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Tesla Pickup Cybertruck: Design, Daten, Reichweite, Preise, Marktstart

Tesla Cybertruck Elektrischer Pickup mit Edelstahl-Karosserie

Über ein Jahr vor dem Marktstart kündigt Tesla jetzt Änderungen am Cybertruck an. Musk scheint an einer Offroad-Sportskanone zu arbeiten.

Der natürlich rein elektrisch angetriebene Pickup von Tesla heißt Cybertruck. Die Elektrokante schlägt designtechnisch komplett aus dem Rahmen – sie sieht wie ein fahrendes Dreieck aus. Weder Modelle von Tesla noch sonst irgendein Pickup ähneln dem Cybertruck. Das Design bezieht sich laut Musk auf den legendären 1976er Lotus Esprit S1 aus dem James Bond "Der Spion, der mich liebte" – das originale Filmauto ersteigerte der Tesla-Boss 2013 für eine Millionen Dollar.

Tesla Cybertruck
Tesla
Ups, das ging schief: Franz von Holzhausen wirft schwere Stahlkugen auf die Seitenscheiben des Cybertruck - und diese gehen kaputt. Musk verspricht sofort Nachbesserung.

Chefdesigner mit Vorschlaghammer

Die Karosserie des Cybertruck besteht aus gehärtetem Edelstahl – bei der Präsentation in L.A. prügelt Tesla-Chefdesigner Franz von Holzhausen einen Vorschlag-Hammer erbarmungslos gegen die Fahrertür – und scheint keinen Kratzer, geschweige denn eine Beule zu hinterlassen. Gebürsteter Edelstahl kam bisher nur äußerst selten als Karosseriebaustoff bei Fahrzeugen zum Einsatz. Ein paar Studien konnten damit glänzen und der technische Mega-Flop namens DMC DeLorean steckte unter Edelstahl – ein zumindest damals nur sehr schwer wieder auszubeulendes Material.

Schussfest gegen 9-Millimeter-Geschosse

Außerdem beteuert Musk, dass sein Pickup schussfest sei. Während der Präsentation zeigt er Fotos, die belegen sollen, dass die Karosserie Beschuss aus zehn Metern Entfernung mit einem 9-Millimeter-Vollmantelgeschoss aushält. Auch die Fensterscheiben sollen extrem stabil sein. Zum Beweis wirft Holzhausen eine fast Tennisball große Stahlkugel gegen die vordere Seitenscheibe – und beschädigt sie deutlich. Zweiter Versuch bei der hinteren Seitenscheibe – wieder eine deutliche Beschädigung. Musk meint, da gäbe es noch etwas zu verbessern, freut sich aber, dass die Kugel die Scheiben nicht durchschlagen hat. Dieser Teil der Show ging in die Hose – später reichte Musk ein Video nach, in welchem die Fensterscheiben nach Kugelbewurf unbeschädigt blieben. Allerdings ist das Video umstritten, da während des Versuchs die entsprechende Cybertruck-Tür nicht komplett geschlossen war. Der Wurf hat die Tür in Bewegung versetzt, was natürlich beim Energiabbau hilft.

Tesla Cybertruck
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Seilziehen: Der Cybertruck (rechts) zieht einen aktuellen Ford F-150 weg.

Ford-F-150-Dimensionen

Bei den Dimensionen seines Alles-anders-Trucks hat sich Musk am seit Jahrzehnten erfolgreichsten Auto der USA orientiert: dem Ford F-150. Die fahrende Edelstahl-Ecke ist 5,86 Meter lang, 2,03 Meter breit und 1,90 Meter hoch. Sie hat sechs Sitze und ein abgedecktes 1,98 Meter langes Ladebett, dass Tesla Vault, also Bunker, nennt. 1.588 Kilogramm sollen sich dort zuladen lassen – und die Zuladung gehört zu den Kernkompetenzen eines Pickups. Beim F-150 ist die Zuladung je nach Ausstattung verschieden hoch, liegt aber meistens unter dem Wert von Tesla.

Tesla Cybertruck
Tesla
Wirkt militärisch streng: der Innenraum des Sechssitzers.

