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SUV

Nissan Ariya Elektro-Crossover (2022): Erste Preise stehen fest

Nissan Ariya Elektro-Crossover (2022) Ab Sommer ab 47.490 Euro

Die Serienversion des neuen Elektroautos kommt mit bis zu 394 PS Leistung zu uns. Ab Sommer 2022 geht es zu Preisen ab 47.490 Euro los.

Zwei Konzeptfahrzeuge – 2017 den IMx und 2019 den Ariya Concept – hatte Nissan bereits auf den jeweiligen Ausgaben der Tokyo Motor Show ins Rampenlicht geschoben. Dann wurde das Serienmodell in Yokohama als virtuelle Weltpremiere vorgestellt worden. Und das zeigt auf den ersten Blick, dass die Geheimniskrämerei der vergangenen Monate eigentlich ein bisschen überflüssig war. Denn das Serienauto ist praktisch eine 1:1-Kopie des 2019er Ariya Concept Car. Sogar das Felgen-Design der Studie findet sich im Serien-Ariya wieder.

Nissan Ariya auf neuer Konzernplattform

Das Elektroauto von Nissan nutzt eine neue Konzernplattform für Stromfahrzeuge und ist entsprechend wie bei ähnlichen Baukästen anderer Hersteller skalierbar. Die Plattform erlaubt verschiedene Antriebs-Konfigurationen mit einem oder zwei (dann mit Allrad) Antriebsmaschinen sowie verschiedenen Akku-Kapazitäten. So wird es den Nissan Ariya in gleich vier Varianten geben (siehe Tabelle mit den technischen Daten).

Basisversion ist die Frontantriebsvariante mit einer 63 kWh (netto) großen Batterie und einem 160 kW (218 PS) und 300 Nm starken Elektromotor. Die kommt auf eine Reichweite nach WLTP von 420 Kilometern, die Spurtzeit wird mit 7,5 Sekunden angegeben, die Höchstgeschwindigkeit mit 160 km/h. Die zweite Frontantriebsversion nutzt eine 87 kWh (netto) große Batterie und einen 178 kW (242 PS) und 300 Nm starken E-Motor. Die Allradmodelle setzen ebenfalls auf die 87 kWh große Batterie, die dann mit zwei E-Motoren kombiniert wird. Hier stehen die Leistungsstufen 225 kW (306 PS) und 290 kW (394 PS) bereit. Bei der Reichweite ist je nach verbautem Antrieb und Akku zwischen 420 und 530 Kilometern alles vertreten, wobei die Allradmodelle (Ariya AWD e-4orce, der Fahrzeugname ist scheinbar noch nicht kurios genug) eine höhere Endgeschwindigkeit zugebilligt bekommen. Das ursprünglich mal angekündigte Allradmodell mit der kleinen Batterie wurde wieder gestrichen. Die Fronttriebler dürfen 750 Kilogramm an den Haken nehmen, die Allradversionen 1,5 Tonnen.

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Durch den fehlenden Mitteltunnel und die Plattform mit langem Radstand gibt es innen viel Platz.

Bei der technischen Umsetzung wurden einige Nissan-Eigenheiten beseitigt, die das einst meistverkaufte E-Auto der Welt, den Nissan Leaf, zuletzt erhebliche Sympathiepunkte gekostet hatten. Im Gegensatz zum Leaf setzt Nissan beim Ariya auf eine Flüssigkühlung für die Traktionsbatterie, was das mehrfache Schnellladen auf Langstrecken mit akzeptabler Ladeleistung ermöglichen soll. Der Leaf geht unter solchen Bedingungen mit überhitzten luftgekühlten Akkus gerne in die Knie und lädt nur noch "tröpfchenweise".

