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Smart SUV Design Concept Hersteller / Patrick Lang
Smart SUV Technische Zeichnung Chassis
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Smart SUV Design Concept
Smart EQ Facelift IAA 2019 12 Bilder

Neuer Smart von Geely: Smart-SUV kommt 2022

Neuer Smart von Geely Smart-SUV kommt 2022 - IAA-Premiere?

Mit dem neuen Partner Geely soll Smart auch in Europa wieder angreifen. Schon 2022 kommt ein kleiner SUV, der auf der IAA in München 2021 Premiere feiern könnte.

Konjunktiv ist in Sachen IAA in München in Anbetracht der Corona-Pandemie noch angebracht. Ende April soll erst über die IAA (7. bis 11.9.2021) in der bayerischen Landeshauptstadt entschieden werden. Als Indikativ gilt indes: das erste Modell der Kooperation aus Mercedes und Geely ist eine SUV. Der intern "HX11" bezeichnete rein elektrische Smart-SUV basiert auf der SEA Plattform (Sustainable Experience Architecture), ist als Fünfsitzer ausgelegt und stellt das größte Modell der Marke mit rund vier Meter Länge dar. Angetrieben von einem Heckmotor soll das Modell rund 250 PS an den Start bringen und für rund 500 Kilometer Reichweite (NEFZ) gut sein. Im Boden der Smart-Plattform verbauen die Geely-Ingenieure einen Lithium-Ionen-Akku mit etwas weniger als 70 kW Kapazität.

Und ebenfalls klar ist, der Smart-SUV wird zwar in China produziert, aber kommt nicht nur dort auf den Markt – Smart/Geely hat ganz klar Europa im Blick. Entsprechend ist das Modell auch ab 2022 in Deutschland zu haben.

Ungleich kommunikativer gibt sich da Daniel Lescow, President of Sales, Marketing and After Sales bei Smart. Auf der Business-Plattform Linkedin äußerte sich Lescow schon vor einigen Monaten zum geplanten SUV-Modell und garnierte seine Aussagen direkt noch mit zwei Fotos, die einen Blick auf das Chassis ermöglichen. An vollmundigen Ankündigungen mangelt es freilich nicht. "Ultra-Modern" ist da zu lesen, und "Super-Kompakt". Progressiv, innovativ und vernetzt sowieso. Lescow verspricht ein Auto mit viel Platz im Innenraum bei gleichzeitig kompakten Außenabmessungen. Die beigefügten technischen Zeichnungen versprechen kurze Überhänge und lassen die Batterieplatzierung im Fahrzeugboden erkennen. Erste Prototypen seien bereits auf Testrunden unterwegs.

Smart SUV Technische Zeichnung Chassis
Geely
Das trägt der kommende smart SUV "drunter". Spontan fühlt man sich an den VW Typ 181 erinnert - auch wenn der freilich keine Akkus im Boden trägt.

Die Ausweitung auf das B-Segment (Kleinwagen) bedeutet jedoch nicht, dass sich Smart aus dem angestammten A-Segment zurückzieht. Anders als vielfach zu lesen, gibt es in der "Smart Automobile Co., Ltd" keinerlei Pläne, sich aus dem A-Segment zurückzuziehen. Das erfuhr auto-motor-und-sport.de aus Unternehmenskreisen. Es seien wieder A-Segment-Fahrzeuge eingeplant, heißt es.

Das bedeutet, der Smart EQ Fortwo ist nicht tot, dürfte ab 2024 wieder als Zweisitzer-Kleinwagen aufleben. Das aktuelle Modell wird derzeit noch im französischen Hambach gefertigt. Das Werk wurde indes an Ineos für die Produktion des Gelängewagens Grenadier verkauft. Bis zum Rollout des neuen Fortwo (der Name steht nicht fest) soll Ineos an dem Standort den EQ Fortwo als Auftragsfertiger weiter produzieren. Der Smart EQ Forfour läuft zudem im slowenischen Werk in Novo Mesto vom Band. Dessen Zukunft ist ungewiss.

Die neue Unternehmensstruktur

Die formelle Gründung des Joint-Ventures zwischen Mercedes/Smart und Geely haben beide Parteien am Anfang Januar 2020 bekannt gegeben und bringen jeweils 2,7 Milliarden RMB (Yuan) – umgerechnet 350 Millionen Euro – ein.