Fahrwerk für Offroadrennen

Beim Fahrwerk des Cybertruck setzt Musk eindeutig auf Sport: Sein Twitter-Spruch "Needs to kick butt in Baja." bezieht sich mit Baja 1000 auf eines der längsten und härtesten Offroad-Rennen der Welt. Der Tesla-Boss plant eine neu entwickelte Luftfederung, die also nicht auf bisher bekannten Tesla-Systemen basiert. Die adaptive Bodenfreiheit soll bei enormen 41 Zentimeter liegen. Den dynamischen Luftfederweg möchte Musk für gesteigerte Offroad-Eigenschaften verbessern.

Über 800 Kilometer Reichweite

Tesla bietet den Cybertruck mit drei verschiedenen Reichweiten an: 402 Kilometer, 483 Kilometer und sensationelle 805 Kilometer. Die Aufladung soll mit mehr als 250 Kilowatt funktionieren, wenn es in Zukunft Ladestationen gibt, die diese Leistung erbringen.

Tesla Cybertruck
Tesla
Mit Zelt und Elektrogrill: Der Cybertruck als Camper aus der Zukunft. Laut Elon Musk soll der Pickup ab Ende 2021 vom Band rollen.

In drei Motorisierungen bestellbar

Der Cybertruck lässt sich in drei Motorisierungen ordern: mit einem Motor und Hinterradantrieb, mit zwei Motoren und Allradantrieb und mit drei Motoren – wieder in Kombination mit Allradantrieb. Die dreimotorige Variante soll in 2,9 Sekunden auf 97 km/h (60 Meilen pro Stunde) preschen. Für den zweimotorigen Cybertruck gibt Tesla einen 0-auf-60-mph-Sprintwert von 4,5 Sekunden an. Das Basismodell soll die Aus-dem-Stand-Beschleunigung in 6,5 Sekunden schaffen.

Tesla Cybertruck
Tesla Cybertruck Tesla Cybertruck Tesla Cybertruck Tesla Cybertruck 22 Bilder

Zugkraft beim Pickup wichtig

Die bei Pickups ebenfalls wichtige Zugkraft gibt Tesla mit 3,4 Tonnen für die einmotorige Variante an. Hoch geht es über 4,5 Tonnen (zwei Motoren) bis 6,3 Tonnen für die Version mit drei Motoren. Zur Verdeutlichung ließ Musk während der Cybertruck-Präsentation einen F-150 und seinen Cybertruck im Seilziehen direkt gegeneinander antreten: der Cybertruck zieht den Ford spielend weg. Allerdings hat Ford bereits mit einem elektrischen Prototyp des F-150 gezeigt, dass dieser im Experiment Eisenbahnwagons mit einem Gesamtgewicht in Höhe von 454 Tonnen ziehen kann. Das Duell elektrischer F-150 gegen Cybertruck verspricht also Spannung. Und auch auf die Beschleunigung seines Pickups ist Musk stolz: In einem Video lässt er ihn beim einem Beschleunigungsrennen gegen einen Porsche 911 antreten und gewinnt gegen den deutschen Sportwagen locker.

Tesla Cybertruck Rendering Design Sondereinsatz Polizei Pizza
Lease Fetcher / Patrick Lang
Die kantige, an Militärfahrzeuge erinnernde Form des Cybertruck, hat bereits viele Designer dazu inspiriert, den Pickup mit Behörden-Lackierungen zu versehen.

Solarpanele auf Dach und Flügel

Der Cybertruck soll das erste Fahrzeug von Tesla sein, dass außerdem mit Solarpanelen auf dem Dach geordert werden kann. Auf Twitter vekündete Musk, dass der Cybertruck mit der an einem Tag gesammelten Solarenergie im Bestfall 15 Meilen (circa 24 Kilometer) zusätzliche Reichweite generieren könne. Darüber hinaus spricht Elon Musk von herausklappbaren Solarflügeln für den Cybertruck. Diese würden zusammen mit dem Panel auf dem Dach Solarstrom für 30 bis 40 Meilen pro Tag liefern. Dies würde die durchschnittliche Fahrleistung eines US-Amerikaners von 30 Meilen pro Tag komplett abdecken.

Tesla Cybertruck
Tesla
Überraschung: Musk stellt auch ein elektrisches Tesla-Quad vor. Das ATV lässt sich auf dem Truck nachladen.

