Opel setzt auf eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor. Geplant ist ein neuer vollelektrischer SUV im C-Segment, der die bestehende SUV-Palette der Marke oberhalb des Mokka und neben Frontera sowie Grandland ergänzen soll. Der Produktionsstart ist für 2028 vorgesehen. Vorgestellt wurde das Projekt kurz vor dem Investor Day 2026 des Stellantis-Konzerns.
Deutsch-Chinesische Entwicklung
Das neue Modell soll laut Opel in Rüsselsheim gestaltet und entwickelt werden, gleichzeitig aber auf Technik und Architektur von Leapmotor zurückgreifen. Die Entwicklungsarbeit soll gemeinsam von Teams in Deutschland und China übernommen werden. Opel-Chef Florian Huettl spricht von einer Entwicklungszeit von weniger als zwei Jahren. Damit würde das Projekt deutlich schneller umgesetzt als klassische Fahrzeugentwicklungen innerhalb des Stellantis-Konzerns.
Technisch soll der neue SUV zentrale Komponenten der aktuellen Elektroplattform von Leapmotor nutzen. Dazu zählen unter anderem die elektrische Architektur sowie die Batterietechnik. Opel will diese Basis mit eigenen Elementen bei Fahrwerk, Bedienung, Lichttechnik und Sitzen kombinieren. Entsprechend geht das Projekt über reines "Badge-Engineering" hinaus, der Elektro-SUV soll auch ein paar Opel-Gene mit auf den Weg bekommen.
Leapmotor B10 als Basis
Vieles deutet darauf hin, dass der Leapmotor B10 (siehe Bildergalerie) als Grundlage für das neue Opel-Modell dienen dürfte. Bereits im Herbst 2025 wurde bekannt, dass Stellantis intern prüft, den chinesischen Elektro-SUV unter einer Konzernmarke in Europa anzubieten. Damals galt bereits Opel als wahrscheinlichster Kandidat.
Der Leapmotor B10 wurde zunächst für den chinesischen Markt vorgestellt und ist inzwischen auch in Deutschland erhältlich. Der Elektro-SUV misst 4,52 Meter in der Länge und liegt damit zwischen Opel Frontera und Grandland. Angetrieben wird der B10 von einem 160 kW starken Elektromotor an der Hinterachse. Angeboten werden Akkupakete mit 56 oder 67 kWh Kapazität. Die Ladeleistung liegt bei maximal 168 kW. Als WLTP-Reichweite nennt Leapmotor 434 Kilometer mit dem großen Akku. Leapmotor bietet den B10 aktuell in Deutschland zu Preisen ab 29.900 Euro an. Mit ähnlichen Eckdaten dürfte entsprechend auch der noch namenlose Opel-SUV ins Rennen gehen.
Wer ist Leapmotor?Leapmotor ist ein chinesischer Elektroautohersteller mit Sitz in Hangzhou. Das Unternehmen wurde 2015 gegründet und konzentriert sich ausschließlich auf Elektrofahrzeuge sowie zugehörige Software- und Batterietechnik. Leapmotor gehört zu den sogenannten "New Energy Vehicle"-Herstellern in China, also jungen Unternehmen, die direkt mit Elektroautos gestartet sind und keine klassische Verbrenner-Vergangenheit haben. Zum Modellprogramm zählen derzeit unter anderem der Kleinwagen T03, der Mittelklasse-SUV C10 sowie der Kompakt-SUV B10.
Die Kooperation zwischen Stellantis und Leapmotor besteht seit 2023. Damals übernahm Stellantis 21 Prozent an Leapmotor und wurde größter Einzelaktionär des Unternehmens. Gleichzeitig gründeten beide Seiten das Joint Venture Leapmotor International. Stellantis hält daran 51 Prozent, Leapmotor 49 Prozent.
Produktion in Spanien
Eine zentrale Rolle in den neuen Plänen spielt das spanische Stellantis-Werk Figueruelas bei Saragossa. Dort soll nicht nur der neue Opel-SUV gebaut werden, sondern bereits ab 2026 auch der Leapmotor B10 selbst vom Band laufen, das ist ebenfalls ein Hinweis auf die technische Basis des künftigen China-Opel. Die lokale Produktion vermeidet die zusätzlichen EU-Zölle auf chinesische Elektroautos.
Das Werk Figueruelas gehört zu den wichtigsten Produktionsstandorten des Konzerns in Europa. Seit 1982 wird dort der Opel Corsa gefertigt. Für den neuen Elektro-SUV soll eine zusätzliche Fertigungslinie aufgebaut werden. Stellantis und Leapmotor sprechen in diesem Zusammenhang von einer deutlichen Ausweitung der Produktion.
Leapmotor übernimmt Werk
Auch das Stellantis-Werk Villaverde bei Madrid wird Teil der gemeinsamen Strategie. Dort prüfen die Partner die Produktion eines weiteren Leapmotor-Modells ab dem ersten Halbjahr 2028. Hintergrund ist das geplante Auslaufen der Citroën-C4-Produktion in dem Werk. Zudem soll die spanische Tochtergesellschaft von Leapmotor International neuer Eigentümer des Standorts werden. Die dort produzierten Fahrzeuge sollen für Europa sowie für Märkte im Nahen Osten und Afrika gebaut werden.







