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02/2020, Rimac C_Two Rimac Automobili
02/2020, Rimac C_Two
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02/2020, Rimac C_Two
12/2019, Rimac C_Two Erlkönig 49 Bilder

Rimac C-Two

1.915-PS-Renner verschiebt sich auf 2021

Auto Salon Genf 2020

Rimac Automobili unterzieht den C-Two bereits intensiven Tests. Zu den Kunden kommt das Elektro-Hypercar aber erst 2021.

Die Corona-Pandemie verzögert auch den Start des Hypercars Rimac C-Two. Ursprünglich sollte der Elektro-Sportwagen sein Debüt auf dem Genfer Autosalon 2020 feiern, die Messe fiel aber als eine der ersten europäischen Großveranstaltungen wegen des grassierenden Covid-19-Virus aus. Stattdessen wird der Rimac C-Two, dessen Name Ende 2020 verkündet wird, auf 2021 verschoben.

Rimac C-Two für alle relevanten Märkte

In einer neuen Produktionslinie im Werk in Veliko Trgovišće baut Rimac nun Prototypen für die Homologation und Crashtests. "Wir wollen, dass dieses Auto intuitiv und benutzerfreundlich, aber dennoch zackig und leistungsfähig ist", sagte Mate Rimac schon vor einigen Monaten. "Dieser Prozess des Testens und der Verfeinerung ist entscheidend, um sicherzustellen, dass wir unsere Versprechen einhalten." Um sich auf die offziellen Crashtests vorzubereiten, führte der E-Sportwagen-Pionier kürzlich selbst welche durch – fünf an der Zahl. Und veröffentlichte Fotos und Videos von deren "erfolgreichem" Verlauf. Die Kroaten wollen so sicherstellen, dass ihr erstes echtes Serienauto weltweit für die Straße zugelassen und auf allen wichtigen Märkten vertrieben werden kann.

"Das ist ein nervenaufreibender Prozess für das ganze Team", heißt es bei Rimac. Aber auch für jene Zuschauer des Crash-Videos, die in etwa einschätzen können, wie hoch der finanzielle Gegenwert der absichtlich herbeigeführten Schäden ist.

Weiteres Modell mit "mehr Punch"

Insgesamt 17 Prototypen sind produziert, bzw. befinden sich in Produktion. Im Anschluss laufen zehn Vorserienmodelle vom Band. Insgesamt dauert die Produktion eines Modells fünf Wochen, arbeitet das Werk unter Volllast entstehen später vier Kundenautos pro Monat.

Aber auch wenn der Rimac C-Two noch gar nicht richtig auf dem Markt ist, denkt Firmenchef Mate Rimac bereits über weitere Modellversionen nach. "Zukünftige Varianten des Autos werden rennstreckenfokussiert sein", sagte er dem Magazin "Top Gear". Im aktuellen Zustand sei der C-Two eher auf Komfort getrimmt, etwa mit elektrisch einstellbaren Sitzen und alltagstauglichen Reifen. Das ließe Raum für etwas "mit mehr Punch", wie unsere britischen Kollegen richtigerweise feststellen.

Plant Rimac den Nürburgring-Rekord?

Rimac' Aussage war die Antwort auf die Frage, ob der kroatische Elektroauto-Spezialist einen Angriff auf den Nürburgring-Rekord plant. "Das würde mich interessieren, aber vielleicht nicht mit dem C-Two." Die aktuellen Rekordhalter VW ID.R und Nio EP9 seien schließlich Rennwagen und der Rimac eher das zuverlässige, täglich nutzbare Elektro-Hypercar.

12/2019, Rimac C_Two Erlkönig
Rimac Automobili
Mit allerlei Messgeräten bestückt dreht der Rimac C_Two derzeit Entwicklungsrunden in Nardo.

Das zweite Sportwagenmodell der Kroaten wird natürlich auch wieder rein elektrisch angetrieben. Der C-Two ist größer und noch luxuriöser als das Concept 1, bleibt aber ein Zweisitzer. Vom C-Two sollen nur maximal 100 bis 150 Exemplare gefertigt werden, 20 davon im ersten vollen Produktionsjahr. So niedrig die Stückzahl, so exorbitant der Preis. Rimac spricht von über einer Million Euro.