Der Aufsichtsrat ist mit jeweils sechs Führungskräften beider Vertragspartner besetzt. Daimler wird im Vorstand vertreten durch Hubertus Troska, Vorstandsmitglied der Daimler AG und in dieser Funktion verantwortlich für die China-Aktivitäten, Britta Seeger, Vorstandsmitglied für Mercedes-Benz Cars Vertrieb, und Markus Schäfer, Vorstandsmitglied der Daimler AG für Forschung und Entwicklung. Geely wird im Vorstand vertreten durch Li Shufu, Chairman der Geely Holding, An Conghui, President der Geely Holding und President und CEO der Geely Auto Group, und Daniel Donghui Li, Executive Vice President und CFO der Geely Holding. Tong Xiangbei wurde zum neuen globalen CEO des Smart Joint Ventures ernannt und wird alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der Marke, einschließlich Vertrieb, Marketing, Forschung & Entwicklung, Produktion verantworten.

Smart: Eine Leidensgeschichte

Zusammenarbeit Smart und Geely
auto motor und sport
Smart trifft Geely. Die Logo-Fusion wäre denkbar einfach.

Smart fährt im Daimler-Konzern seit gut zwei Jahrzehnten den Erwartungen hinterher und schafft es nicht, in die Gewinnzone zu kommen. Die Gründe sind vielfältig und reichen von einer misslungenen Modellpolitik über die falsche Partnerwahl bis hin zur Entscheidung, das Kleinstfahrzeug nicht von Beginn an als Elektroauto zu bauen.

Die Daimler-Tochter hat sich 2020 komplett vom Thema Verbrennungsmotor verabschiedet und ist damit die erste reine Elektro-Marke des Konzerns. Das klingt vor allem mit Blick auf die ursprüngliche Smart-Idee von Swatch-Erfinder Nicolas Hayek konsequent, treibt die Marke aber gleichzeitig tief in die roten Zahlen. Und weil die Beziehung zu Smart-Partner Renault, der den Forfour als Twingo anbietet, mehr als erkaltet ist, gab es in Sachen nächste Modellgeneration wenig mehr als ein Achselzucken zu vermelden.

Hilfe kommt vom Daimler-Großinvestor

Hilfe kam vom vom umtriebigen Li Shufu. Shufu ist der wichtigste Kopf bei Geely und ist seit 2018 mit 9,7% bei Daimler engagiert. Geely steht in China für "Glück" und sein Gründer Li Shufu für jemand, der eine beinahe märchenhafte Karriere hingelegt hat. Der Sohn eines Reisbauern begann nach dem Maschinenbaustudium, Kühlschrankteile zu produzieren, stieg 1992 in den Bau von Motorrädern ein und rollte 1998 das erste Auto vors Werkstor. Das Fahrzeug sah aus wie eine schlecht kopierte Mercedes C-Klasse, eine Urheberrechtsklage folgte auf dem Fuße.

Keine überraschende Kooperation

20 Jahre später spielt Li mit seiner Geely Automotive Holdings Ltd auf Augenhöhe mit den traditionsreichen internationalen Autobauern. Neben diversen chinesischen Marken gehören auch Proton/Lotus, Volvo, Lynk & Co.und Terrafugia zum Geely-Konzern. So ganz überraschend kommt die Kooperation zwischen Geely und Smart also nicht. Bereits kurz nach dem Einstieg bei Daimler hatte Li in einer Mitteilung verbreiten lassen, dass er sich sehr freue, Daimler "auf dem Weg zu einem der weltweit führenden Anbieter von Elektromobilität zu begleiten!"

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Fazit

Der eSmart als globales Mini-Fahrzeug. Damit wäre die Marke bzw. die Idee nach 25 mehr oder weniger erfolglosen Jahren endlich dort, wo Smart-Visionär Hayek sie immer haben wollte. Wenn das nur mit der Hilfe eines gelernten Maschinenbauers aus China funktioniert, dann muss das wohl so sein. Die Marke ganz ins Aus zu schicken, wäre die jedenfalls schlechteste aller Lösungen gewesen!

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