Mercedes eSprinter Electric Versatility Platform Mercedes
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Mercedes eSprinter Electric Versatility Platform 12 Bilder

Mercedes entwickelt neuen Sprinter mit Elektroantrieb für 2023

Mercedes E-Sprinter Electric Versatility Platform Neuer Elektro-Sprinter kommt 2023

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Mercedes entwickelt eine neue Plattform für den nächsten Elektro-Sprinter. Die Konzeption unterscheidet sich deutlich vom aktuellen E-Sprinter-Modell. Aktuell absolvieren die Prototypen Kältetests im hohen Norden.

Mercedes ändert die Strategie für den Elektro-Sprinter. Bereits Ende 2020 zeigten die Stuttgarter erste Skizzen für eine künftige neue Plattform des großen Transporters mit E-Antrieb. Die bedeutet gleichzeitig eine Kehrtwende gegenüber dem bisherigen Modell. "Electric Versatility Platform" nennt Mercedes-Benz Vans die neue Entwicklung, die "Basis für die nächste Generation des E-Sprinter" sein soll.

Ungewöhnlich hieran ist der Zeitpunkt. Erst Anfang 2020 hatte Mercedes den neuen Elektro-Sprinter in den Markt eingeführt (hier geht es zum Fahrbericht). Insgesamt ist die neue, dritte Generation des Mercedes Sprinter erst seit dem Modelljahr 2019 am Start, für Transporter-Verhältnisse mit den hier üblichen langen Modellzyklen ist das eine sehr kurze Zeit. Zur Premiere der neuen Sprinter-Generation hatte Mercedes betont, das Fahrzeug explizit auch für die Elektrifizierung konzipiert zu haben. Warum dann so schnell eine komplette Neuentwicklung, die Investitionskosten von etwa 350 Millionen Euro verschlingt?

Künftiger E-Sprinter mit Heckantrieb

Die Antwort gibt ein Blick auf die Konzeption der bisherigen Variante und im Vergleich jener der Electric Versatility Platform. Aktuell ist der E-Sprinter mit einem kompletten Paket aus Leistungselektronik und Antrieb ausgestattet, das anstelle eines Verbrenners im Motorraum verstaut ist. Entsprechend handelt es sich beim elektrischen Sprinter um einen Frontantriebs-Transporter. Die Antriebsbatterien sind unter dem Fahrzeug verstaut.

Mercedes e-Sprinter Transporter mit Elektroantrieb
Mercedes
Bisher nur in einer Variante verfügbar: der aktuelle Mercedes E-Sprinter.

Die neue "Elektrische Vielseitigkeits-Plattform", so die deutsche Übersetzung, setzt jedoch auf einen anderen Aufbau. Im ursprünglichen Motorenabteil findet nur noch der Großteil der Steuer- und Ladeelektronik in einem kompakten Paket seinen Platz. Den Antrieb übernimmt hingegen eine integrierte E-Achse mit zentraler Elektromaschine direkt im Achskörper, die entsprechend künftig zu einem Hinterradantrieb führen wird.

Mehrere Radstände und Aufbauten

Neu sind auch drei verschiedene Größen für die weiterhin unter dem Fahrzeug montierten Traktionsbatterien; beim bisherigen E-Sprinter gibt es lediglich zwei Pakete zur Wahl. Denkbar ist, dass hier nach oben ausgeweitet wird, um eine Variante mit Langstrecken-Tauglichkeit anbieten zu können. Leistungs- oder Fahrdaten nennt Mercedes zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Der Hersteller stellt aber mehr als eine Verdopplung jener Reichweite in Aussicht, die das aktuelle Elektro-Modell bietet.

Mercedes eSprinter Electric Versatility Platform
Mercedes
Die neue Elektro-Plattform lässt mehrere Radstände und Aufbauten zu.

Die neue Plattform bietet laut Mercedes aber vor allem einen ganz entscheidenden Vorteil: die Wahl zwischen unterschiedlichen Radständen und Aufbauten. Der aktuelle E-Sprinter ist nur in einer standardisierten Kastenwagen-Variante mit Hochdach verfügbar. Der Nachfolger soll dagegen ein viel breiteres Einsatzspektrum abdecken können und zum Beispiel mit Kofferaufbau, als verglaster Personentransporter oder als Fahrgestell mit Pritsche bestellt werden können.

Expansion nach Nordamerika

Die neue Electric Versatility Platform soll ausdrücklich auch für Nordamerika und Kanada eine entsprechende Ausweitung des Angebots bringen, wo speziell in den riesigen Großstädten der Bedarf an elektrischen Transportern in naher Zukunft sehr stark ansteigen wird. Die Wichtigkeit dieses Marktes unterstreicht der vor zwei Jahren abgeschlossene Mega-Deal mit Amazon, bei dem der Versandriese 20.000 Sprinter für seine US-Lieferdienste bestellte. Mit dem Fuß in dieser Tür ist es wichtig für Mercedes, auch entsprechende Stückzahlen an E-Transportern bereitstellen zu können. Denn für Verbrenner-Transporter stehen in zahlreichen Großstadt-Gebieten der USA sehr bald Fahrverbote vor der Tür.

02/2022, Mercedes E-Sprinter 2023
Mercedes‑Benz Vans
Funktioniert das Laden auch bei fieser Kälte? Genau das probieren die Mercedes-Ingenieure gerade im schwedischen Arjeplog nahe des Polarkreises aus.

Obwohl der Name der Plattform anderes suggeriert, wird sie jedoch keine Universal-Plattform wie im Pkw-Bereich üblich, die sich über verschiedene Fahrzeugklassen und -größen ausdehnen lässt. Stattdessen wird die Electric Versatility Platform eine reine Sprinter-Entwicklung und nur für diese Fahrzeuge genutzt. Aber die passende, dann tatsächlich universell einsetzbare Elektro-Plattform für andere Nutzfahrzeug-Baureihen der Marke Mercedes befindet sich schon in der Pipeline. Sie trägt den Namen VAN.EA und wird ab Mitte des Jahrzehnts unter den entsprechenden Modellen stecken.

Produktionsstart 2023

Erste Prototypen des neuen E-Sprinter sind längst unterwegs. Unter anderem auch in Nordeuropa, um die Transporter dort den nötigen Kältetests zu unterziehen. Bis der Elektro-Lieferwagen serienreif ist, wird es aber noch ungefähr 1,5 Jahre dauern. Die Produktion des zweiten E-Sprinters soll sukzessive ab dem zweiten Halbjahr 2023 starten. Los geht's in Charleston, US-Bundesstaat South Carolina. Erst im zweiten Schritt beginnt Mercedes-Benz Vans mit der Fertigung in den deutschen Werken Düsseldorf und Ludwigsfelde. In die drei Fabriken wurden insgesamt rund 50 Millionen Euro investiert, um den neuen E-Sprinter komplett CO2-neutral fertigen zu können.

Optisch erwarten wir übrigens keine großen Überraschungen, denn die Karosserie der aktuellen Sprinter-Generation dürfte auch für das neue Modell weitgehend Verwendung finden.

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Mercedes legt buchstäblich eine 180-Grad-Wende hin und wirft das bisherige Konzept des erst seit zwei Jahren verfügbaren Elektro-Sprinters über den Haufen. Eine neu entwickelte Plattform für den großen Transporter soll mehr Skalierbarkeit, mehr Aufbauvielfalt, vor allem aber mehr Stückzahlen und damit eine günstigere Produktion ermöglichen. Im zweiten Halbjahr 2023 startet die Produktion.

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