Sebastian Vettel - GP Belgien 2018 Wilhelm
Max Verstappen - Formel 1 - GP Belgien 2018
Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Belgien 2018
Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Belgien 2018
Mercedes - Formel 1 - GP Belgien 2018 61 Bilder

Vorschau GP Belgien

Kriegt Ferrari noch die Kurve?

Mit dem Klassiker in Spa-Francorchamps beginnt der Saison-Endspurt. Können Ferrari oder Red Bull die Dauersieger von Mercedes noch einmal ärgern? In der Vorschau haben wir die letzten Infos zum Traditionsrennen in den Ardennen.

Es geht wieder los! Die Formel-1-freie Zeit ist endlich vorbei. Nach vier Wochen Sommerferien werden in Spa-Francorchamps wieder die Motoren gestartet. Die Königsklasse könnte sich kaum mit einem besseren Rennen aus der Pause zurückmelden. Auf der 7,004 Kilometer langen Berg-und-Tal-Bahn ist Action garantiert.

Max Verstappen und Lewis Hamilton lieferten sich zuletzt einen unterhaltsamen Schlagabtausch. In den letzten fünf Rennen wechselten sich die beiden jeweils mit Siegen ab. Würde die Serie weitergehen, wäre jetzt wieder ein Verstappen-Sieg dran. Die zehntausenden holländischen Schlachtenbummler, die jedes Jahr über die Grenze pilgern, hätten sicher nichts dagegen.

Auch Ferrari-Fans finden sich natürlich immer viele im Publikum. Die Tifosi hatten zuletzt allerdings wenig zu feiern. Die kurvige Strecke in Budapest schmeckte dem roten Auto überhaupt nicht. Mit Spa und Monza stehen nun zwei Power-Strecken auf dem Programm. Wenn es doch noch mit dem ersten Ferrari-Sieg klappen soll, dann wäre hier die beste Gelegenheit dazu.

Auf verrückte Wetterkapriolen, die in Spa ja eigentlich dazu gehören, darf dieses Mal niemand hoffen. Nach den aktuellen Prognosen soll es das ganze Wochenende trocken bleiben. Nur die Temperaturen könnten schwanken. Aktuell gehen die Wetterfrösche von 27°C im Qualifying und nur 18°C im Rennen aus. Aber mit Wettervorhersagen sollte man in Spa immer vorsichtig sein.

Die Strecke: Circuit de Spa-Francorchamps

Der Ardennen-Klassiker in Spa-Francorchamps wird auf der längsten Strecke im Kalender (7,004 Kilometer) ausgetragen. Der Traditionskurs, auf dem 1925 zum ersten Mal Rennwagen ihre Runden gedreht haben, ist mit Höhepunkten nur so gespickt. Eau Rouge, La Source, Rivage oder Blanchimont klingen sowohl Formel 1-Fans als auch Fahrern wie Musik in den Ohren.

„Eine Runde in Spa ist wie 20 Runden auf einem anderen Kurs, was den Spaß und die Adrenalinausschüttung angeht“, beschrieb Fernando Alonso einmal das Erlebnis. Die spektakuläre Eau Rouge-Kurve, bei der eine 300 km/h-Links-Rechts-Kombination mit einer Senke und einem anschließenden Bergaufstück kombiniert ist, gilt als die aufregendste Passage im ganzen Formel-1-Kalender.

Der technische Fortschritt der Autos und breite Auslaufzonen haben der ehemaligen Mutkurve allerdings den Schrecken genommen. Trotz Querbeschleunigungen von 4g müssen die Piloten in Eau Rouge längst nicht mehr lupfen. Die neue Mutprobe hieß nun „Pouhon“. Der abschüssige Linksbogen mit zwei Scheitelpunkten wird mit mehr als 270 km/h genommen. Für zusätzliche Würze sorgt das bekannt launische Ardennen-Wetter. Im Regen müssen die Piloten ihr ganzes Talent unter Beweis stellen.

