Bekannt von Amazon, UPS und Co.: Was plant Rheinmetall mit dem US-Paket-Van?

Bekannt von Amazon, UPS und Co.
Rheinmetall militarisiert US-Paket-Van

ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.05.2026
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Habinger Rheinmetall UGV
Foto: Habinger

Der ungewöhnliche Teil der Kooperation steckt allerdings nicht in der Robotik, sondern in der Fahrzeugbasis. Denn Harbinger baut eigentlich elektrische Nutzfahrzeuge und sogenannte Step Vans, wie sie in den USA typischerweise bei Paketdiensten wie UPS oder Amazon oder Kommunalbetrieben eingesetzt werden.

Genau diese Technik soll nun militärisch genutzt werden. Rheinmetall und Harbinger kündigten an, gemeinsam unbemannte Bodenfahrzeuge für die US-Armee entwickeln zu wollen. Die Plattformen sollen unter anderem für Nachschubfahrten, Logistikmissionen und autonome Transportaufgaben in Kampfgebieten eingesetzt werden.

Elektrische Lieferwagen-Technik als Militärbasis

Im Mittelpunkt steht die Fahrzeugplattform von Harbinger. Das Unternehmen entwickelt elektrische und hybride Fahrgestelle für mittelschwere Nutzfahrzeuge. Die Technik basiert auf einem sogenannten Drive-by-Wire-System. Dabei werden Lenkung, Bremse und Beschleunigung elektronisch statt mechanisch gesteuert.

Hinzu kommt ein Hybridantrieb mit Range Extender. Dabei lädt ein zusätzlicher Verbrennungsmotor während des Einsatzes die Batterie nach. Dadurch können die Fahrzeuge länger unabhängig von Ladeinfrastruktur betrieben werden. Gleichzeitig erzeugen sie weniger Motorengeräusche und geringere Wärmesignaturen als klassische Militärfahrzeuge mit großen Dieselmotoren. Rheinmetall verweist außerdem auf längere sogenannte Silent-Watch-Phasen, bei denen Sensoren und Elektronik aktiv bleiben können, ohne dauerhaft den Hauptmotor laufen zu lassen. Die Kooperation konzentriert sich zunächst auf autonome taktische Radfahrzeuge, robotische Nachschubsysteme und Plattformen für das sogenannte Manned-Unmanned-Teaming. Dabei arbeiten bemannte und unbemannte Fahrzeuge gemeinsam in einem Einsatzverband. Die US-Armee verfolgt solche Konzepte vor allem für riskante Nachschub- und Transportaufgaben in umkämpften Gebieten.

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Rheinmetall übernimmt die militärische Integration

Rheinmetall bringt vor allem Erfahrungen mit Kampffahrzeugen, Missionssystemen und modularen Fahrzeugarchitekturen ein. Das Unternehmen soll die zivile Plattform an militärische Anforderungen der US-Armee anpassen. Dazu gehören unter anderem Schnittstellen für Kommunikations- und Sensorsysteme sowie verschiedene Missionsmodule.

Entwicklung und Produktion sollen vollständig in den USA stattfinden. American Rheinmetall betreibt dafür bereits Standorte in Michigan, Ohio und Maine. Erste gemeinsame Demonstrationsfahrzeuge wollen die Unternehmen noch im Sommer 2026 vorstellen.

Wer hinter Harbinger steckt

Harbinger ist bisher vor allem in der Nutzfahrzeugbranche bekannt. Das Unternehmen entwickelt elektrische und hybride Plattformen für Lieferfahrzeuge, Arbeits-Lkw, Wohnmobile und Spezialfahrzeuge. Besonders bekannt sind die sogenannten Step-Van-Plattformen, also die typischen kantigen Zustellfahrzeuge aus dem amerikanischen Paketverkehr. Solche Fahrzeuge werden unter anderem von UPS, FedEx oder Amazon-Dienstleistern genutzt.

Das Unternehmen entwickelt zudem Batterie-, Antriebs- und Fahrgestellsysteme weitgehend selbst. Zusätzlich übernahm Harbinger die Firma Phantom AI, um Fahrerassistenz- und autonome Systeme stärker in die eigenen Plattformen zu integrieren.

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