Cyberquad lässt sich auf Cybertruck laden

Ganz am Ende der Premieren-Show hielt Musk noch eine Überraschung bereit: Ein Tesla ATV (All-terrain vehicle, Quad), dass auf die Ladefläche des Cybertrucks fährt – der Fahrer hängt es dort sofort an einen Ladeanschluss. Tesla hat die Ladefläche des Cybertruck mit einer Haushaltsstrom-Steckdose ausgestattet, die die in dem Land jeweils übliche Spannung (beispielsweise USA 110 Volt und Europa 230 Volt) liefert. Das Zwei-Personen-ATV heißt Tesla Cyberquad und soll im Zusammenhang mit dem Cybertruck als Option bestellbar sein. Allerdings war das in L.A. präsentierte Cyberquad noch keine Tesla-Eigenentwicklung, sondern eine umgebaute Yamaha Raptor. Aktuell denken die Verantwortlichen bei Tesla auch über die Konstruktion eines Elektromotorrades nach.

technische Daten Tesla Cybertruck

  ein Motor (Hinterradantrieb) zwei Motoren (Allradantrieb) drei Motoren (Allradantrieb)
0-60 pmh (0-97 km/h) <6,5 s <4,5 s <2,9 s
Reichweite 402 km 483 km 805 km
Ladevolumen 2.832 l 2.832 l 2.832 l
Länge Ladebett 1,98 m 1,98 m 1,98 m
Anhängelast 3,4 t 4,5 t 6,3
Autopilot Serie Serie Serie
adaptives Luftfahrwerk Serie Serie Serie
Bodenfreiheit bis zu 40,6 cm bis zu 40,6 cm bis zu 40,6 cm
vorderer Böschungswinkel 35 Grad 35 Grad 35 Grad
hinterer Böschungswinkel 28 Grad 28 Grad 28 Grad

Suche nach US-Standort für neues Werk

Musk sucht gerade in den USA intensiv nach einem Werk-Standort für den Cybertruck. Austin in Texas und Tulsa in Oklahoma scheinen die besten Chancen zu haben. Joplin in Missouri möchte das Werk ebenfalls haben und hat sein Interesse mit der In-Aussicht-Stellung von Fördergeldern in Höhe von einer Milliarde Dollar (aktuell umgerechnet zirka 919 Millionen Euro) untermauert.

Elon Musk Statue in Tulsa/Oklahoma
City of Tulsa/Facebook
Die Stadt Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma hat ihr Wahrzeichen, den Golden Driller, temporär zu einer Elon-Musk-Statue umgestaltet, um das Cybertruck-Werk zu bekommen.

Preise und Marktstart

In den USA beginnen die Preise des neuen Tesla Cybertruck ohne Subventionen bei 39.900 Dollar (aktuell umgerechnet zirka 36.050 Euro), die zweimotorige Variante kostet 49.900 Dollar (45.085 Euro) und das dreimotorige Topmodell schlägt mit 69.900 Dollar (63.155 Euro) zu Buche. Wer auf autonome Fahrfunktionen vorbereitet sein möchte, kann das Self-Driving-Paket zu 8.000 Dollar Aufpreis ordern. Die Auslieferungen sollen Ende 2021 beginnen, wobei Tesla Marktstart-Daten in den letzten Jahren öfter nicht einhalten konnte.

Bereits kurz nach der Präsentation des Cybertruck twittert Musk, dass schon 200.000 Vorbestellungen eingegangen sein sollen. Inzwischen ist der Zähler nochmals deutlich nach oben geklettert.

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Ein rein elektrischer Pickup - kann das funktionieren?
Ja, ein Elektroantrieb ist offroad und zum Ziehen von Lasten super.
Nein, wahrscheinlich zu schwer, zu teuer, zu geringe Reichweite.

Fazit

Elon Musk hat mal wieder abgeliefert: Der Cybertruck ist ein Pickup, der sich grundlegend von allen anderen Pickups unterscheidet. Seine Karosserie, die sich fast ausschließlich aus Dreiecken zusammensetzt ist genauso ungewöhnlich wie die anscheinend stabile Edelstahl-Karosserie und die Beschussfestigkeit. Bei klassischen Pickup-Disziplinen wie Zuladung und Zugkraft punktet der neue Elektro-Pickup ebenfalls. Und mehr als 800 Kilometer Reichweite könnten auch Fahrer auf dem Land zu einem Elektro-Pickup locken, zumal auch die Preise für ein Elektroauto vergleichsweise moderat erscheinen.

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