Dacia plant Twingo-Ableger: Elektroauto für 18.000 Euro

Elektroauto für 18.000 Euro
Dacia plant eigenen Twingo-Ableger

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.01.2026
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Mit dem Spring hat Dacia aktuell nur ein Modell mit reinem Elektroantrieb im Programm. Wobei es im Auge des Betrachters liegt, ob der von Dongfeng in China gebaute Billigheimer mit schlechten Crashtest-Eigenschaften ein vollwertiges Auto ist. Deshalb ist die Strategie nachvollziehbar, dem eigenen Einstiegs-Elektriker perspektivisch weitere E-Modelle an die Seite zu stellen. Dabei dürfte es sich im ersten Schritt um einen elektrischen Duster handeln, der vom Renault 4 E-Tech Electric abgeleitet wird. Etwas später soll ein technisch eng verwandter elektrischer Sandero folgen.

Elektro-Lücke im Dacia-Portfolio

Doch auch sobald diese beiden Modelle in den Schauräumen der Dacia-Händler stehen, klafft weiterhin eine Lücke zwischen E-Duster und E-Sandero sowie dem Back-to-Basics-Modell Spring. Dieser Tatsache ist sich Dacia allerdings bewusst und plant deshalb ein weiteres Elektromodell, das Ende 2026 auf den Markt kommen soll.

Technikhilfe kommt wie üblich von der Konzernmutter Renault, die derzeit mit der elektrischen Neuauflage des Twingo (siehe Fotoshow und Video) ihr eigenes Einstiegsmodell mit Stromantrieb auf den Markt bringt. Dessen AmpR-Small-Plattform, die auch vom Renault 4 und 5 E-Tech Electric genutzt wird, bildet die ideale technische Basis für einen Elektro-Dacia, der sich etwas oberhalb des Spring ansiedelt – wenn auch nur ein kleines Stück.

Blickt man auf die Daten des Twingo E-Tech, verspricht ein Dacia-Ableger Fortschritte auf mehreren Ebenen im Vergleich zum Spring. Der 27,5-Kilowattstunden-LFP-Akku des Franzosen verspricht bis zu 262 Kilometer WLTP-Reichweite (Spring: maximal 226 km). Zudem kann er schneller laden, und zwar mit höchstens 50 kW an Gleichstrom-Ladesäulen (der Spring tankt Strom im Bestfall mit gerade einmal 3,7 kW nach). Beim Antrieb herrscht dagegen mehr oder weniger Parität: 60 kW (82 PS) im Twingo und 52 kW (70 PS) oder 75 kW (100 PS) beim Spring.

Anderes Karosseriekonzept als der Twingo

Um sich darüber hinaus vom Renault-Technikspender abzugrenzen, plant Dacia ein völlig anderes Karosseriekonzept für seinen Twingo-Ableger. Wie erste Teaserbilder zeigen, erhält er eine sehr eigenständige und hoch aufragende Karosserie, um das Bedürfnis der Dacia-Kundschaft nach einem möglichst geräumigen Innenraum zu befriedigen. Das Modell, das nach mehreren im Internet kursierenden Gerüchten unter dem Arbeitstitel "Evader” (übersetzt: der Flüchtige) entwickelt wird, soll mit etwa 3,85 Meter etwas länger sein als der Twingo, bis zu vier Personen Platz bieten und ein Kofferraumvolumen von mehr als 300 Litern zur Verfügung stellen.

Wie der ehemalige Dacia-Chef Denis Le Vot bereits 2025 mitteilte, soll das Auto in Europa gebaut werden. Plausibel wäre der Produktionsstandort Novo Mesto in Slowenien, wo auch der Plattformbruder Twingo gefertigt wird. Markentypisch wird der Dacia sein Renault-Pendant beim Preis unterbieten. Während der Twingo im Basistrim für 19.990 Euro erhältlich ist, planen die Rumänen, ihre Version ab etwa 18.000 Euro anzubieten.

Spring kurz vor der Ablösung

Damit befände er sich zwar genau im Preisspektrum des Spring, der je nach Modellversion zwischen 16.900 und 19.700 Euro kostet. Doch auch hier hat Dacia jüngst Platz geschaffen. Dank eines 5.000-Euro-Rabatts ist der Spring aktuell für weniger als 12.000 Euro zu haben. Allerdings handelt es sich dabei um ein zeitlich begrenztes Angebot, das aktuellen Planungen zufolge Ende Februar 2026 ausläuft. Apropos auslaufen: Das blüht perspektivisch der gesamten Spring-Baureihe in ihrer aktuellen Darreichungsform, sodass diese nur kurz – wohl nur ungefähr ein Jahr – mit Dacias Renault-Ableger koexistieren würde.

Fazit