Max Verstappen - GP Belgien 2020 Wilhelm
Antonio Giovinazzi - GP Belgien 2020
Antonio Giovinazzi - GP Belgien 2020
George Russell - GP Belgien 2020
Leclerc & Vettel - Ferrari - GP Belgien 2020 39 Bilder

Vorschau GP Belgien: Konter von Red Bull?

Vorschau GP Belgien Schafft Red Bull den Konter?

Mit dem Formel-1-Klassiker in Spa-Francorchamps beginnt die zweite Saisonhälfte. Kann Max Verstappen das Ruder im Titelkampf noch einmal herumreißen? In der Vorschau haben wir die letzten Infos zum traditionsreichen Rennen auf der Ardennen-Achterbahn.

Die Sommerpause neigt sich dem Ende zu. Mit dem belgischen Grand Prix in Spa-Francorchamps wird die heiße Phase der Saison eingeleitet. Der Klassiker in den Ardennen bildet den Auftakt zum zweiten Dreierpack der Saison, der mit den Rennen in Zandvoort und Monza Anfang September komplettiert wird.

Nach den Pleiten von Silverstone und Budapest muss Max Verstappen bei seinem Heimspiel schnell wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Lewis Hamilton kommt mit einem Vorsprung von acht WM-Punkten aus den Sommerferien. Die Red-Bull-Verantwortlichen haben allerdings angekündigt, dass der RB16B noch einmal mit Aero-Upgrades aufgerüstet wird. Bei Mercedes kommt angeblich nicht mehr viel Neues.

Auch der Kampf im Verfolgerfeld verspricht Spannung. Ferrari und McLaren starten nach den ersten 11 Rennen punkgleich in die zweite Saisonhälfte. Für zusätzliche Würze könnten wieder einmal die klimatischen Bedingungen sorgen. Die Meteorologen sagen ein kühles und feuchtes Wochenende voraus. Wann es genau regnen wird, ist noch nicht klar. Klar ist nur, dass die Temperaturen deutlich unter der 20°C-Marke bleiben werden.

Die Strecke: Circuit de Spa-Francorchamps

Der Ardennen-Klassiker in Spa-Francorchamps wird auf der längsten Strecke im Kalender (7,004 Kilometer) ausgetragen. Der Traditionskurs, auf dem 1925 zum ersten Mal Rennwagen ihre Runden gedreht haben, ist mit Höhepunkten nur so gespickt. Eau Rouge, La Source, Rivage oder Blanchimont klingen sowohl Formel-1-Fans als auch Fahrern wie Musik in den Ohren.

"Eine Runde in Spa ist wie 20 Runden auf einem anderen Kurs, was den Spaß und die Adrenalinausschüttung angeht", beschrieb Fernando Alonso einmal das Erlebnis. Die spektakuläre Eau Rouge-Kurve, bei der eine 300 km/h-Links-Rechts-Kombination mit einer Senke und einem anschließenden Bergaufstück kombiniert ist, gilt als die aufregendste Passage im ganzen Formel-1-Kalender.

Der technische Fortschritt der Autos und breite Auslaufzonen haben der ehemaligen Mutkurve allerdings etwas den Schrecken genommen. Trotz Querbeschleunigungen von 4g müssen die Piloten in Eau Rouge längst nicht mehr lupfen. Die neue Mutprobe hieß nun "Pouhon". Der abschüssige Linksbogen mit zwei Scheitelpunkten wird mit mehr als 270 km/h genommen. Für zusätzliche Würze sorgt das bekannt launische Ardennen-Wetter. Im Regen müssen die Piloten ihr ganzes Talent unter Beweis stellen.

Fast Facts:

  • Streckenlänge: 7,004 Kilometer
  • Rundenzahl: 44
  • Gesamtdistanz: 308,052 Kilometer
  • Rundenrekord Rennen: 1:46.286 min (Bottas, 2018)
  • Pirelli-Reifen: C2, C3, C4
  • Reifenverschleiß: hoch
  • Spritverbrauch: hoch (72% Vollgasanteil)
  • Bremsbelastung: niedrig
  • Boxenstopp-Zeit: 17,4 Sekunden
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 80 Prozent
Pirelli Infografik - GP Belgien 2021
Pirelli
Pirelli bringt wie im Vorjahr die Mischungen C2, C3 und C4 zum GP Belgien.

