Tesla Cybertruck Tesla
Tesla Cybertruck
Tesla Cybertruck
Tesla Cybertruck
Tesla Cybertruck 22 Bilder

Tesla Cybertruck kostet 39.900 Dollar

Kugelsicher, sauschnell und günstig

Update

Tesla hat den elektrischen Cybertruck vorgestellt. Das Design ist wild, die Karosserie soll schlag- und schussfest sein. Maximale Reichweite: über 800 Kilometer. Angeblich liegen schon 200.000 Vorbestellungen vor.

Seit zwei Jahren gab Tesla-Chef Elon Musk Hinweise auf ein Pickup-Modell von Tesla – jetzt hat er es endlich gezeigt. Das natürlich rein elektrisch angetriebene Modell heißt Cybertruck und sieht wie ein fahrendes Dreieck aus. Die Elektrokante schlägt designtechnisch komplett aus dem Rahmen – weder Modelle von Tesla noch sonst irgendein Pickup ähneln dem Cybertruck. Im Vorfeld der Präsentation orakelte Musk viel vom Science-Fiction-Film Blade Runner aus dem Jahr 1982. Und bei der Präsentation in L.A. liefen permanent Ton- und Musiksequenzen aus dem Film im Hintergrund. Aber das Design bezieht sich laut Musk nicht auf Fahrzeuge aus diesem Film, sondern auf den legendären 1976er Lotus Esprit S1 aus dem James Bond „Der Spion, der mich liebte“. Der modifizierte Lotus des Geheimagenten ihrer Majestät 007 konnte schwimmen und tauchen. Auf Nachfragen von Fans antwortet Musk, dass er U-Boot-Autos interessant und machbar findet, aber die Käuferschicht wohl zu klein wäre. Um Kunden zu locken, hat er seinen Cybertruck lieber sehr robust auslegen lassen.

Tesla Cybertruck
Tesla
Ups, das ging schief: Franz von Holzhausen wirft schwere Stahlkugen auf die Seitenscheiben des Cybertruck - und diese gehen kaputt. Musk verspricht sofort Nachbesserung.

Chefdesigner mit Vorschlaghammer

Und schon kommt Tesla-Chefdesigner Franz von Holzhausen auf die Bühne. Die Fans im Saal grölen. Holzhausen hat einen Vorschlaghammer dabei. Auf Anweisung von Musk prügelt er mit dem Hammer dreimal auf eine herkömmliche Autotür ein – und hinterlässt ordentliche Beulen. Dann ab zum Cybertruck: Holzhausen kloppt den Hammer erbarmungslos gegen die Fahrertür – und scheint keinen Kratzer, geschweige denn eine Beule zu hinterlassen. Musk erwähnt, dass die Außenhaut des Trucks aus gehärtetem Edelstahl besteht, der auch bei den Raketen seiner Weltraum-Firma SpaceX zum Einsatz kommt. Gebürsteter Edelstahl kam bisher nur äußerst selten als Karosseriebaustoff bei Fahrzeugen zum Einsatz. Ein paar Studien konnten damit glänzen und der technische Mega-Flop namens DMC DeLorean steckte unter Edelstahl – ein zumindest damals nur sehr schwer wieder auszubeulendes Material.

Der Tesla Cybertruck im Video
1:13 Min.

Schussfest gegen 9-Millimeter-Geschosse

Dann freut sich Musk, dass sein Pickup schussfest sei. Das Jubel-Publikum möchte jetzt natürlich echten Beschuss sehen. Musk seufzt, dass man leider in Kalifornien sei und deshalb hier auf der Bühne nicht schießen dürfe. Er zeigt Fotos, die belegen sollen, dass die Karosserie Beschuss aus zehn Metern Entfernung mit einem 9-Millimeter-Vollmantelgeschoss aushält. Auch die Scheiben sollen extrem stabil sein. Wie bei einer Magier-Show lässt er aus großer Höhe durch ein Glasrohr schwere Stahlkugeln auf eine Cybertruck-Glasscheibe fallen – das Glas hält stand. Als ultimative Herausforderung muss wieder Franz von Holzhausen ran: Er wirft die fast Tennisball große Stahlkugel gegen die vordere Seitenscheibe – und beschädigt sie deutlich. Zweiter Versuch bei der hinteren Seitenscheibe – wieder eine deutliche Beschädigung. Musk meint, da gäbe es noch etwas zu verbessern, freut sich aber, dass die Kugel die Scheiben nicht durchschlagen hat. Trotzdem ist dieser Teil der Show in die Hose gegangen.

