Audi RS4 Avant Manuel Hollenbach
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Audi RS4 Avant Competition Plus: Spaß für 11.875 Euro extra

Audi RS4 Avant mit Competition-Plus-Paket So viel Spaß machen 11.875 Euro Aufpreis

Die große Typ-Veränderung? Nein, auch mit dem Gewindefahrwerk des Competition-Pakets gehören RS5 und RS4 Avant zu den Cremigeren ihrer Zunft. Das Handling zieht dank der neuen Antriebsabstimmung aber andere Saiten auf.

Wir hatten vom Marktstart an das Gefühl, dass da noch reichlich Luft nach oben ist. Ergo: eine sportlichere Evolutionsstufe im Busch sein könnte, irgend so eine Plus- oder Performance-Version, die sich nun – man möchte "endlich" dazuschreiben – als zweistufiges Ausstattungspaket namens Competition entpuppt.

Die Gebinde kosten je nach Ausprägung 7.875 (Competition) oder 11.875 Euro (Competition Plus), ist für jede Karosserievariante erhältlich und im Grunde genau das, was dem Modelltrio bestehend aus Coupé, Sportback und Avant bislang gefehlt hat: eine Kratzbürstenbehandlung für ihren bis dato etwas weichen Kern.

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Das Beste daran: Die Maßnahmen treffen den richtigen Ton. Einerseits übertreibt man es nicht mit dem Motivationsschub. Sprich: Der Alltagsfokus wird beibehalten. Andererseits muss man die Competition-RS nicht erst über die Rennbahn scheuchen, um zu registrieren, wofür man die viele Kohle ausgegeben hat. Tatsächlich drückt die herbere Note direkt beim Anlassen durch, was kausal mit der Sportabgasanlage zusammenhängt, die in beiden Paketen enthalten ist. Obwohl weiterhin zwei Partikelfilter in den Atemwegen klemmen, holt sie in Kombination mit dem Wegfall der Stirnwanddämmung viel mehr Farbe aus dem Sechszylinder-Klang: rassiges Röhren beim Ausdrehen, Auspuffgeböller bei Lastwechseln, dazu eine Kavalierstart-Funktion mit Pauken, Trompeten und schönen Grüßen an die Nachbarschaft.

Fahrsicher, aber fahrspaßig

Doch nicht nur der Sound verändert die Wahrnehmung, auch der Motor selbst ist raus aus den Federn, hält mit zackigeren Ganganschlüssen den Kreislauf in Schwung, reagiert zudem giftiger. Ja, der Drehmomentgenerator vom Dienst avanciert zur Sechs-Bombe, wirkt angestachelt und damit auch anstachelnd: Kehre im Anflug? Eeeegal, ein Gasstößchen geht immer noch. Zumal auch an der Bremse gefeilt wurde: Eine optimierte ABS-Regelung soll in Kooperation mit den optionalen Pirelli-P-Zero-Corsa-Reifen zu zwei Meter kürzeren Bremswegen verhelfen – immer vorausgesetzt, man hat die Keramikanlage dazugebucht.

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Der größte Profiteur ist aber das Fahrverhalten. Im Falle des Plus-Pakets fußt es auf einem Gewindefahrwerk mit 10 bis 20 Millimetern Tieferlegung, in Zug- und Druckstufe einstellbaren Dämpfern sowie einer veränderten Abstimmungsbalance: Die Stabis wurden ringsum versteift, die hinteren aber mehr als die vorderen. Dadurch entsteht eine Tendenz zu einem lebendigeren Hinterteil, das über das neu applizierte Sportdifferenzial schließlich herausgekitzelt wird.

Offensivere Ausrichtung

An der Arbeitsweise des aktiven Hinterachsgetriebes ändert sich zwar original gar nichts, allerdings grätscht es früher, häufiger und nun auch in jenen Situationen ins Geschehen ein, in denen es sich bisher vornehm zurückgehalten hat. Auf der Landstraße ergibt die offensivere Ausrichtung einen subtilen, aber permanenten Swing um die Hochachse, auf der Rennstrecke mehr Möglichkeit zum Mitarbeiten. Inklusive: Lohn!

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Das Cockpit des neuen Audi RS4 Avant.

Nachlenken, Gaswegnehmen, Lastwechsel – jede Aktion hat inzwischen eine direktere, deutlich schärfere Reaktion zur Folge. Und im Gegensatz zu den Standardmodellen führt die auch am Limit nicht mehr zwangsweise ins Untersteuern. Klar, die Balance bleibt suboptimal, die Fahrsicherheit das Credo, da kann der aktuelle RS 4 nicht aus seiner Haut. Aber: Die Mischung der guten Manieren mit den Competition-Zusätzen, die macht’s. Hier die steifere Kinematik, dort ein gesundes Maß an Rollneigung sowie ein Antrieb, der über die knackigere Motor-/Getriebesteuerung nun viel mehr Druck auf die Masse ausüben kann – trotz gleichbleibender Leistung. Zwar geizt die Lenkung weiterhin mit Feedback, bekommt aber dank einer auf 13,1 : 1 fixierten Übersetzung mehr Zielwasser eingeimpft. Die Sportreifen steigern derweil das Tempo im Kurvenverlauf, wo sich der ach so stoische Allradler jetzt zu leichten Quertreibereien animieren lässt.

Kurzum: Das Handling wird griffiger, elastischer und damit zum Symbolcharakter einer aufgefrischten RS-Philosophie. Denn wie zuletzt schon der RS3 zeigen auch die Competition-Modelle, dass es schon geht mit der Sportlichkeit, sobald man sich mal ein bisschen herauswagt aus dem Alltagstrott. Und wenn wir den Augenaufschlag der Audianer richtig deuten, dann ist dieser zarte Paradigmenwechsel keine Eintagsfliege, sondern das Motto für – ich zitiere – "so einiges, was da in nächster Zeit noch kommt".

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Fazit

Die gefrästen Räder kosten ebenso Aufpreis wie die Corsa-Reifen, die übrigens auch im Nassen funktionieren. Der V6 bleibt bei 450 PS und 600 Nm, wirkt aber galliger. Da sich die Competition-Modelle aber auch fahrwerksseitig deutlich aktiver zeigen, sind sie eine willkommene Erweiterung der Modellvarianten.

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