Setup

Top-Speed steht bei den Ingenieuren in Spa ganz oben auf dem Zettel. Nach der Haarnadel La Source geht es 25 Sekunden lang mit Vollgas den Berg hinauf bis zur Les Combes-Schikane. Hier will niemand unnötig steile Heckflügel fahren, die den Luftwiderstand erhöhen. Der Abtriebslevel liegt ungefähr auf dem Niveau von Kanada und Aserbaidschan. Nur in Monza wird mit noch weniger Abtrieb gefahren.

Das Fahrwerk muss an die hohen Kurvengeschwindigkeiten angepasst werden. In der Regel bedeutet das eine härtere und tiefere Abstimmung, um Stabilität ins Auto zu bekommen. Zu weit runter darf man mit der Fahrzeughöhe aber auch nicht gehen, sonst setzt der Unterboden in Eau Rouge auf. Der Frontflügel wird im Vergleich zu anderen Strecken etwas steiler gestellt, um Untersteuern in den schnellen Kurven zu verhindern.

Anspruchsvoll ist der Highspeed-Kurs vor allem für die Motoren, weshalb die Teams hier oft neue Triebwerke einsetzen. Bremsen und Kühlung sind dafür nicht so stark gefordert. In Sachen Reifen bringt Pirelli wie schon im Vorjahr die mittelharten C2-, C3- und C4-Gummis. Die niedrigen Temperaturen könnten vor allem auf den weichen Mischungen zu Graining-Problemen führen. Wir erwarten aber wie schon 2020 nur einen einzigen Stopp im Rennen.

Technik-Updates:

Für Technik-Freunde ist Spa normalerweise immer eines der Highlights des Jahres. Nach der Sommerpause hatten die Ingenieure früher regelmäßig größere Ausbaustufen gezündet. Doch dieses Jahr ist alles ganz anders. Wegen der großen Regelreform in der kommenden Saison ist die Entwicklung an den aktuellen Modellen fast komplett abgeschlossen. Mehr als Kleinigkeiten sind an der Aerodynamik-Front nicht zu erwarten. Nur Red Bull hat angekündigt, noch ein paar Neuteile für den RB16B zu konstruieren, um Mercedes im Titelkampf niederzuringen. Was genau geplant ist, wollte das Verstappen-Team aber nicht verraten.

Unklar ist auch, wie es mit den Motoren weitergeht. Normalerweise bauen die Rennställe für die beiden Highspeed-Strecken in Spa und Monza immer ihre letzten frischen Triebwerke der Saison ein. Red Bull hatte bei Verstappen aber schon in Budapest die dritte Antriebseinheit im Einsatz, weil Aggregat Nummer zwei beim Silverstone-Crash beschädigt wurde. Noch gibt es keine offizielle Bestätigung, ob der angeschlagene Motor komplett aus dem Rennen ist oder noch einmal eingesetzt werden kann.

Auch bei Ferrari ist die Frage noch offen, wann die letzte Power Unit ihre Premiere gibt. Im Gegensatz zur Konkurrenz kann die Scuderia noch etwas Leistung nachlegen, weil man vor der Saison noch nicht alle Upgrade-Möglichkeiten ausgeschöpft hatte. Glaubt man Meldungen aus Italien soll das Upgrade aber erst beim Heimspiel in Monza ausgepackt werden.

Antonio Giovinazzi - GP Belgien 2020
Motorsport Images
Die Ardennen-Achterbahn ist immer wieder für Action gut. 2020 hieß eines der Opfer Antonio Giovinazzi.

