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Nissan Ariya Elektroauto 21 Bilder

Nissan Ariya feiert Weltpremiere

Elektro-Crossover kommt in fünf Varianten

Nach längerem Vorspiel mit Konzeptfahrzeugen zeigt Nissan nun die Serienversion des neuen Elektroautos – mit bis zu 394 PS Leistung.

Zwei Konzeptfahrzeuge – 2017 den IMx und 2019 den Ariya Concept – hatte Nissan bereits auf den jeweiligen Ausgaben der Tokyo Motor Show ins Rampenlicht geschoben. Jetzt ist das Serienmodell in Yokohama als virtuelle Weltpremiere vorgestellt worden. Und das zeigt auf den ersten Blick, dass die Geheimniskrämerei der vergangenen Monate eigentlich ein bisschen überflüssig war. Denn das Serienauto ist praktisch eine 1:1-Kopie des 2019er Ariya Concept Car. Sogar das Felgen-Design der Studie findet sich im Serien-Ariya wieder.

Nissan Ariya auf neuer Konzernplattform

Das Elektroauto von Nissan nutzt eine neue Konzernplattform für Stromfahrzeuge und ist entsprechend wie bei ähnlichen Baukästen anderer Hersteller skalierbar. Die Plattform erlaubt verschiedene Antriebs-Konfigurationen mit einem oder zwei (dann mit Allrad) Antriebsmaschinen sowie verschiedenen Akku-Kapazitäten. So wird es den Nissan Ariya in gleich fünf Varianten geben (siehe Tabelle mit den technischen Daten).

Auffällig ist dabei, dass selbst die 2WD-Basisversion (Frontantrieb) mit der kleinen Batterie bereits mit 160 kW (218 PS) Leistung auftrumpft und das Topmodell dank Allradantrieb und 290 kW (394 PS) Maximalleistung schon in Tesla-Gefilde vorschmeckt. Bei der Reichweite ist je nach verbautem Antrieb und Akku zwischen 340 und 500 Kilometer alles vertreten, wobei die Allradmodelle (Ariya AWD e-4orce, der Fahrzeugname ist scheinbar noch nicht kurios genug) eine höhere Endgeschwindigkeit zugebilligt bekommen.

Nissan Ariya Elektroauto
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Durch den fehlenden Mitteltunnel und die Plattform mit langem Radstand gibt es innen viel Platz.

Bei der technischen Umsetzung wurden einige Nissan-Eigenheiten beseitigt, die das einst meistverkaufte E-Auto der Welt, den Nissan Leaf, zuletzt erhebliche Sympathiepunkte gekostet hatten. Im Gegensatz zum Leaf setzt Nissan beim Ariya auf eine Flüssigkühlung für die Traktionsbatterie, was das mehrfache Schnellladen auf Langstrecken mit akzeptabler Ladeleistung ermöglichen soll. Der Leaf geht unter solchen Bedingungen mit überhitzten luftgekühlten Akkus gerne in die Knie und lädt nur noch "tröpfchenweise".

Schwächen des Nissan Leaf wurden beim Ariya beseitigt

Auch das störrische Festhalten am japanischen CHAdeMO-Ladestandard, das den Leaf in Europa zunehmend ins Hintertreffen bringt, ist beim Nissan Ariya nun offenbar Geschichte: Die Europa-Versionen erhalten den europäischen CCS-Standardanschluss für Schnelllader. An solchen CCS-Ladepunkten soll der Nissan Ariya mit bis zu 130 kW nachzapfen können. Damit nicht genug: Laut Nissan erhalten alle Ariya einen Dreiphasen-Bordlader, der an Wechselstrom-Ladestellen bis zu 22 kW Ladeleistung ermöglicht. Das ist längst noch nicht Serienstandard in der Branche.

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Cooles Cockpit mit wenig Knöpfen (im Bild die japanische Rechtslenker-Variante).

Karosserieseitig spricht Nissan beim Ariya von einem "Coupé Crossover". Wenn man den 4,60 Meter langen und fast 1,70 Meter hohen Ariya ins SUV-Lager einordnet, tut man ihm jedoch wohl nicht unrecht; die Außendimension entspricht ungefähr dem Nissan X-Trail. Innen ist, typisch Elektroauto, richtig viel Platz für die Passagiere, weil weder ein Getriebetunnel nervt noch voluminöse Komponenten wie die Klimaanlage unter dem Armaturenbord verstaut werden müssen. So ist nicht nur hinten mit reichlich Beinfreiheit gut lümmeln, auch vorne gibt es mit einem ebenen Boden von Tür zu Tür jede Menge Bewegungsfreiheit.

Das minimalistisch möblierte Cockpit des Nissan Ariya setzt im Wesentlichen auf die beiden kombinierten Displays für die Instrumente und das Multimedia-System (ein großes farbiges Headup-Display ist ebenfalls an Bord). Richtige mechanische Schalter sind rar, der Lautstärkeregler für das Soundsystem, der Start/Stopp-Knopf und einige Taster im Multifunktions-Lenkrad sind hier die letzten Reste alter Schaltkultur. Für die meisten anderen Bedienungen, etwa die Klimasteuerung, setzt Nissan auf ziemlich coole Touch-Einheiten: Diese sind nur bei Benutzung beleuchtet und verschwinden sonst nahezu unsichtbar in der holzartig gemaserten Oberfläche von Armaturen-Board und Mittelkonsole.