Schwächen des Nissan Leaf wurden beim Ariya beseitigt

Auch das störrische Festhalten am japanischen CHAdeMO-Ladestandard, das den Leaf in Europa zunehmend ins Hintertreffen bringt, ist beim Nissan Ariya nun offenbar Geschichte: Die Europa-Versionen des vorerst ausschließlich in Japan gebauten Elektrikers erhalten den europäischen CCS-Standardanschluss für Schnelllader. An solchen CCS-Ladepunkten soll der Nissan Ariya mit bis zu 130 kW nachzapfen können. Damit nicht genug: Laut Nissan erhalten alle Ariya einen Dreiphasen-Bordlader, der an Wechselstrom-Ladestellen bis zu 22 kW Ladeleistung ermöglicht. Das ist längst noch nicht Serienstandard in der Branche.

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Cooles Cockpit mit wenig Knöpfen (im Bild die japanische Rechtslenker-Variante).

Karosserieseitig spricht Nissan beim Ariya von einem "Coupé Crossover". Wenn man den 4,60 Meter langen und fast 1,70 Meter hohen Ariya ins SUV-Lager einordnet, tut man ihm jedoch wohl nicht unrecht; die Außendimension entspricht ungefähr dem Nissan X-Trail. Innen ist, typisch Elektroauto, richtig viel Platz für die Passagiere, weil weder ein Getriebetunnel nervt noch voluminöse Komponenten wie die Klimaanlage unter dem Armaturenbord verstaut werden müssen. So ist nicht nur hinten mit reichlich Beinfreiheit gut lümmeln, auch vorne gibt es mit einem ebenen Boden von Tür zu Tür jede Menge Bewegungsfreiheit.

Mechanische Schalter sind rar

Das minimalistisch möblierte Cockpit des Nissan Ariya setzt im Wesentlichen auf die beiden kombinierten Displays für die Instrumente und das Multimedia-System (ein großes farbiges Headup-Display ist ebenfalls an Bord). Richtige mechanische Schalter sind rar, der Lautstärkeregler für das Soundsystem, der Start/Stopp-Knopf und einige Taster im Multifunktions-Lenkrad sind hier die letzten Reste alter Schaltkultur. Für die meisten anderen Bedienungen, etwa die Klimasteuerung, setzt Nissan auf ziemlich coole Touch-Einheiten: Diese sind nur bei Benutzung beleuchtet und verschwinden sonst nahezu unsichtbar in der holzartig gemaserten Oberfläche von Armaturen-Board und Mittelkonsole.

Nissan Ariya technische Daten

Technische Daten        
  Ariya (2WD) Ariya (AWD- e-4ORCE)    
  63 kWh 87 kWh 87 kWh 87 kWh
Performance        
Batteriekapazität 65 kWh 90 kWh 90 kWh 90 kWh
*geschätzt, vorbehaltlich der Homologation (nominell) (nominell) (nominell) (nominell)
  63 kWh (nutzbar) 87 kWh (nutzbar) 87 kWh (nutzbar) 87 kWh (nutzbar)
Leistung 160 kW 178 kW 225 kW 290 kW
Drehmoment 300 Nm 300 Nm 600 Nm 600 Nm
Beschleunigung 7,5 Sek. 7,6 Sek. 5,7 Sek. 5,7 Sek.
(0-100 km/h)        
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h 160 km/h 200 km/h 200 km/h
Reichweite bis zu bis zu bis zu bis zu
basierend auf WLTP-Zyklus 420 km 530 km 490 km k.A.
Länge 4.595 mm      
Breite  1.850 mm      
Höhe 1.660 mm      
Radstand 2.775 mm      
Gewicht 1,8 – 2,3 t      
(abhängig von Modell und Ausstattung)        
Kofferraumvolumen 468 l (2WD) /      
 415 l (AWD)        
Ladestandard CCS (für Europa)      
Reifen vorne/hinten 235/55 R19      
255/45 R20 (optional)        
Technische Daten        
  Ariya (2WD) Ariya (AWD- e-4ORCE)    
  63 kWh 87 kWh 87 kWh 87 kWh
Performance        
Batteriekapazität 65 kWh 90 kWh 90 kWh 90 kWh
*geschätzt, vorbehaltlich der Homologation (nominell) (nominell) (nominell) (nominell)
  63 kWh (nutzbar) 87 kWh (nutzbar) 87 kWh (nutzbar) 87 kWh (nutzbar)
Leistung 160 kW 178 kW 225 kW 290 kW
Drehmoment 300 Nm 300 Nm 600 Nm 600 Nm
Beschleunigung 7,5 Sek. 7,6 Sek. 5,7 Sek. 5,7 Sek.
(0-100 km/h)        
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h 160 km/h 200 km/h 200 km/h
Reichweite bis zu bis zu bis zu bis zu
basierend auf WLTP-Zyklus 420 km 530 km 490 km k.A.
Länge 4.595 mm      
Breite  1.850 mm      
Höhe 1.660 mm      
Radstand 2.775 mm      
Gewicht 1,8 – 2,3 t      
(abhängig von Modell und Ausstattung)        
Kofferraumvolumen 468 l (2WD) /      
 415 l (AWD)        
Ladestandard CCS (für Europa)      
Reifen vorne/hinten 235/55 R19      
255/45 R20 (optional)        