Pirelli Vorschau-Grafik GP Belgien 2019
Pirelli
Pirelli hat die drei härtesten Mischungen für die Highspeed-Schlacht in Belgien im Gepäck.

Fast Facts:

  • Streckenlänge: 7,004 Kilometer
  • Rundenzahl: 44
  • Gesamtdistanz: 308,052 Kilometer
  • Rundenrekord: 1:46.286 min (Bottas, 2018)
  • Pirelli-Reifen: C1, C2, C3
  • Reifenverschleiß: hoch
  • Spritverbrauch: hoch (72% Vollgasanteil)
  • Bremsbelastung: niedrig
  • Boxenstopp-Zeit: 21 Sekunden
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 80 Prozent

Setup

Top-Speed steht bei den Ingenieuren in Spa ganz oben auf dem Zettel. Nach der Haarnadel La Source geht es 25 Sekunden lang mit Vollgas den Berg hinauf bis zur Les Combes-Schikane. Hier will niemand unnötig steile Heckflügel fahren, die den Luftwiderstand erhöhen. Der Abtriebslevel liegt ungefähr auf dem Niveau von Kanada und Aserbaidschan. Nur in Monza wird mit noch weniger Abtrieb gefahren.

Das Fahrwerk muss an die hohen Kurvengeschwindigkeiten angepasst werden. In der Regel bedeutet das eine härtere und tiefere Abstimmung, um Stabilität ins Auto zu bekommen. Zu weit runter darf man mit der Fahrzeughöhe aber auch nicht gehen, sonst setzt der Unterboden in Eau Rouge auf. Der Frontflügel wird im Vergleich zu anderen Strecken etwas steiler gestellt, um Untersteuern in den schnellen Kurven zu verhindern.

Anspruchsvoll ist der Highspeed-Kurs vor allem für die Motoren, weshalb die Teams hier oft neue Triebwerke zum Einsatz bringen. Bremsen und Kühlung sind dafür nicht so stark gefordert. In Sachen Reifen geht Pirelli mit den drei härtesten Mischungen C1, C2 und C3 auf Nummer sicher. Wegen der hohen Kurvengeschwindigkeiten wird es für die Piloten nicht einfach, mit einem Stopp über die Distanz zu kommen.

Technik-Updates:

Für Technik-Freunde ist Spa immer eines der Highlights des Jahres. Wir erwarten, dass viele Autos wieder mit neuen Teilen bestückt sind. Racing Point wollte ja schon vor den Ferien den zweiten Teil seiner B-Version zeigen. Doch die Teile, darunter auch eine neue Nase, wurden nicht rechtzeitig fertig. Bei Haas wird man das Experiment mit den zwei unterschiedlichen Autos beenden. Das Hockenheim-Upgrade-Paket wurde noch einmal überarbeitet und wird in Spa an beide Autos geschraubt.

Auch in Sachen Motoren legen die Teams in Spa normalerweise noch einmal nach. Auf der Highspeed-Strecke muss jedes verfügbare PS mobilisiert werden. Noch ist aber nicht bekannt, welcher Hersteller eine neue Ausbaustufe zünden wird. Personell gibt es ebenfalls Neuigkeiten: Bei Red Bull wurde Pierre Gasly durch Alexander Albon ausgetauscht. Wir sind gespannt, ob sich der Thailänder im Duell mit Verstappen besser schlägt. Gasly muss sich ab sofort bei Toro Rosso mit Daniil Kvyat rumschlagen.

Fernando Alonso - Formel 1 - GP Belgien 2018
sutton-images.com
2018 krachte es in Spa-Francorchamps schon nach wenigen Metern heftig.

Favoriten:

Die Favoriten-Frage für Belgien gestaltet sich schwierig. Nach zehn Siegen in den ersten zwölf Rennen ist Mercedes natürlich erster Kandidat für den größten Pokal. Aber Red Bull hat zuletzt mächtig aufgeholt. Und Ferrari sollte auf einer Power-Strecke wie Spa vom Papier her auch wieder konkurrenzfähig sein. Wir hoffen auf einen spannenden Dreikampf, würden unser Geld aus Erfahrung aber auf eines der silbernen Autos setzen.

