Charles Leclerc - Barcelona-Test 2022 - Ferrari Ferrari
Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - Test - Barcelona - 25. Februar 2022
Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - Test - Barcelona - 25. Februar 2022
Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - Test - Barcelona - 25. Februar 2022
Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - Test - Barcelona - 25. Februar 2022 129 Bilder

F1-Test Barcelona 2022: Bestzeiten-Analyse

F1-Testanalyse – Rundenzeitenvergleich Leclerc-Bestzeit in 18-Runden-Stint

Die Testfahrten von Barcelona sind mit Vorsicht zu genießen. Weil viele Teams Probleme mit dem Bouncing auf den Geraden hatten, und weil in Bahrain noch große Upgrades kommen. Wir analysieren, unter welchen Bedingungen die persönlichen Bestzeiten gefahren wurden.

Wer sich von den Testfahrten in Barcelona die ultimative Antwort auf das neue Kräfteverhältnis in der Formel 1 erwartet hat, wird enttäuscht sein. Die gab es nicht. Das Pumpen der Autos auf den Geraden hatte zu viel Einfluss auf die Rundenzeiten. Und viele Teams kamen offenbar nur mit einem Basismodell nach Spanien, das bis zum Saisonstart in Bahrain noch mächtig aufgerüstet wird. Vor allem bei Mercedes und Red Bull.

Es gab auch keine Rennsimulationen, die sonst immer ein guter Gradmesser sind, weil alle Fahrer mit einer annähernd gleichen Spritmenge loslegen. Stattdessen bestand die Hauptaufgabe beim Stapellauf der 2022er Autos darin, Daten zu sammeln, den Fahrern die Gelegenheit zu geben ihren Fahrstil anzupassen und den Ingenieuren eine Richtung vorzugeben, wie man die Autos am besten abstimmt. Die Setup-Arbeit bedingte viele Umbauten und Stints in angemessener Länge, um einen relevanten Vergleich zwischen den Konfigurationen zu ziehen.

Die Zeitenjagd hatte keine Priorität, auch wenn es einige Teams vor allem am letzten Tag probierten, um einen Anhaltspunkt zu bekommen und zu sehen wie sich die Reifen verhalten, wenn mal richtig Gas gegeben wird. Zumindest das zeigte sich: Ging der Fahrer schon in den ersten beiden Sektoren des Circuit de Catalunya ans Limit, neigen die Pirellis im dritten Sektor immer noch zum Überhitzen.

Um eine Tendenz zu erkennen, haben wir die schnellsten Runden aller Teams genau analysiert. Zu welcher Uhrzeit sie gefahren wurden. Mit welcher Reifenmischung. Wie lang der Stint drum herum ausfiel. Ob es eine Eintagsfliege war. Und wie der entsprechende Fahrer den Rest seines Tagespensums gestaltet hat.

Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - Test - Barcelona - 25. Februar 2022
Stefan Baldauf
Ferrari schickte seine Autos nie mit den rotmarkierten Reifen auf die Bahn.

Beeindruckender Leclerc-Longrun

Dabei kam unter dem Strich heraus, dass Ferrari am besten aufgestellt ist. Charles Leclerc und Carlos Sainz drehen ihre schnellen Runden mit mehr Leichtigkeit als die Konkurrenz. Zu jeder Tageszeit und vor allem nur auf den härteren Reifen. Ferrari rührte bei seinen schnellen Runden die C4- und C5-Mischungen gar nicht an.

Charles Leclerc drehte seine persönlich schnellste Runde am zweiten Tag in der vierten von insgesamt 18 Runden. Der Monegasse brach an diesem Tag 17 Mal die 1.22er Marke und spulte bei seinen längeren Ausfahrten mühelos 1.22er Runden am Stück ab.

McLaren kam Ferrari am nächsten. Auch der WM-Vierte von 2021 zeigte über die drei Tage eine beeindruckende Konstanz. Doch Lando Norris und Daniel Ricciardo brauchten für ihre schnellsten Runden schon den C4-Reifen.

Norris markierte seine Bestzeit am ersten Tag. Es war die zweite Runde eines Siebenrunden-Stints. Und es war der zweite Anlauf. Kurz davor war er schon mal sieben Runden am Stück mit einem Bestwert von 1.19,951 Minuten gefahren. Die 1.22er Mauer brach der Engländer an diesem Tag insgesamt 14 Mal.