Favoriten:

Das Pendel ist diese Saison schon mehrmals von Mercedes zu Red Bull und zurück geschwungen. Kurz vor der Sommerpause eroberte Lewis Hamilton die WM-Führung zurück. In Budapest war der Silberpfeil klar das schnellste Auto. Das kann sich aber in Spa-Francorchamps schon wieder ändern. Die Strecke ist von der Charakteristik ganz anders. In den Ardennen zählt nicht Abtrieb, sondern aerodynamische Effizienz und Motor-Power.

Die Auswertung der GPS-Messungen zeigte zuletzt ein verwirrendes Bild. In Frankreich und den beiden Österreich-Rennen konnte Honda mehr Leistung mobilisieren. In Silverstone und Budapest lag Mercedes in der Power-Skala wieder vorne, was sich die Ingenieure beim Weltmeister-Team selbst nicht erklären konnten. Klar ist, dass es an der Spitze wieder eine knappe Angelegenheit wird. Das Layout, die kühlen Temperaturen und das Power-Potenzial bringen Red Bull leicht in die Favoritenstellung.

Die spezielle Charakteristik von Spa hat auch Auswirkungen auf das Kräfteverhältnis im Verfolgerfeld. Hier erwarten wir McLaren einen Tick schneller als Ferrari. Lange Geraden und Highspeed-Kurven schmecken dem MCL35M besonders gut. Gegen Ferrari sprechen neben der mangelnden Motor-Power auch die niedrigen Temperaturen. Da drohen wieder Probleme mit dem Reifenverschleiß – wie schon in Paul Ricard.

Ein weiterer sicherer Punktekandidat ist Pierre Gasly. Sein Alpha Tauri dürfte dank des starken Honda-Triebwerks besonders auftrumpfen. Alpine erwarten wir nach dem Sensationssieg in Ungarn dagegen nicht ganz so stark. Die blauen Autos müssen sich im engen Mittelfeld mit Aston Martin, Williams und Alfa Romeo herumschlagen. Haas wird in Belgien wohl noch weiter hinterherfahren als sonst. Auf ein weiteres Schumacher-Wunder in Spa-Francorchamps sollten die deutschen Fans nicht hoffen.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Belgien 2020:

Lewis Hamilton machte 2020 in Spa kurzen Prozess. Nach dem gewonnenen Start kontrollierte der Weltmeister das Tempo von der Spitze. Teamkollege Valtteri Bottas kam nie in die Position, eine Attacke zu starten und musste sich mit Rang zwei begnügen. Hamilton ließ sich auch durch eine längere Safety-Car-Phase nicht aus der Ruhe bringen. Antonio Giovinazzi hatte in der zehnten Runde am Ausgang von Kurve 13 die Kontrolle über seinen Alfa Romeo verloren.

Beim Versuch einen Ausrutscher zu korrigieren, brach das Auto nach rechts in die Bande aus. Ein Hinterrad löste sich und rollte George Russell direkt vor den Frontflügel. Der Brite konnte nicht mehr ausweichen und wurde links in die Mauer geschleudert. Wie durch ein Wunder überstanden beide Piloten ihre Crashs unverletzt. Nach dem Restart brachte Mercedes den Doppelsieg locker ins Ziel. Max Verstappen musste sich mit dem dritten Rang zufriedengeben. Ferrari verpasste wegen des Power-Defizits die Top-Ten-Plätze.

In der Galerie haben wir noch einmal die Bilder des Belgien-Grand-Prix von 2020.

Zeitplan GP Belgien 2020

Session Uhrzeit
1. Training Fr. 28. Aug. - 11:00 - 12:30
2. Training Fr. 28. Aug. - 15:00 - 16:30
3. Training Sa. 29. Aug. - 12:00 - 13:00
Qualifikation Sa. 29. Aug. - 15:00 - 16:00
Rennen So. 30. Aug. - 15:10 Uhr
Mehr zum Thema GP Belgien (Formel 1)
Lewis Hamilton - GP Belgien 2020
Aktuell
Ferrari - GP Belgien 2020
Aktuell
Ferrari - GP Belgien 2020 - Formel Schmidt Teaser
Aktuell
Mehr anzeigen