Auch im Mittelfeld geht es spannend zur Sache. McLaren hat seine Stärke auf schnellen Strecken diese Saison schon mehrfach bewiesen. Auch Alfa Romeo sehen wir als aussichtsreichen Punktekandidat. Fragezeichen schweben über Haas. Hat man den Reifenverschleiß im Rennen im Griff? Auch bei Racing Point sucht man nach Antworten: Hält das Aero-Paket, was die Simulation verspricht?

Nicht ganz so stark erwarten wir dagegen Toro Rosso. Das PS-Defizit des Honda-Motors macht sich in Spa besonders bemerkbar. Gut möglich, dass das kleine Red-Bull-Team in den Ardennen auf die neueste Antriebseinheit wechselt und dafür Startplatzstrafen in Kauf nimmt. Spannend wird es am Ende des Feldes: Kann Williams nach dem Aufwärtstrend in den letzten Rennen die rote Laterne endgültig abgeben?

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Belgien 2018:

Vor zwölf Monaten konnte Sebastian Vettel in Spa-Francorchamps seinen letzten Sieg in der Königsklasse feiern. Die Entscheidung im Duell mit Lewis Hamilton fiel schon auf den ersten Metern. Mit überlegener Ferrari-Power schob sich Vettel aus dem Windschatten auf der langen Kemmel-Gerade relativ einfach vorbei am Silberpfeil. Und auch danach kontrollierte Vettel souverän den Abstand nach hinten. Am Ende trennten 11 Sekunden die schnellsten Piloten des Tages.

Hinter dem Führungsduo hatte es in der ersten Kurve eine Massenkollision gegeben. Nico Hülkenberg verpasste seinen Bremspunkt und rutschte mit stehenden Reifen Fernando Alonso ins Heck. Der angeschobene McLaren stieg am Heck des Saubers von Charles Leclerc in die Höhe und flog einen Meter durch die Luft. Dabei touchierte er nicht nur Leclercs Halo-Bügel sondern auch den Red-Bull-Heckflügel von Daniel Ricciardo. Der Australier wurde durch den Kontakt in den Ferrari von Kimi Räikkönen geschoben.

Im Kampf um den dritten Podiumsplatz machte Max Verstappen früh im Rennen kurzen Prozess mit den beiden Force India. Nach sehenswerten Überholmanövern gegen Esteban Ocon und Sergio Perez flippten die in Orange gekleideten Fans auf den Tribünen völlig aus. Gegen Hamilton und Vettel an der Spitze konnte Verstappen aber nichts ausrichten. Der Rückstand betrug am Ende massive 20,3 Sekunden.

In der Galerie haben wir noch einmal die spektakulären Bilder des GP Belgien 2018

Zeitplan GP Belgien 2019

Sitzung Start (MEZ)
Freies Training 1 1. Training – Fr. 30. August – 11.00 Uhr
Freies Training 2 2. Training – Fr. 30. August – 15.00 Uhr
Freies Training 3 3. Training – Sa. 31. August – 12.00 Uhr
Qualifying Qualifying – Sa. 31. August – 15.00 Uhr
Rennen Rennen – So. 1. September – 15.10 Uhr
Motorsport Aktuell Gasly & Verstappen - Formel 1 - 2018 Red Bull befördert Pierre Gasly Toro-Rosso-Pilot ersetzt Ricciardo

Red Bull hat wie erwartet Pierre Gasly zum neuen Teamkollegen von Max...

Mehr zum Thema GP Belgien (Formel 1)
Formel 1 - GP Belgien 2019 - Spa-Francorchamps
Aktuell
Lando Norris - McLaren - GP Belgien 2019 - Spa-Francorchamps
Aktuell
Start - GP Belgien 2019 - Spa-Francorchamps
Aktuell