Formel 1: Russell profitiert vom zu späten Regen-Schauer in Zandvoort

Russell gewinnt ereignisarmen Sprint
Regen kommt zu spät

GP Niederlande 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.08.2026
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George Russell - Mercedes - GP Niederlande 2026 - Zandvoort - Formel 1
Foto: xpb

Die Formel 1 hatte für das vorerst letzte Grand-Prix-Wochenende in Zandvoort den Veranstaltern einen Sprint zugesprochen. Der sollte für die zahlreichen Fans an der Nordsee nochmal etwas mehr Action bieten. Der Plan ging jedoch nicht auf.

George Russell gewann vom besten Startplatz einen ereignislosen Sprint am Samstagmittag (22.8.) und feierte bereits den dritten Erfolg im Kurzformat in dieser Saison. Schon in China und Kanada siegte der Brite. Im WM-Kampf hilft das dem 28-Jährigen – und er tankte Selbstvertrauen: "Natürlich tut das gut. Es ist jetzt schon größer als vor 24 Stunden."

Etwas Glück hatte Russell, dass der Regen erst in der letzten der 24 Runden einsetzte. "Es ist gut ausgegangen. Eine Runde mehr und dann wäre es ganz anders gelaufen mit dem Regen." Hinter dem Sprint-König landete Charles Leclerc. Der Ferrari-Pilot sorgte für das einzige echte Highlight. In Runde 18 konnte er vor Kurve 1 den McLaren von Lando Norris überholen.

Das war insofern überraschend, weil Leclerc neben Oliver Bearman (Haas) als einer der wenigen Fahrer auf die Soft-Reifen gesetzt hatte. Die Pace am SF-26 brach aber nicht ein. "Wenn du etwas ganz anders machst als die anderen, kann es komplett falsch oder richtig sein. Am Ende hat es aber gut geklappt mit dem Soft. Ich habe gemerkt, dass Lando nicht genug Energie hatte. Eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass ich auf dem Reifen noch jemand überholen kann."

Charles Leclerc - Ferrari - GP Niederlande 2026 - Zandvoort - Formel 1
xpb

Ferrari zeigt gute Pace

Kurz nach der Zieldurchfahrt musste Mercedes-Teamchef Toto Wolff durchatmen. "Überraschende Reifenwahl von Leclerc, wir glauben nicht, dass wir das hätten machen können." Das unterstreicht die Theorie, dass der Ferrari auf die Distanz in Zandvoort die beste Pace hat. Bereits am Freitag (21.8.) hatten McLaren und Mercedes vor den Roten gewarnt.

Die Startplätze drei und sieben von Leclerc sowie Teamkollege Lewis Hamilton vereitelten ein besseres Ergebnis. Letzterer hing den kompletten Sprint hinter Oscar Piastri im zweiten McLaren und Max Verstappen (Red Bull) fest.

Lando Norris rettete den dritten Platz vor Kimi Antonelli ins Ziel. Der hatte in Kurve 1 Piastri geschnappt und folgte den Top 3 wie ein Schatten. In der letzten Runde hätte er Norris angreifen können, aber verzichtete auf die Attacke. Der WM-Leader war jedoch klar schneller als der Champion, der niedergeschlagen wirkte. "Es ist kein schlechtes Resultat. Aber es wäre schön, wenn wir schneller gewesen wären. Es lag auch nicht am Reifen-Management, sondern einfach daran, dass wir hier einen Pace-Nachteil haben. Unser Auto funktioniert in den schnellen Kurven nicht so gut wie in den langsamen."

Hülkenbergs Audi streikt

Den letzten Punkt holte Pierre Gasly im Alpine. In nur 24 Runden verlor der Franzose satte 30 Sekunden auf Hamilton. Die Sprints sind in dieser Form ein Nachteil für die kleineren Teams. Ohne Probleme sind sie nicht in der Lage, Punkte zu holen. Das war in Zandvoort nur möglich, weil Liam Lawson als Ersatzmann von Isack Hadjar den Red Bull erst kennenlernen musste und im Sprint-Qualifying außerhalb der ersten acht gelandet war.

Nico Hülkenberg musste sein Auto nach zwei Umläufen zunächst abstellen. Wie Audi mitteilte, gab es ein Problem mit der Leistung seiner Power Unit. Auf der Start- und Zielgeraden flogen die Gegner mit Tempoüberschuss ohne Mühe am Routinier vorbei. Die Zuverlässigkeit bleibt auch nach der Sommerpause die Achillesferse beim Werksteam.

Die Mechaniker konnten den Audi für einige Runden des Datensammelns fitmachen. Ihnen bleiben nun knapp drei Stunden, um den R26 völlig zu heilen. Um 16 Uhr steigt die Qualifikation auf dem Dünenkurs. Und das verspricht spannender zu werden als der Sprint zuvor.

Fazit