Elektrischer Ford Kleinwagen: Im neuen Fiesta steckt ganz viel Renault drin

Elektrischer Ford-Kleinwagen
Im neuen Fiesta steckt ganz viel Renault drin

ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.05.2026
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Erst vor wenigen Tagen kündigte Ford eine umfassende Produkt- und Serviceoffensive für den europäischen Markt an. Geplant sind bis Ende 2029 fünf komplett neue Pkw-Modelle, die in Europa für Europa gefertigt werden.

Zum kommenden Portfolio zählt auch ein elektrischer Kleinwagen. Ob der den Namen Fiesta wiederbelebt ist bislang nicht bekannt. Klar ist allerdings, dass er dessen verwaiste Stelle im Produktprogramm einnehmen wird. Zu Details hält sich Ford noch weitgehend bedeckt. Angekündigt wird ein kleines Elektrofahrzeug, welches ein markantes Design mit der Ford-typischen Fahrdynamik kombiniert und im B-Segment angesiedelt ist.

Renault als Technikspender

Den technischen Unterbau – sprich die Plattform – entwickelt Ford nicht selbst. Wie schon bei den Modellen Capri und Explorer setzen die Kölner hier auf die Kooperation mit einem anderen Autobauer. Kam bei den vorgenannten Modellen noch VW mit dem MEB-Baukasten zum Zuge, so darf beim elektrischen Fiesta und auch dem ebenfalls angekündigten kleinen Elektro-SUV der französische Autobauer Renault seine Expertise in die Waagschale werfen. Eine entsprechende Zusammenarbeit wurde bereits im Dezember 2025 vereinbart.

Als Basis für beide Modelle wollen die Kölner die "Ampere" getaufte Elektro-Plattform der Franzosen nutzen. Die gibt es in zwei Varianten. Auf der "AmpR Small" stehen Modelle wie der Renault Twingo, Renault 5 oder der Renault 4 sowie der sportlicher ausgelegte Alpine A290. Die größere "AmpR Medium"-Plattform trägt Modelle wie den Megane, den Scenic, den Alpine A390 oder auch den Nissan Ariya.

Ford nutzt AmpR Small

Für den elektrischen Fiesta bietet sich "AmpR Small" an. Damit lassen sich auch bereits erste Eckdaten ableiten. In den Renault-Modellen stehen Batterien mit Kapazitäten von 27,5, 40 und 52 kWh zur Verfügung. Damit sind Reichweiten von knapp 260 bis etwa 410 Kilometer drin. Am Schnelllader kann mit 50 bis 100 kW gezapft werden. Die Leistungsrange der an der Vorderachse montierten E-Maschinen reicht in den Renault-Modellen von 60 über 90 bis hin zu 110 kW (82, 122 und 150 PS). Die entsprechenden Drehmomentwerte lauten: 175, 225 und 245 Nm. Da der elektrische Fiesta eher auf Augenhöhe von Renault 4 und Renault 5 platziert werden dürfte, bieten sich jeweils die höheren Batterie- und Leistungswerte an. Sollte Ford sogar mit einer Sportversion im Stil der alten ST-Modelle liebäugeln, könnte der Alpina 290 Pate stehen. Der bietet in Kombination mit dem 52-kWh-Akku Antriebsleistungen von 130 kW (177 PS) und 160 kW (218 PS).

Gebaut werden sollen die kommenden Ford-Elektromodelle dann aber nicht in Köln, sondern bei Renault in der sogenannten ElectriCity in Nordfrankreich.

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