08/2022, Tesla Semi Elektro Lkw Lastwagen Sattelschlepper Tesla
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Tesla Semi BEV-Truck (2022): Elektro-Lkw noch dieses Jahr

Tesla Semi BEV-Truck (2022) Elektro-Lkw soll noch in diesem Jahr kommen

Tesla versprach einst den Vorbestellern, dass der Elektro-Sattelschlepper Semi 2019 kommt. Nun, drei Jahre später, soll es tatsächlich soweit sein.

Bereits im November 2017 rollte Elon Musk den Semi genannten Elektro-LKW erstmals ins Rampenlicht und kündigte bei dieser Gelegenheit die Produktion für 2019 an. Ein Termin, der nicht zu halten war. Kurzzeitig sah es so aus, dass 2020 zumindest eine Kleinserie an die ersten Vorbesteller ausgeliefert werden könnte. Aber auch diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Irgendwann sprach Tesla von 2021, doch auch dieses Jahr verstrich, ohne dass der elektrisch angetriebene Sattelschlepper auf den Markt kam. Nun gibt es eine neue Zusage: "Der Tesla Semi-Truck mit 500 Meilen Reichweite wird in diesem Jahr ausgeliefert", schrieb Musk bei seinem bevorzugten Kommunikations-Medium Twitter.

Bereits 2022 hatte Musk Details zu den Problemen veröffentlicht, die hinter dem verzögerten Produktionsstart stecken. Neben dem Gewicht der Batterie war es vor allem die noch nicht ausreichende Energiedichte der Akkus, die einer Auslieferung entgegenstanden. Mit den klassischen Tesla-Rundzellen an Bord waren die ursprünglich versprochenen 800 Kilometer Reichweite Musk zufolge zwar problemlos möglich. Allerdings würde der Semi dabei mindestens eine Tonne Nutzlast verlieren – ein echtes Killer-Argument in der Branche.

Tesla Semi ausschließlich mit 4680-Zellen

Tesla wird im Semi deshalb ausschließlich die auf dem Battery-Day 2020 vorgestellten neuen Zellen einsetzen. Sie sind 80 Millimeter (Model S: 65, Model 3: 70) hoch und haben einen Durchmesser von 46 Millimetern (Model S: 18, Model 3: 21). Die neuen 4680-Module sollen fünfmal mehr Energie speichern (klar, sie haben gut fünfmal so viel Volumen). Bei vergleichbarer Größe der gesamten Batterie sollen sie aber auch 16 Prozent mehr Reichweite bringen. Damit sei dann, laut Elon Musk, sogar eine Reichweite von 1.000 Kilometern (bei voller Zuladung) möglich. Weil die neuen Zellen auch im Semi konstruktiv verbaut werden können, das heißt ohne schweren Tragboden, soll der Semi trotz der Riesen-Reichweite nicht mehr wiegen als ein vergleichbarer Diesel-Sattelschlepper. Das Problem: Noch kann Tesla die neuen Zellen noch gar nicht in großen Stückzahlen produzieren. Musk selbst verwies wiederholt auf immense Produktionsrisiken, die im Zusammenhang mit den neuen Zellen zu lösen seien.

In einer E-Mail kündigt der E-Auto-Bauer im vergangenen Jahr weitere technische Verbesserungen an, von denen der Semi noch vor dem Marktstart profitieren soll. Dem Hersteller sei es gelungen, die Reichweite, Effizienz und Zuverlässigkeit zu steigern. Die zuvor angekündigten Reichweiten von 300 und 500 Meilen (483 und 805 Kilometer) soll der Serien-Semi übertreffen. Ob es jedoch tatsächlich die in Aussicht gestellten 1.000 Kilometer werden, ist nach Musks jüngstem Tweet mehr als fraglich; darin ist explizit von 500 Meilen die Rede. Auch auf der offiziellen Tesla-Website werden weiterhin Reichweiten von 300 und 500 Meilen genannt. Alle Reichweitenangaben beziehen sich auf einen vollgeladenen 40-Tonnen-Zug, betont Musk.

Aufladen an Megachargern

Die Aufladung der Elektro-Lkw soll an Megachargern erfolgen. Dafür hat Tesla einen Ladestecker namens MCS Connector (MCS: Megawatt Charging Solution) entwickelt. Die Standards für Megawatt-Laden sind aktuell noch in der Entwicklung, weshalb Tesla dazu noch keine konkreten Daten veröffentlicht. Ein Megawatt entspricht 1.000 Kilowatt, wobei die schnellsten E-Autos aktuell 270 kW aufnehmen können.

