmodell nun offiziell bestätigt. Der Q9 positioniert sich oberhalb des Q7 und nimmt direkt Kurs auf etablierte Konkurrenten wie den BMW X7 und den Mercedes-Benz GLS. Später folgt mit dem SQ9 zudem eine besonders sportliche Variante mit V8-Plug-in-Hybrid.
Luxuriös auf Amerika zugeschnitten
Schon die ersten offiziellen Bilder zeigen: Der Audi Q9 pflegt einen imposanten Auftritt – besonders im Innenraum. Das erste Foto der seitlichen Außenansicht macht klar, wohin die Reise geht: lange Motorhaube, weit nach hinten versetzte Kabine und vergleichsweise kurze Überhänge. Das Dach fällt sanft zum Heck ab, verzichtet aber auf jede Coupé-Anmutung. Stattdessen setzt Audi offenbar auf bestes Raumangebot und Nutzwert. Das dürfte nicht nur in den USA, China oder den arabischen Märkten gefragt sein.
Mit einer Länge von vermutlich deutlich über 5,20 Metern überragt der Q9 den aktuellen Q7 klar und bewegt sich direkt im Revier von GLS und X7. Die ausgestellten Kotflügel, die schmale Heckscheibe und das durchgehende Leuchtenband sorgen trotz der Größe für moderne Proportionen. Beim späteren SQ9 deuten doppelflutige Auspuffendrohre – die von Erlkönigjägern gesichtet wurden – bereits den sportlichen Anspruch an. Auf den Spyshots wirkt vor allem der riesige Singleframe-Grill dominant, flankiert von schmalen Leuchteinheiten. Die Tagfahrleuchten sitzen als schmale Lichtschlitze direkt unter der Motorhaube, darunter befinden sich die eigentlichen Hauptscheinwerfer. Gemeinsam mit der breit gezeichneten Frontschürze entsteht ein extrem selbstbewusster Auftritt.
Drei Sitzreihen und Business-Class-Komfort
Im Innenraum will Audi den Begriff "Premium" offenbar wieder stärker in den Vordergrund rücken. CEO Gernot Döllner beschreibt den Q9 nicht nur als Auto, sondern als "mobilen Lebensraum". Der Q9 wird wahlweise als Sieben- oder Sechssitzer angeboten. Besonders luxuriös wirkt die optionale Business-Class-Konfiguration mit zwei elektrischen Einzelsitzen in der zweiten Reihe. Diese verfügen über Belüftung, zahlreiche Verstellmöglichkeiten und sollen Langstreckenkomfort auf Oberklasse-Niveau bieten. Betuchte Familien dürften dagegen eher zur klassischen Siebensitzer-Variante mit drei vollwertigen Plätzen in Reihe zwei greifen.
Natürlich versprechen die Ingolstädter, dass die dritte Sitzreihe deutlich alltagstauglicher ausfällt als bei vielen Wettbewerbern. Die Testmannschaft von auto motor und sport freut sich bereits jetzt auf die ersten Vergleichstests. Für den Audi sprechen aber die elektrisch umklappbaren Lehnen, die die Verwandlung von Passagier- zu Gepäckraum erleichtern.
Türen öffnen elektrisch
Eine Besonderheit feiert im Audi Q9 Premiere: elektrisch öffnende und schließende Türen. Per Schlüssel, App, MMI-System oder sogar automatisch beim Betätigen von Bremse beziehungsweise Gurtschloss lassen sich die Türen bedienen. Sensoren überwachen dabei die Umgebung und stoppen den Öffnungsvorgang bei Hindernissen oder herannahenden Verkehrsteilnehmern. Ein ähnliches System kennen wir bereits aus dem BMW 7er oder von Rolls-Royce.
Panorama-Dach mit Lichtshow
Auch beim Ambiente setzt Audi auf maximale Inszenierung. Das große Panorama-Schiebedach misst rund 1,5 Quadratmeter und besitzt neun einzeln steuerbare Segmente. Per Knopfdruck lassen sich diese transparent oder blickdicht schalten. Zusätzlich integriert Audi bis zu 84 LEDs in das Dach, die den Innenraum in 30 verschiedenen Farbtönen illuminieren.
Dazu kommt ein aufwendiges Ambientelicht-System mit durchgehendem LED-Lichtband über die komplette Cockpitbreite. Das sogenannte Interaktionslicht reagiert sogar auf Musik und Fahrzeuginformationen. Auf Wunsch arbeitet ein weiterentwickeltes Bang-&-Olufsen-4D-Soundsystem im Q9. Neben klassischen Lautsprechern kommen dafür Aktuatoren in den Sitzen zum Einsatz, die Musik physisch spürbar machen sollen. Audi verspricht damit ein besonders immersives Klangerlebnis.
PPC-Plattform mit V8-Plug-in-Hybrid
Technisch basiert der Audi Q9 auf einer verlängerten Version der neuen PPC-Architektur (Premium Platform Combustion) des Volkswagen-Konzerns. Die Plattform erlaubt längs eingebaute Motoren bis hin zum V8. Besonders spannend wird deshalb der kommende SQ9. Hier soll der bekannte 4,0-Liter-Twin-Turbo-V8 mit einem Plug-in-Hybridsystem kombiniert werden. Im Gespräch sind bis zu 782 PS und 1.000 Newtonmeter Drehmoment. Damit würde der SQ9 direkt gegen Modelle wie den BMW XM oder den Mercedes-AMG GLS 63 antreten.
Die Hybridisierung dient dabei nicht nur der Leistung, sondern auch der Einhaltung strenger Emissionsvorgaben auf wichtigen Weltmärkten und vor allem in Europa. Technisch könnte der Q9 zugleich als Grundlage für den geplanten Porsche-Groß-SUV "K1" dienen. Ursprünglich war dieses Modell als reines Elektroauto vorgesehen, nach dem Strategiewechsel bei Porsche scheint nun aber zunächst auch eine Verbrenner-Version wahrscheinlich.
Marktstart noch 2026
Die offizielle Weltpremiere des Audi Q9 ist für Sommer 2026 angekündigt. Erste Auslieferungen könnten noch Ende 2026 starten, wahrscheinlicher erscheint jedoch ein Marktstart Anfang 2027. Im Fokus stehen vor allem China und Nordamerika – doch auch in Europa dürfte der XXL-Audi Aufmerksamkeit erzeugen.