Mit 1.915 PS auf 412 km/h

Draufgepackt hat Rimac auch beim Antrieb. Bestückt mit vier Elektromotoren, je zwei pro Achse, leistet der Rimac C-Two 1.408 kW – umgerechnet 1.915 PS – und kommt auf ein Gesamtdrehmoment von 2.300 Nm. Damit soll der Elektrosportwagen in knapp unter zwei Sekunden von Null auf Tempo 100 spurten, die 300-km/h-Marke wird nach 11,8 Sekunden gerissen, als Höchstgeschwindigkeit werden 412 km/h angegeben. Die nötige Energie hält ein 120 kWh großes Akkupaket bereit. Im Norm-Modus soll das eine Reichweite von 650 Kilometer ermöglichen. Geladen wird per Schnelllader – 80 Prozent in 30 Minuten.

11/2019, Rimac C_Two
Rimac Automobili
Der Rimac C_Two debütierte auf dem Genfer Autosalon 2018, damals noch als Concept 2.

Beim Design setzt der Rimac auf klassische Mittelmotor-Sportwagen-Linien und kombiniert dazu nach vorne oben öffnende Flügeltüren. Darüber hinaus setzt Rimac auf diverse aktive Aero-Elemente. So wird die Fronthaube von großen Luftführungen durchzogen, die je nach Anforderung per Klappen geöffnet oder geschlossen werden können. Ebenfalls mit aktiven Klappen versehen sind die seitlichen Lufteinlässe in der Frontschürze. Der große Heckspoiler ist in der Höhe und in der Neigung verstellbar und kann zudem als Luftbremse genutzt werden. Weitere Steuerelemente finden sich am vollverkleideten Unterboden, der wie ein Venturi-Kanal geformt ist.

Autonom bis Level 4

Das Chassis an sich ist ein Kohlefaser-Monocoque, die Crash-Strukturen sind aus Aluminium und Karbon geformt. Die Batteriemodule sitzen im Mitteltunnel, dem Unterboden sowie hinter den Passagieren, die Elektromotor-Module jeweils davor und dahinter. An der Vorderachse befindet sich ein Einganggetriebe, an der Hinterachse gibt es gleich zwei davon. Ein Torque-Vectoring-System sorgt für eine optimale Momentenverteilung.

02/2020, Rimac C_Two
Rimac Automobili
Der Rimac C-Two macht sich bereit für seinen Auftritt auf dem Genfer Autosalon.

Über alle Energieströme und Kraftflüsse informiert das digitale Cockpit. Hier werden auch alle anderen Fahrinformationen eingespielt. Weitere Displays finden sich auf der Mittelkonsole und der Armaturentafel. Dem Beifahrer stehen drei weitere Displays zur Verfügung. Für eine Komplettüberwachung und autonome Fahrfunktionen nach Level 4 spannt Rimac zahlreiche Sensoren, Radarsysteme, Lidar-Radar und Kamera-Systeme ein. Der Kofferraum hinter den Passagieren lässt sich vielfach konfigurieren, beispielsweise auch für den Helmtransport.

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Wenn ich die Crashtest-Bilder des Rimac C_Two sehe, dann ...
... werde ich ganz wehmütig. Solche Edelautos sollten grundsätzlich nicht gecrasht werden.
... denke ich: Richtig so! Ob Kleinwagen oder Hypercar - gleiches Recht für alle Autohersteller.

Fazit

Auch ein junger Kleinserienhersteller wie Rimac muss sich gewissenhaft auf den Serienstart vorbereiten sowie das übliche Zulassungs-Szenario über sich ergehen lassen und Crashtests absolvieren – auch wenn es beim Zuschauen wehtut. Und er muss sich irgendwann der harten Konkurrenz auf dem Nürburgring stellen – sonst ist es schwer, die nötige Reputation zu erlangen. Aber Mate Rimac scheint einen Plan zu haben. Wir sind gespannt, wann er ihn anfängt umzusetzen.

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