Tesla Cybertruck Fenster-Test
Tesla Cybertruck: Fenster-Test
19 Sek.

Im Nachgang zur Präsentation hat Musk dann aber ein Video veröffentlicht, das von Holzhausen bei einem weiteren Versuch mit der Stahlkugel zeigt. Diesmal hält das Fenster. Verschwörungstheoretiker wittern allerdings getürkte Bedingungen. Die Türe sein nicht ganz geschlossen gewesen und würde daher einiges An Energie aufnehmen. Um diesen Fakt zu verschleiern sei die Türe auch großflächig abgedeckt.

Tesla Cybertruck
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Seilziehen: Der Cybertruck (rechts) zieht einen aktuellen Ford F-150 weg.

Ford-F-150-Dimensionen

Bei den Dimensionen seines Alles-anders-Trucks hat sich Musk allerdings am seit Jahrzehnten erfolgreichsten Auto der USA orientiert: dem Ford F-150. Die fahrende Edelstahl-Ecke ist 5,86 Meter lang, 2,03 Meter breit und 1,90 Meter hoch. Sie hat sechs Sitze und ein abgedecktes 1,98 Meter langes Ladebett, dass Tesla Vault, also Bunker, nennt. 1.588 Kilogramm sollen sich dort zuladen lassen – und die Zuladung gehört zu den Kernkompetenzen eines Pickups. Beim F-150 ist die Zuladung je nach Ausstattung verschieden hoch, liegt aber meistens unter dem Wert von Tesla.

Tesla Cybertruck
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Wirkt militärisch streng: der Innenraum des Sechssitzers.

Jeder Cybertruck bekommt serienmäßig eine adaptive Luftfederung. Die Bodenfreiheit beträgt im Normalzustand enorme 40,6 Zentimeter. Zum Beladen lässt sich das Fahrwerk absenken. Und da die Luftfederung ohnehin Serie ist, gibt es auch einen Kompressor-Anschluss serienmäßig.

Über 800 Kilometer Reichweite

Tesla bietet den Cybertruck mit drei verschiedenen Reichweiten an: 402 Kilometer, 483 Kilometer und sensationelle 805 Kilometer. Die Aufladung soll mit mehr als 250 Kilowatt funktionieren, wenn es in Zukunft Ladestationen gibt, die diese Leistung erbringen.

Tesla Cybertruck
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Mit Zelt und Elektrogrill: Der Cybertruck als Camper aus der Zukunft. Laut Elon Musk soll der Pickup ab Ende 2021 vom Band rollen.

Der Cybertruck lässt sich in drei Motorisierungen ordern: mit einem Motor und Hinterradantrieb, mit zwei Motoren und Allradantrieb und mit drei Motoren – wieder in Kombination mit Allradantrieb. Die dreimotorige Variante soll in 2,9 Sekunden auf 97 km/h (60 Meilen pro Stunde) preschen. Für den zweimotorigen Cybertruck gibt Tesla einen 0-auf-60-mph-Sprintwert von 4,5 Sekunden an. Das Basismodell soll die Aus-dem-Stand-Beschleunigung in 6,5 Sekunden schaffen.

Die bei Pickups ebenfalls wichtige Zugkraft gibt Tesla mit 3,4 Tonnen für die einmotorige Variante an. Hoch geht es über 4,5 Tonnen (zwei Motoren) bis 6,3 Tonnen für die Version mit drei Motoren. Zur Verdeutlichung lässt Musk einen F-150 und seinen Cybertruck im Seilziehen direkt gegeneinander antreten: der Cybertruck zieht den Ford spielend weg. Allerdings hat Ford bereits mit einem elektrischen Prototyp des F-150 gezeigt, dass dieser im Experiment Eisenbahnwagons mit einem Gesamtgewicht in Höhe von 454 Tonnen ziehen kann. Das Duell elektrischer F-150 gegen Cybertruck verspricht also Spannung. Und auch auf die Beschleunigung seines Pickups ist Musk stolz: Er lässt ihn beim Beschleunigungsrennen gegen einen Porsche 911 antreten und gewinnt gegen den deutschen Sportwagen.

