Wenn man Porsche fragt, lautet die Antwort: "Kein Schlüssel hat am Brettchen der Entwicklungsabteilung häufiger gefehlt." Sagt zumindest GT-Chef Andreas Preuninger und spricht von einem nie dagewesenen Fahrspaß-Erlebnis ohne Dach. Große Worte – schauen wir dem neuen Porsche 911 GT3 S/C also mal unters Blech-Kleidchen. Stützen die Spezifika und Bauteile die Prognose des nicht ganz unvoreingenommenen Ingenieurs?
Leichtbau
Seit seinem Debüt in den 1960er Jahren hat der 911 ordentlich an Gewicht zugelegt. Werten von knapp über 1.000 Kilo sind wir längst enteilt. Aktuell liegt die magische Grenze für "leichte" Elfer-Modelle bei 1,5 Tonnen. Ein Wert, den der GT3 S/C mit 1.497 kg (vollgetankt) haarscharf tunnelt. Damit reiht er sich in die Riege von 911 S/T, GT3 RS und Carrera T ein.
Angesichts all der verbauten Technik müssen hier also sämtliche Tricks aus dem Porsche-Regal gezogen werden, die zur Verfügung stehen. Carbon-Keramik-Bremsanlage (-20 kg), Leichtbaubatterie (-4 kg), Magnesium-Räder (-9 kg), Kohlefaser-Karosserieteile (Fronthaube, Kotflügel, Türen) und sogar Leichtbau-Teppiche (?) verordnet Porsche dem Neuling als Diät. Viele der Elemente sind bereits vom limitierten 911 S/T bekannt – die gute Nachricht: der 911 GT3 S/C ist nicht limitiert.
Das ist Serie
Den 911 GT3 S/C legt Porsche grundsätzlich als Zweisitzer aus und es gibt ihn ausschließlich mit dem 6-Gang-GT-Schaltgetriebe. Auch die oben genannten Leichtbauelemente gehören zum Serienumfang. Käufer nehmen, sofern sie sich nicht für die Carbon-Schalensitze entscheiden, auf 4-Wege-Sportsitzen Platz. Von dort aus fällt der Blick auf einen schwarz belederten Innenraum und ein mit perforiertem Leder bezogenes Lenkrad. Links davon wird das Leichtbau-Cabrio mit einem Zünddrehschalter gestartet. Nicht mit einem Knopf. Der schwarze Windschutzscheibenrahmen und die schwarze Steinschlagschutzfolie erinnern an den 911 Speedster.
Das Infotainmentsystem erhält KI-Support für die Sprachbedienung und zeigt ein 3D-Modell des gekauften Fahrzeugs (in korrekter Wagenfarbe) zur Bedienung der meisten Fahrzeugfunktionen. Das Fahrerinformationsdisplay hinter dem Lenkrad zeigt mittig den Drehzahlmesser und verfügt zudem über die Ansicht "Track-Screen". Diese reduziert die angezeigten Informationen auf das Wesentliche (Reifen, Öl, Wasser, Kraftstoff) und dreht den Drehzahlmesser so weit nach links, dass die Abregeldrehzahl von 9.000 Umdrehungen sich mit der 12-Uhr-Markierung auf dem Lenkrad deckt.
Der Antrieb
Müssen wir noch viel zum Vierliter-Sauger aus dem Hause Porsche sagen? Naja, weil's so schön klingt, hier nochmal die Daten: Sechszylinder-Boxer mit 510 PS, Topspeed 313 km/h, Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden. Dazu kommen im GT3 S/C die scharfen Nockenwellen aus dem GT3 RS, strömungsoptimierte Einzeldrosselklappen, sowie verbesserte Ölkühler.
Trotz der beiden Partikelfilter und der vier verbauten Katalysatoren, verspricht Porsche eine emotionale Klagkulisse. Die ist natürlich wichtig – grade bei einem Cabrio. Die vorläufigen WLTP-Verbrauchswerte gibt Porsche mit 13,8 bis 13,7 Liter pro 100 Kilometer an.
Das kostet extra
Die Bugspoilerlippe und den Heckdiffusor gibt es quasi gratis vom aktuellen GT3 mit dazu. Auch das Gurney-Flap auf dem ausfahrbaren Heckspoiler (erstmals bei einem 911 Cabrio) ist Standard. Und plötzlich überkommt Sie die unruhige Angst, dass Sie vielleicht gar kein zusätzliches Options-Geld mehr für den S/C ausgeben können? Keine Panik – Porsche hat da noch was.
Es nennt sich "Street Style Paket" und stammt – wie sollte es anders sein – aus der Exklusive Manufaktur. Zum Paketumfang zählen: Dekorbeklebung außen in Pyrored, Räder in Schiefergrau Neo, Bremssättel in Victory Gold, Akzentstreifen im Felgenbett (Pyrored), abstrahiertes Porsche-Emblem auf den Radzierdeckeln, abgedunkelte Scheinwerfer und in Wagenfarbe lackierte Airblades.
Soweit das Exterieur. Innen gibt es Sitzmittelbahnen in geflochtenem Leder (vierfarbig), Bi-Color Leder in Schiefergrau und Indischrot, Race-Tex für den Scheibenrahmen innen, und den abgedunkelten Schalthebel aus offenporigem Schichtholz mit einem Schaltschema in Pyrored. Zusammen mit noch ein paar weiteren Kontrastnähten und Akzenten können Sie so rund 28.000 zusätzliche Euro in Ihren Porsche 911 GT3 S/C investieren.
Preis und Marktstart
Da stellt sich natürlich direkt die Frage, wie hoch das Investment überhaupt ausfällt. 269.000 Euro möchte Porsche für die offene GT3-Variante haben. Bestellbar ist das nicht limitierte Modell ab sofort.












