Mercedes E 400 Cabrio im Fahrbericht

Offen für Luxus, Platz für vier

Mercedes E 400 Cabrio, Sylt, Frontansicht Foto: Hardy Mutschler 32 Bilder

Es dürfte nur wenig stilvollere Möglichkeiten geben, den Sommer zu begrüßen, als im Mercedes E 400 Cabrio auf Sylt. Mit kleinen technischen Verbesserungen sowie einer breiten Auswahl an Motoren und Assistenzsystemen ist der Viersitzer weiterhin top.

Natürlich sollte man mit Klischees vorsichtig sein. Aber es ist sicherlich nicht abwegig, ein Mercedes E-Klasse Cabriolet über Sylt cruisen zu lassen. Schließlich ist die nordfriesische Sehnsuchts-Insel ein Sammelbecken des Geldadels. Und der präsentiert sich gerne in feinen Cabriolets – durchaus auch dem Viersitzer von Mercedes.

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Fahrbericht Mercedes E 400 Cabrio Offen für Luxus
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Gerade hat ihn der schwäbische Hersteller grundlegend überarbeitet. Unbedingt erforderlich wäre die Renovierung freilich nicht gewesen – den letzten auto motor und sport-Vergleichstest gegen die Cabrio-Rivalen Audi A5 und BMW 3er hatte das Mercedes E-Klasse Cabrio schließlich gewonnen. Doch erstens war das Ergebnis knapp, und zweitens wurden die Viertürer gerade aufgefrischt. Zu deren Modellfamilie zählen auch Coupé und Cabriolet, wenngleich sie auf der kleineren Plattform der C-Klasse basieren.

Mercedes E-Klasse Cabrio dynamischer gezeichnet

Dem Vorwurf, das viersitzige Cabriolet sei Etikettenschwindel, begegnet Mercedes mit anderen Motoren: Kunden erhalten ab sofort viele neue Triebwerke aus der Mercedes E-Klasse – nur AMG- und 4matic-Versionen gibt es nach wie vor nicht. Dafür aber ein äußerst umfangreiches Arsenal an Assistenzsystemen, was in dieser Klasse einzigartig ist. Doch weil den Modellen mit dem Stern vorwiegend das Attribut gediegen anhaftet, Konkurrenten wie Audi und BMW allerdings äußerst erfolgreich auf der Dynamik-Welle surfen, musste die Mercedes E-Klasse zum Typberater und wurde sportlich eingekleidet. Auffälligste Änderung ist dabei die Front mit ihrer Abkehr von den eckigen Doppelscheinwerfern und den wuchtigen Luftöffnungen in der Schürze darunter.

Biturbo-V6 mit scheinbar endlosen Kraftreserven

Zum ersten Fahreindruck auf Sylt ist das Mercedes E 400 Cabrio angetreten; dessen völlig neuer Biturbo-V6 mit drei Liter Hubraum ist ein echtes Sahnestück. Gondelt man im Sonntags-Modus vor sich hin, so wie das bei Cabrios gerne gemacht wird, dann säuselt der Sechszylindermotor das typische Mercedes-Nuscheln. Markenanhänger werden den Klang sofort erkennen, und er passt herrlich ins Sylter Umfeld mit Dünengras. Man meint, es rauschen zu hören, doch es ist der V6.

Unter Last wechselt das Triebwerk im Mercedes E 400 Cabrio in ein zwar dezentes, aber dennoch zorniges Fauchen, das eher mit der Brandung bei stürmischer Nordsee vergleichbar ist – und es hebt den Magen der Passagiere ähnlich wie im Fahrgeschäft eines Vergnügungsparks. Dass der V6 dabei nicht angestrengt losbrüllt, sondern seine Stimme nur leicht erhebt, verleiht ihm den Nimbus scheinbar endloser Kraftreserven. Ohnehin gelingt in diesem Cabrio alles so bemerkenswert unbeschwert, wie ein Urlaub auf Deutschlands nördlichster Insel sein sollte. Schließlich lässt man sich diese Lebens-Leichtigkeit im Falle von Sylt und vom Mercedes E 400 Cabrio ja einiges kosten.

Windfrei unterwegs im Mercedes E-Klasse Cabrio

Das Dach des Mercedes E 400 Cabrio öffnet auf Knopfdruck bis Tempo 40, die Bedienung der Instrumente erfordert kein Gedächtnis-Training, das Automatikgetriebe entbindet von jeglicher Schaltarbeit, das adaptive Fahrwerk nimmt bereitwillig Stöße und Schläge jeder Art auf sich, und die Bedienkräfte sind niedrig. Auch beim Offenfahren mutet das Mercedes E-Klasse Cabrio den Passagieren keinerlei Härten zu: Lässt man die Seitenfenster hochsurren, zieht es nur noch leicht in den Innenraum. Wer dennoch fröstelt, schraubt die Temperatur der effektiven Klimaanlage hoch, schaltet die äußerst schnell ansprechende Sitzheizung ein, aktiviert den Nackenfön und den Luftableiter im Frontscheibenrahmen samt Mini-Windschott zwischen den Kopfstützen der Rücksitze – und genießt den Himmel über sich praktisch windfrei. Wer Sturm sucht, muss schon das Tempo drastisch erhöhen; es geht auch offen bis 250 km/h.

So ist das Mercedes E-Klasse Cabrio nach der Überarbeitung geblieben, was es schon vorher war: eine der feinsten Möglichkeiten, innerhalb der automobilen Mittelklasse zu viert luxusumwoben und stets unaufdringlich, aber perfekt umsorgt den Sommer zu genießen. Klischee hin, Schubladendenken her: Es kommt eben nicht von ungefähr, dass Mercedes die Fahrpräsentation nach Sylt verlegt hat – das Mercedes E-Klasse Cabriolet passt tatsächlich wunderbar hierher.

Mercedes E 400 Cabrio und das Audi S5 Cabrio im Vergleich

Das letzte Aufeinandertreffen fand Mitte 2012 statt. Damals entschied der Mercedes den Vergleichstest knapp für sich. Kritisiert wurde am Mercedes der träge ansprechende V6 des E 350. Diese Scharte wetzt der Biturbo-V6 nun aus. Interessanterweise gleichen sich die Leistungsdaten von E 400 und Audi S5 bis aufs PS, doch beim Drehmoment liegt der Mercedes deutlich in Führung. Die Themen Luxus und Komfort setzt die renovierte E-Klasse noch überzeugender um als der S5. Gleiches gilt für die Assistenzsysteme: Hier bleiben bei der E-Klasse keine Wünsche offen.

Fazit

Die offene E-Klasse bleibt sich als Gentleman unter den Cabrios treu. Sie bietet vier Personen Platz und hält ihnen die Zugluft vom Leib. Dank Biturbo-V6 schiebt der E 400 fulminant an und macht den viel kritisierten, weil trägen 350er-Saugmotor vergessen.

Technische Daten
Mercedes E 400 Cabrio
Grundpreis 60.869 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4703 x 1786 x 1398 mm
KofferraumvolumenVDA 300 bis 390 l
Hubraum / Motor 2996 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 245 kW / 333 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Verbrauch 7,6 l/100 km
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