Lewis Hamilton - Formel 1 - Test - Barcelona - 25. Februar 2022
xpb
Lewis Hamilton fuhr am Schlusstag mit den C5-Gummis die schnellste Runde.

Mercedes erst mit C5-Reifen schnell

Red Bull und Mercedes müssen noch zulegen. Mercedes mehr als Red Bull. Lewis Hamilton und George Russell mussten schon den C5-Reifen auspacken, um am letzten Testtag auf die Plätze eins und zwei zu fahren. Max Verstappen war mit der C3-Mischung sechs Zehntel langsamer als Hamiltons Bestzeit, Sergio Perez mit dem C4-Gummi um 0,418 Sekunden.

Beide Teams verloren am zweiten Testtag viel Zeit. Mercedes wegen Sensorproblemen, Red Bull weil eine Benzinpumpe und der Antrieb der MGU-K streikte. Erst am letzten Tag kamen die WM-Gegner des Vorjahres aus den Schuhen. Doch es wirkte gequälter als bei Ferrari und McLaren. Max Verstappen bog bei seinen schnellsten Zeit nach fünf Runden wieder an die Boxen ab. George Russell schon nach drei. Die Fahrer klagten über Untersteuern.

Bei den Longruns bewegte sich der Weltmeister im Red Bull im 1.22er Fenster. Allerdings nicht so souverän wie die Ferrari-Piloten. Bei Mercedes tendierte das eher in Richtung von Rundenzeiten jenseits der 1.23 Minuten. Bei beiden Teams stand der Fokus auf dem Lernen.

Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - Test - Barcelona - 25. Februar 2022
xpb
Alpine kämpfte in Barcelona mit der Technik. Der DRS-Mechanismus funktionierte nie. Am letzten Tag sorgte ein Hydraulikleck für ein vorzeitiges Ende.

Alpine muss noch zulegen

Im Verfolgerfeld hinterließ Alpha Tauri den besten Eindruck. Pierre Gasly legte am zweiten Tag kurz hintereinander drei Stints von jeweils sieben Runden hin. Drei davon immer unter 1.21 Minuten. Der Franzose rollte auf C4-Reifen. Auch Williams war erstaunlich konstant unterwegs. Am letzten Tag wurde abgetankt. Alexander Albon und Nicholas Latifi landeten mit 1.20,318 respektive 1.20,699 Minuten im guten Mittelfeld. Und das immerhin auf C4-Reifen.

Bei Aston Martin und Alpine ist der Knoten noch nicht aufgegangen. Sebastian Vettels Versuche, die Rundenzeiten unter 1.20 Minuten zu drücken, verlangten Pirellis C5-Reifen. Er schaffte es zwei Mal, war dabei immer nur drei Runden auf der Bahn. Fuhr er sieben Runden am Stück, kletterte die Rundenzeit um 0,8 Sekunden. Die Ingenieure gaben zu, dass sie das Bouncing-Problem nur dadurch lösen konnten, hinten hoch und hart zu fahren. Das kostet Rundenzeit.

Fernando Alonso erzielte seine Bestzeit zwar in einem Elf-Runden-Stint, doch Alpine wirkte nicht souverän. Das Auto zu brav, die längeren Stints zu langsam. Dazu gesellten sich Probleme mit dem DRS-Mechanismus. Wer den Heckflügel nicht öffnen konnte, verlor sieben Zehntel auf die Runde. Ein Hydraulikfeuer beendete die Vorstellung vorzeitig. Alpine gingen die Ersatzteile aus.

Nikita Mazepin - Haas - Formel 1 - Test - Barcelona - 25. Februar 2022
Stefan Baldauf
Haas hatte mit technischen Problemen zu kämpfen. Es gibt aber Zeichen der Hoffnung.

Licht am Ende des Tunnels bei Haas

Alfa Romeo und Haas wären gerne mehr gefahren. Beide sind schwer einzuschätzen. Valtteri Bottas lag zwar mit 1.22,288 Minuten fast am Ende der Tabelle, doch der Finne legte auch nur 54 Runden an drei Tagen zurück. Seine schnellste Runde am zweiten Tag war der sechste Umlauf in einem Zehnrunden-Turn. Aus Sicht des früheren Mercedes-Fahrers fast schon eine Renndistanz. Neuling Guanyu Zhou hatte Sichtkontakt zu den Williams.