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Widersprüchliche Aussagen gab es bisher zur Produktionsstätte des Tesla Semi. Ursprünglich hieß es, die Gigafactory 1 in Nevada bereite sich auf die Herstellung der Zugmaschinen vor – bisher produziert der Standort vorwiegend Batterien und Antriebsstränge. Späteren Plänen zufolge sollte der Elektro-Lkw hier übergangsweise gebaut werden, bis die Gigafactory in Austin, US-Bundesstaat Texas, fertiggestellt ist. Dies ist nun der Fall, sodass der Semi direkt vollständig in seinem avisierten Stammwerk montiert werden könnte.

Was bisher zum Semi Truck bekannt ist

Der Semi-Truck sieht mit seiner windschlüpfigen Fahrerkabine extrem futuristisch aus. Tesla gibt einen Luftwiderstandsbeiwert von cW 0,36 an. Die US-Bezeichnung Semi-Truck kommt von "Semi-trailer truck" und bedeutet, dass diese Sorte Lkw "Semi-trailer", also Hänger ohne eigene Frontachse, sprich einen typischen Auflieger, auf seinem Sattel zieht. Konventionell zeigt sich das Kabinenangebot des Tesla Semi. Hier wird Tesla offensichtlich eine flache Kabine und eine Langstreckenvariante mit Hochdach und Schlafkabine anbieten. Diese kann zudem mit verstellbaren Winddeflektoren ausgerüstet werden.

Tesla Semi Truck (2019)
Tesla
Für die versprochene Reichweite von 1.000 Kilometern müsste der Energieinhalt des Akkus bei rund 1.000 kWh liegen.

Mit einem Supercharger soll der größere Akku in 30 Minuten so stark geladen sein, dass die Ladung 50 Prozent der Reichweite ermöglicht (400 Kilometer). Laut Tesla soll der Lkw bei voller Zuladung rund zwei kWh pro Meile (etwa 1,6 Kilometer) konsumieren, was umgerechnet einen Verbrauch von 125 kWh auf 100 km bedeuten würde. Für die versprochene Reichweite müsste der Energieinhalt des Akkus also bei rund 1.000 kWh liegen. Mit dem Strombedarf für eine einzige Akkuladung käme ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt in Deutschland rund drei Monate über die Runden. Allein vom Gewicht her dürfte der Speicher ein echtes Pfund werden: Geht man beim Model S von 750 Kilo für den Akku aus, käme der Truck mit seiner zehnmal so großen Batterie auf 7,5 Tonnen Batteriemasse.

Elektrischer Frachttransport und die Kostenfrage

Inzwischen sind für die Niederlande, Norwegen und Großbritannien die Bestellbücher geöffnet worden. In den Niederlanden kostet der Semi ab 130.000 Euro in der Basisversion mit bis zu 475 Kilometern Reichweite, 150.000 Euro werden für die stärkere Version mit 800 Kilometer Reichweite veranschlagt. Die Reservierung kostet 17.000 Euro. Die Founders Series muss direkt bei Bestellung mit 170.000 Euro bezahlt werden.

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In den USA geht es bei 150.000 Dollar (aktuell umgerechnet gut 146.000 Euro) für die Basisversion mit 300 Meilen Reichweite los. Die 500-Meilen-Variante soll 180.000 Dollar (etwas mehr als 175.000 Euro) kosten. Als Anzahlung verlangt Tesla 20.000 Dollar (fast 19.500 Euro) für die Standardversionen, die Founders Series muss auch hier gleich komplett bezahlt werden. Analysten schätzen, dass allein die riesige Batterie 100.000 Dollar (97.400 Euro) veranschlagt.

1.044 PS und 2.100 Nm Drehmoment

Musk betonte aber, dass Diesel-Lkw im Betrieb pro Kilometer 20 Prozent teurer seien; mit dem Elektro-Truck könnten die Fuhrunternehmer so pro Jahr 200.000 Dollar (knapp 195.000 Euro) sparen. Außerdem verspricht er, dass der Lkw pannenfrei eine Million Meilen (1,6 Millionen Kilometer) schaffen kann. Selbst mit zwei ausgefallenen Motoren könne der Sattelschlepper immer noch einen Diesel-Lastwagen schlagen. Und die Bremsen würden quasi verschleißfrei arbeiten, da die Verzögerung größtenteils durch Rekuperation erfolge.