Bei der Vernetzungs-Elektronik ist der Nissan Ariya auf dem Stand der Dinge – natürliche Sprachbedienung samt integriertem Amazon Alexa-Sprachassistent sind an Bord, Software-Updates werden online ohne Werkstattbesuch eingespielt. Das Nissan Pro-Pilot-System zum halbautonomen Fahren hält Fahrspur, Geschwindigkeit und Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen und bezieht zusätzlich Infos aus dem Navigationssystem, um zum Beispiel frühzeitig vor Kurven das Tempo zu reduzieren. Außerdem verfügt das System über einen Einpark-Assistenten für Längs- und Querparken mit komplett automatischem Ablauf ohne Fahrereingriff.

Preise ab 47.490 Euro

In Deutschland geht der Nissan Ariya ab Sommer 2022 an den Start. Das vom Start weg verfügbare Basismodell mit der 63-kWh-Batterie und 218 PS ist ab 47.490 Euro zu haben. In der Variante mit der 87 kWh-Batterie und mit 242 PS Leistung werden für den Ariya wenigstens 59.990 Euro verlangt. Erst im Herbst 2022 schieben die Japaner in Deutschland den Ariya mit der großen Batterie und 306 PS Leistung nach. Für das vorläufige Topmodell liegt der Grundpreis bei 62.990 Euro. Der Preis für die später folgende Top-Variante mit 394 PS wurde noch nicht kommuniziert.

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Fazit

Der Nissan Ariya ist ein guter Ansatz, um Nissan nach den wirtschaftlichen Turbulenzen der jüngsten Zeit, geprägt von Milliardenverlusten, Werksschließungen, einem eingedampften Modellprogramm und einer missverständlichen Ausrichtung weg von Europa, wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Im Vergleich zu anderen aktuell beziehungsweise in Kürze verfügbaren E-Autos verspricht er keine Revolution, aber eine angenehme Auswahl verschiedener Leistungs- und Reichweitenstufen sowie ein interessantes Design-Konzept.

Gleichzeitig lässt der Nissan Ariya die Frage aufkommen, wie es um die Zukunft des Nissan Leaf (zumindest in Europa) bestellt ist. Ohne CCS-Schnellladefunktion und mit dem Akku-Hitzeproblem auf Langstrecken ist der Leaf bereits jetzt ins Hintertreffen geraten. Der Ariya, welcher bei größerem Platzangebot und schon in der Basis-Ausstattung dem Leaf-Topmodell ebenbürtiger Leistung vermutlich nicht wesentlich teurer wird, lässt den Nissan Leaf künftig auch im eigenen Showroom alt aussehen. Nicht unwahrscheinlich, dass das einst meistverkaufte E-Auto der Welt eine nur noch überschaubare Restlaufzeit hat.

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