Nissan Ariya technische Daten

Technische Daten          
  Ariya (2WD) Ariya (AWD- e-4ORCE)      
  63 kWh 87 kWh 63 kWh 87 kWh 87 kWh
Performance          
Batteriekapazität 65 kWh 90 kWh 65 kWh 90 kWh 90 kWh
*geschätzt, vorbehaltlich der Homologation (nominell) (nominell) (nominell) (nominell) (nominell)
  63 kWh (nutzbar) 87 kWh (nutzbar) 63 kWh (nutzbar) 87 kWh (nutzbar) 87 kWh (nutzbar)
Leistung 160 kW 178 kW 205 kW 225 kW 290 kW
Drehmoment 300 Nm 300 Nm 560 Nm 600 Nm 600 Nm
Beschleunigung 7,5 Sek. 7,6 Sek. 5,9 Sek. 5,7 Sek. 5,7 Sek.
(0-100 km/h)          
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h 160 km/h 200 km/h 200 km/h 200 km/h
Reichweite bis zu bis zu bis zu bis zu bis zu
*Schätzung basierend auf WLTP-Zyklus 360 km 500 km 340 km 460 km 400 km
Länge 4.595 mm        
Breite  1.850 mm        
Höhe 1.660 mm        
Radstand 2.775 mm        
Gewicht 1,8 – 2,3 t        
(abhängig von Modell und Ausstattung)          
Kofferraumvolumen 468 l (2WD) /        
 415 l (AWD)          
Ladestandard CCS (für Europa)        
Reifen vorne/hinten 235/55 R19        
255/45 R20 (optional)          
Technische Daten          
  Ariya (2WD) Ariya (AWD- e-4ORCE)      
  63 kWh 87 kWh 63 kWh 87 kWh 87 kWh
Performance          
Batteriekapazität 65 kWh 90 kWh 65 kWh 90 kWh 90 kWh
*geschätzt, vorbehaltlich der Homologation (nominell) (nominell) (nominell) (nominell) (nominell)
  63 kWh (nutzbar) 87 kWh (nutzbar) 63 kWh (nutzbar) 87 kWh (nutzbar) 87 kWh (nutzbar)
Leistung 160 kW 178 kW 205 kW 225 kW 290 kW
Drehmoment 300 Nm 300 Nm 560 Nm 600 Nm 600 Nm
Beschleunigung 7,5 Sek. 7,6 Sek. 5,9 Sek. 5,7 Sek. 5,7 Sek.
(0-100 km/h)          
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h 160 km/h 200 km/h 200 km/h 200 km/h
Reichweite bis zu bis zu bis zu bis zu bis zu
*Schätzung basierend auf WLTP-Zyklus 360 km 500 km 340 km 460 km 400 km
Länge 4.595 mm        
Breite  1.850 mm        
Höhe 1.660 mm        
Radstand 2.775 mm        
Gewicht 1,8 – 2,3 t        
(abhängig von Modell und Ausstattung)          
Kofferraumvolumen 468 l (2WD) /        
 415 l (AWD)          
Ladestandard CCS (für Europa)        
Reifen vorne/hinten 235/55 R19        
255/45 R20 (optional)          

Bei der Vernetzungs-Elektronik ist der Nissan Ariya auf dem Stand der Dinge – natürliche Sprachbedienung samt integriertem Amazon Alexa-Sprachassistent sind an Bord, Software-Updates werden online ohne Werkstattbesuch eingespielt. Das Nissan Pro-Pilot-System zum halbautonomen Fahren hält Fahrspur, Geschwindigkeit und Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen und bezieht zusätzlich Infos aus dem Navigationssystem, um zum Beispiel frühzeitig vor Kurven das Tempo zu reduzieren. Außerdem verfügt das System über einen Einpark-Assistenten für Längs- und Querparken mit komplett automatischem Ablauf ohne Fahrereingriff.

Wann der Ariya in Deutschland erscheint, will Nissan aktuell noch nicht verraten. Dass es noch in diesem Jahr klappt, ist jedoch unwahrscheinlich. Auch hinsichtlich der Preise herrscht natürlich noch Stillschweigen.

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Fazit

Der Nissan Ariya ist ein guter Ansatz, um Nissan nach den wirtschaftlichen Turbulenzen der jüngsten Zeit, geprägt von Milliardenverlusten, Werksschließungen, einem eingedampften Modellprogramm und einer missverständlichen Ausrichtung weg von Europa, wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Im Vergleich zu anderen aktuell beziehungsweise in Kürze verfügbaren E-Autos verspricht er keine Revolution, aber eine angenehme Auswahl verschiedener Leistungs- und Reichweitenstufen sowie ein interessantes Design-Konzept.

Gleichzeitig lässt der Nissan Ariya die Frage aufkommen, wie es um die Zukunft des Nissan Leaf (zumindest in Europa) bestellt ist. Ohne CCS-Schnellladefunktion und mit dem Akku-Hitzeproblem auf Langstrecken ist der Leaf bereits jetzt ins Hintertreffen geraten. Der Ariya, welcher bei größerem Platzangebot und schon in der Basis-Ausstattung dem Leaf-Topmodell ebenbürtiger Leistung vermutlich nicht wesentlich teurer wird, lässt den Nissan Leaf künftig auch im eigenen Showroom alt aussehen. Nicht unwahrscheinlich, dass das einst meistverkaufte E-Auto der Welt eine nur noch überschaubare Restlaufzeit hat.

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