Die Haas-Piloten hatten nur am zweiten Tag ein einigermaßen normales Programm. Und da gaben die Rundenzeiten Anlass zur Hoffnung, dass der US-Rennstall den Anschluss an das Feld geschafft hat.

Die 1.21,512 Minuten-Runde von Nikita Mazepin auf C3-Reifen im Rahmen eines Fünfrunden-Stints sind für die Qualitäten des Russen ein Kompliment an das Auto. Vor allem, wenn man weiß, dass Mick Schumacher normalerweise mindestens eine halbe Sekunde schneller ist.

Der Deutsche mit Wohnsitz Schweiz war diesmal zwar vier Zehntel langsamer als der Teamkollege, doch er hatte auch genug Benzin an Bord. Schumacher absolvierte bei seiner Bestzeit zwölf Runden am Stück.

Teamchef Guenther Steiner sieht Licht am Ende des Tunnels: "Dafür, dass wir wegen der vielen Probleme kaum Abstimmungsarbeit betreiben konnte, waren die Rundenzeiten unserer Jungs vielversprechend."

F1-Test Barcelona 2022: Bestzeiten-Vergleich

Fahrer Bestzeit Tag (Uhrzeit) Reifentyp Runde im Stint
Norris 1.19,689 min 1 (17.56 Uhr) C4 2 von 7
Tsunoda 1.21,638 min 1 (12.15 Uhr) C3 4 von 11
Ricciardo 1.20,288 min 2 (17.18 Uhr) C4 2 von 5
Mazepin 1.21,512 min 2 (18.00Uhr) C3 3 von 5
Gasly 1.19,918 min 2 (17.25 Uhr) C4 2 von 7
Leclerc 1.19,689 min 2 (17.33 Uhr) C3 4 von 18
Stroll 1.21,920 min 2 (11.55 Uhr) C3 2 von 4
Ocon 1.22,164 min 2 (17.31 Uhr) C3 2 von 7
Schumacher 1.21,949 min 2 (11.43 Uhr) C3 2 von 12
Bottas 1.22,288 min 2 (12,56 Uhr) C3 6 von 10
Verstappen 1.19,756 min 3 (11.31 Uhr) C3 2 von 5
Vettel 1.19,824 min 3 (12.37 Uhr) C5 2 von 3
Latifi 1.20,699 min 3 (10.57 Uhr) C4 4 von 5
Alonso 1.21,242 min 3 (9.33 Uhr) C3 2 von 11
Russell 1.19,233 min 3 (12.25 Uhr) C5 2 von 3
Fahrer Bestzeit Tag (Uhrzeit) Reifentyp Runde im Stint
Norris 1.19,689 min 1 (17.56 Uhr) C4 2 von 7
Tsunoda 1.21,638 min 1 (12.15 Uhr) C3 4 von 11
Ricciardo 1.20,288 min 2 (17.18 Uhr) C4 2 von 5
Mazepin 1.21,512 min 2 (18.00Uhr) C3 3 von 5
Gasly 1.19,918 min 2 (17.25 Uhr) C4 2 von 7
Leclerc 1.19,689 min 2 (17.33 Uhr) C3 4 von 18
Stroll 1.21,920 min 2 (11.55 Uhr) C3 2 von 4
Ocon 1.22,164 min 2 (17.31 Uhr) C3 2 von 7
Schumacher 1.21,949 min 2 (11.43 Uhr) C3 2 von 12
Bottas 1.22,288 min 2 (12,56 Uhr) C3 6 von 10
Verstappen 1.19,756 min 3 (11.31 Uhr) C3 2 von 5
Vettel 1.19,824 min 3 (12.37 Uhr) C5 2 von 3
Latifi 1.20,699 min 3 (10.57 Uhr) C4 4 von 5
Alonso 1.21,242 min 3 (9.33 Uhr) C3 2 von 11
Russell 1.19,233 min 3 (12.25 Uhr) C5 2 von 3
Formel 1 Aktuell Mercedes - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 2022 Power Ranking GP Spanien 2022 Besuch von Mercedes

Das Upgrade-Festival hat nicht viel an der Reihenfolge im Feld geändert.

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