Porsche Taycan 4S Fahrbericht Porsche
Porsche Taycan Turbo S, Interieur
Porsche Taycan Turbo S, Exterieur
Porsche Taycan Turbo S, Exterieur
Porsche Taycan Turbo S, Exterieur 21 Bilder

Porsche Taycan mit Heckantrieb

Basis-Taycan kommt erst in China

Zunächst für China hat Porsche das Basismodell des Elektro-Sportwagens mit nur einem Motor, aber zwei möglichen Batteriegrößen vorgestellt. Es kommt binnen eines Jahres nach Europa und hat bis zu 476 PS (Overboost).

Der aktuell günstigste Taycan ist der 4S. Mit kleinerer (79,2 kWh) Batterie leistet er im Overboost 530 PS, mit der größeren 571 PS. Das neue Einstiegsmodell namens Taycan ohne Zusatz-Ziffer oder -Buchstabe hat mit der großen Batterie (93,4 kWh) maximal 476 PS (dauerhaft 380 PS), mit der kleineren Batterie (79,3 kWh) kommt es noch auf 408 bzw. dauerhaft 326 PS.

Der Taycan hat im Boost also 122 bzw. 95 PS weniger als der 4S. Der Unterschied hält sich in Grenzen, wenn man bedenkt, dass mit dem Antrieb vorn auch der zweite Motor rausfliegt. Der leistet 190 (Turbo S) bzw. 175 (Turbo) kW. Aber der vordere Motor wiegt zusammen mit dem angedockten Pulswechsel-Richter auch mindestens 71 Kilogramm (Turbo und 4 S). Addiert man die Antriebswellen und den Rest des Antriebs dürfte die Gewichtsersparnis auf etwa 100 Kilogramm kommen – kaum mehr als das Mehrgewicht für den Allradantrieb eines Verbrenner-Modells. Ausgehend vom Taycan 4S mit der 79,2 kWh Batterie dürfte das Leergewicht des neuen Taycan bei etwa 2.100 Kilogramm liegen, die 93,4 kWh Batterie wiegt 80 Kilogramm mehr. Offizielle Angaben von Porsche fehlen noch.

Porsche Taycan Frozen Berry
Porsche
Auch den Porsche Taycan gibt es mit 93,4-kWh- oder mit 79,2-kWh-Akku.

Weniger Verbrauch, mehr Reichweite

Verbrauch und Reichweite profitieren natürlich vom fehlenden Motor und dem Mindergewicht. Nicht umsonst bietet Tesla für die Long-Range-Varianten des Model 3 auch Heckantrieb an – der Minderverbrauch liegt beim Model 3 bei einer kWh, die Reichweitensteigerung bei gut sieben Prozent. Der neue Taycan schafft laut Porsche nach NEFZ mit der kleineren Batterie 414 und mit der größeren 489 Kilometer. Zum Vergleich: Der Taycan 4S kommt bestenfalls auf 407 bzw. 463 Kilometer – allerdings nach dem Maximalwert des deutlich anspruchsvolleren WLTP-Zyklus, was den Unterschied schwer einschätzbar macht.

Bei den Fahrleistungen ist das einfacher: Laut Porsche beschleunigt der Taycan 4S, egal mit welcher Batterie, in 4,0 Sekunden auf 100 km/h, beim Taycan gibt der Hersteller eine Beschleunigungszeit von 5,4 Sekunden an (mit Launch Control). Ein Gutteil des Unterschieds dürfte gerade beim Standardsprint aus dem Stand auf die bessere Traktion des 4S mit Allradantrieb zurückzuführen sein. Die Höchstgeschwindigkeit des Taycan beschränkt Porsche offenbar auf 230 km/h (wohl auch später in Europa), während der 4S 250 km/h rennen darf.

03/2020, Porsche Taycan mit Retro-Motorsport-Lackierung
Porsche
Der Taycan ist das neue Basismodell. Mit den Bezeichnungen Turbo, Turbo S und 4S deutet Porsche beim Elektroauto den gleichen Variantenreichtum an, wie bei den Verbrenner-Modellen.

Die Preisfrage lässt sich aktuell nur vage beantworten. In China kostet der Taycan umgerechnet 111.860 Euro, der Taycan 4S kostet dort 144.612 Euro. Zieht man den prozentualen Unterschied vom Preis des Taycan 4S hierzulande (105.604 Euro) ab, käme man bei uns auf einen Startpreis von rund 82.000 Euro für den Taycan. Das könnte doch einige Kunden für das Basismodell einnehmen – trotz einer Höchstgeschwindigkeit von "nur" 230 km/h.

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Ja! Ein Auto hat man, um spontan irgendwo hin fahren zu können und nicht jeder kann sich mehrere Autos fr verschiedene Zwecke leisten.

Fazit

Batterien sind das teuerste am Elektroauto. Dass Porsche den Taycan auch mit weniger Akkukapazität anbietet, macht schon die aktuelle Einstiegsvariante des 4S günstiger. Dass das Einstiegsmodell Heckantrieb und damit einen Motor weniger hat, eröffnet eine zweite Möglichkeit, den Preis zu reduzieren. Um wieviel scheint stark vom Markt abzuhängen – in China ist der Preisabstand mit rund 33.000 Euro enorm.

Wenn der in Deutschland nicht so groß wird, bleibt immer noch der reine Heckantrieb als Reiz, den nur das Einstiegsmodell bietet – mehr als 600 Nm auf der Hinterachse, das gibt es sonst nur im 911 GT2.

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