Solarpanele auf Dach und Flügel

Der Cybertruck soll das erste Fahrzeug von Tesla sein, dass außerdem mit Solarpanelen auf dem Dach geordert werden kann. Auf Twitter vekündete Musk, dass der Cybertruck mit der an einem Tag gesammelten Solarenergie im Bestfall 15 Meilen (circa 24 Kilometer) zusätzliche Reichweite generieren könne. Darüber hinaus spricht Elon Musk von herausklappbaren Solarflügeln für den Cybertruck. Diese würden zusammen mit dem Panel auf dem Dach Solarstrom für 30 bis 40 Meilen pro Tag liefern. Dies würde die durchschnittliche Fahrleistung eines Amerikaners von 30 Meilen am Tag komplett abdecken.

Tesla Cybertruck
Tesla
Überraschung: Musk stellt auch ein elektrisches Tesla-Quad vor. Das ATV lässt sich auf dem Truck nachladen.

Quad von Tesla lässt sich auf Cybertruck laden

Ganz am Ende der Premieren-Show hält Musk noch eine Überraschung bereit: Ein Tesla ATV (All-terrain vehicle, Quad), dass auf die Ladefläche des Cybertrucks fährt – der Fahrer hängt es dort sofort an einen Ladeanschluss. Tesla hat die Ladefläche des Cybertruck mit einer Haushaltsstrom-Steckdose ausgestattet, die die in dem Land jeweils übliche Spannung (beispielsweise USA 110 Volt und Europa 230 Volt) liefert.

technische Daten Tesla Cybertruck

  ein Motor (Hinterradantrieb) zwei Motoren (Allradantrieb) drei Motoren (Allradantrieb)
0-60 pmh (0-97 km/h) <6,5 s <4,5 s <2,9 s
Reichweite 402 km 483 km 805 km
Ladevolumen 2.832 l 2.832 l 2.832 l
Länge Ladebett 1,98 m 1,98 m 1,98 m
Anhängelast 3,4 t 4,5 t 6,3
Autopilot Serie Serie Serie
adaptives Luftfahrwerk Serie Serie Serie
Bodenfreiheit bis zu 40,6 cm bis zu 40,6 cm bis zu 40,6 cm
vorderer Böschungswinkel 35 Grad 35 Grad 35 Grad
hinterer Böschungswinkel 28 Grad 28 Grad 28 Grad

Preise und Marktstart

In den USA beginnen die Preise des neuen Tesla Cybertruck ohne Subventionen bei 39.900 Dollar (aktuell umgerechnet zirka 36.050 Euro), die zweimotorige Variante kostet 49.900 Dollar (45.085 Euro) und das dreimotorige Topmodell schlägt mit 69.900 Dollar (63.155 Euro) zu Buche. Wer auf autonome Fahrfunktionen vorbereitet sein möchte, kann das Self-Driving-Paket zu 7.000 Dollar Aufpreis ordern. Die Auslieferungen sollen Ende 2021 beginnen, wobei Tesla Marktstart-Daten in den letzten Jahren öfter nicht einhalten konnte. Bereits kurz nach der Präsentation des Cybertruck twittert Musk, dass schon 200.000 Vorbestellungen eingegangen sein sollen. 42 Prozent davon wählten den Dual-Motor-Antrieb, 41 Prozent die Variante mit drei Motoren und 17 Prozent den Single-Motor.

Umfrage

15629 Mal abgestimmt
Ein rein elektrischer Pickup - kann das funktionieren?
Ja, ein Elektroantrieb ist offroad und zum Ziehen von Lasten super.
Nein, wahrscheinlich zu schwer, zu teuer, zu geringe Reichweite.

Fazit

Elon Musk hat mal wieder abgeliefert: Der Cybertruck ist ein Pickup, der sich grundlegend von allen anderen Pickups unterscheidet. Seine Karosserie, die sich fast ausschließlich aus Dreiecken zusammensetzt ist genauso ungewöhnlich wie die anscheinend stabile Edelstahl-Karosserie und die Beschussfestigkeit. Bei klassischen Pickup-Disziplinen wie Zuladung und Zugkraft punktet der neue Elektro-Pickup ebenfalls. Und mehr als 800 Kilometer Reichweite könnten auch Fahrer auf dem Land zu einem Elektro-Pickup locken, zumal auch die Preise für ein Elektroauto vergleichsweise moderat erscheinen.

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