Der Sattelschlepper besitzt vier unabhängige Elektromotoren an den beiden Hinterachsen. Hier kommen vermutlich die 261 PS und 525 Nm starken Motoren aus dem Model 3 zum Einsatz. Die Gesamtleistung würde so bei 1.044 PS und 2.100 Nm liegen; offizielle Leistungs- und Drehmomentwerte nennt Tesla noch nicht. Zudem scheinen beide Achsen anders untersetzt zu sein. Die vordere Achse könnte für den unteren Geschwindigkeitsbereich verantwortlich sein, die zweite Achse übernimmt demnach den High-Speed-Bereich. Laut Tesla-Website liegt die Höchstgeschwindigkeit bei über 100 km/h. Musk behauptet, der Semi komme in fünf Sekunden von null auf 60 mph (96,6 km/h) – die Zugmaschine allein. Mit voller Beladung (36 Tonnen Gesamtgewicht) soll der Semi die Übung in 25 Sekunden schaffen.

Mittig positionierter Fahrerplatz

Auffällig: Der Fahrer sitzt in der Mitte der Kabine ("wie in einem Rennwagen"), daneben gibt es keine weiteren Plätze. Damit spart sich Tesla verschiedene Versionen für den Links- oder Rechtsverkehr. Besonders stolz ist der Tesla-Boss auf die riesige Frontscheibe. Sie sei explosionssicher. "Sie übersteht sogar eine nukleare Explosion. Wenn nicht, bekommen Sie den vollen Kaufpreis zurück", scherzte Musk. Tatsächlich könnten US-Trucker auf ein solches Feature abfahren, denn in den USA dürfen Lkw mit beschädigter Windschutzscheibe nicht mehr bewegt werden. Gleichgültig, in welcher gottverlassenen Gegend dem Fahrer oder der Fahrerin so was passiert sein mag: Der Lkw muss abgeschleppt werden oder es muss eine Ersatzscheibe vor Ort gebracht und eingebaut werden.

Tesla Semi Innenraum
Tesla
Die Perspektive der Fahrerin oder des Fahrers aus dem Cockpt des Tesla Semi.

Bislang testet Tesla den Semi-Truck vor allem im US-Bundesstaat Nevada. Er soll auch das teilautonome Fahren im Konvoi ("Platooning") möglich machen. Bei der Präsentation versprach Musk, dass jeder Semi-Truck serienmäßig mit der neuesten Version des Tesla-Autopiloten ausgestattet wird, der Spurhalte- und Notbremsassistent beinhaltet. Außerdem sollen Sensoren die Antriebsmotoren so steuern, dass die Fuhre jederzeit stabil rollt und das gefürchtete Einknicken des Sattelschleppers zwischen Zugmaschine und Auflieger verhindert wird.

Namhafte Vorbesteller

Zu den ersten Vorbestellern gehören namhafte Unternehmen. Die Deutsche Post hat für ihre Tochter DHL Chain Supply zehn Tesla-Lkw für den Einsatz auf dem US-Markt bestellt. Größere Bestellungen sollen auch von der US-Brauerei Anheuser-Busch (40 Stück), dem US-Nahrungsmittelkonzern Sysco (50 Stück), der Supermarktkette Walmart (15 Stück) und dem kanadischen Einzelhändler Loblaws (25 Stück) vorliegen. Der US-amerikanische Erfrischungs-Getränkehersteller PepsiCo möchte zudem für seine Mais- und Kartoffelchip-Produktion der Marke Frito-Lay im kalifornischen Modesto 15 Diesel-Lkw gegen batteriebetriebene Tesla Semi Trucks tauschen.

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Fazit

Jetzt wird es wohl tatsächlich 2022, bis die ersten Semi Trucks zu Kunden rollen – so jedenfalls verspricht es Elon Musk in seinem neuesten Tweet zu dem Thema. So richtig überraschend kommt die Verzögerung nicht. In der Branche geht es nicht um Visionen, sondern um Effizienz und Zuverlässigkeit. Jedes Kilogramm, das bei der Nutzlast fehlt, kostet richtig viel Geld. Das weiß man auch bei Tesla und setzt für die Riesenbatterie auf die neue Zellgeneration.

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