Vorschau GP Singapur 2018

Pflichtsieg für Vettel

Sebastian Vettel - GP Singapur 2017 Foto: Wilhelm 61 Bilder

Nach der Niederlage in Monza muss Sebastian Vettel den Rückstand auf Lewis Hamilton beim GP Singapur unbedingt verringern. Unterstützung für den Heppenheimer könnte von Red Bull kommen. In der Vorschau haben wie die letzten Infos zum Flutlicht-Grand-Prix.

Mit dem Grand Prix von Singapur beginnt für die zehn Formel-1-Teams das große Überseefinale. Sieben Rennen außerhalb des europäischen Kontinents müssen in gut 2 Monaten die Entscheidung im Meisterschaftskampf bringen. Letztes Jahr trennten Hamilton und Vettel zu diesem Zeitpunkt der Saison nur 3 Pünktchen. 12 Monate später hat sich der Heppenheimer ein 30-Punkte-Loch gebuddelt. Das heißt: Die Aufholjagd muss jetzt starten.

Für Ferrari kommt der kurvige Stadtkurs gerade recht. In Singapur kämpfte Mercedes schon häufiger mit Problemen. Doch das hatte man auch im Vorjahr gedacht. Und dann kam kurz vor dem Start der Regen, die beiden Ferrari kollidierten mit Max Verstappen, und Lewis Hamilton stand am Ende auf der obersten Stufe des Podiums. Das darf aus Ferrari-Sicht in diesem Jahr nicht noch einmal passieren. Vielleicht kann auch Red Bull in den Kampf um die Podiumsplätze eingreifen. Auf dem Papier bietet das Singapur-Layout von allen Strecken der zweiten Saisonhälfte die besten Erfolgsaussichten für Verstappen und Ricciardo.

In Singapur kann alles passieren. Unter Flutlicht ist Action garantiert. Und vielleicht kreuzt ja zufällig auch wieder eines der täglichen Tropen-Gewitter genau zur Rennzeit auf. Formel-1-Fans sollten den Start auf keinen Fall verschlafen. Im Gegensatz zu den üblichen Europarennen gehen die Lichter der Startampel in Singapur schon eine Stunde früher – um 14.10 Uhr deutscher Zeit – aus.

Die Strecke: Marina Bay Street Circuit

Der 5,063 Kilometer lange Kurs im Stadtteil Marina Bay führt die Piloten zu 70 Prozent über öffentliche Straßen. Auch wenn jedes Jahr immer wieder einige Passagen neu asphaltiert werden, befindet sich der Griplevel stets am unteren Rand der Skala. Die regelmäßigen Regengüsse verhindern zudem, dass sich eine klebrige Gummischicht auf der Ideallinie bilden kann.

Die vielen Bodenwellen machen den Ritt durch den Leitplankendschungel für die Piloten zur Tortur. Als wären Temperaturen von über 30°C und eine Luftfeuchtigkeit auf Sauna-Niveau nicht schon anstrengend genug. Viele Stellen zum Ausruhen gibt es auf dem winkligen Stadtkurs nicht. 23 Kurven sind Rekord im Kalender. Und jeder kleine Fehler kann in der Bande enden.

Bei einer Rennzeit von fast zwei Stunden muss die Kondition passen. Sonst sinkt die Konzentration in den letzten Runden. Viele Fahrer bezeichnen den GP Singapur als das körperlich anstrengendste aller Rennen. Die Fehlerrate ist hier traditionell hoch. Viele Überholmanöver bekommen die Fans nicht zu sehen. Trotz zweier DRS-Zonen (Zielgerade & Passage T5-T7) ist das Attackieren des Vordermanns immer recht schwierig.

Fast Facts zum GP Singapur

  • Streckenlänge: 5,063 Kilometer
  • Anzahl Runden: 61
  • Renndistanz: 308,843
  • Rundenrekord (Rennen): Lewis Hamilton, 1:45.008 Min (2017)
  • Distanz von Pole Position bis T1: 301 Meter
  • Längste Gerade: 832 Meter (vor T7)
  • Vollgasanteil: 49 Prozent
  • Reifensorten: Hypersoft / Ultrasoft / Soft
  • Reifenverschleiß: gering
  • Bremsenverschleiß: hoch
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: hoch (10 von 10 Rennen)

Das Setup

Die Stop-and-Go-Charakteristik führt in Verbindung mit den hohen Außentemperaturen zu einer hohen Bremsbelastung. Entsprechend groß müssen die Belüftungshutzen dimensioniert sein. Auch die Balance ist wichtig. Ein stabiles Auto bringt Vertrauen und Zehntel auf der Uhr. Das Fahrwerk muss weich und hoch eingestellt werden, um Bodenwellen und Kerbs abzufedern und ein Aufsetzen des Unterbodens zu verhindern. Aus den langsamen Kurven ist eine gute Traktion gefordert.

Pirelli - Infografik - GP Singapur 2018 Foto: Pirelli
Zum ersten Mal bringt Pirelli in Singapur den Hypersoft-Reifen an den Start. Sorgt er für mehr als nur den einen üblichen Boxenstopp?

Die Einstellungen des Flügelwerks ist ebenfalls extrem. Die vielen rechtwinkligen Kurven verlangen maximalen Abtrieb. Vor allem auf der Vorderachse darf es nicht an Grip fehlen, sonst droht in den vielen rechtwinkligen Ecken nerviges Untersteuern. Obwohl es für einen Stadtkurs ungewöhnlich lange Geraden gibt, ist Top-Speed zweitrangig – ganz im Gegensatz zum vergangenen Rennen in Monza.

Reifenverschleiß ist wegen der vielen Beschleunigungsphasen und der wenigen schnellen Kurven höchstens auf der Hinterachse zu spüren. Nach Sonnenuntergang sinken die Asphalt-Temperaturen extrem ab, wodurch sich der Gummi-Abbau in Grenzen hält. Wir sind gespannt, ob die neuen Hypersoft-Reifen von Pirelli in diesem Jahr für mehr Strategie-Varianten sorgen.

Die Updates:

Nach dem Mini-Flügel-Fest in Monza schrauben die Ingenieure nun wieder alles an die Autos, was Abtrieb bringt. In Singapur schwappt traditionell die letzte große Upgrade-Welle des Jahres durch die Boxengasse. Mit konkreten Ankündigungen waren die Teams zuletzt allerdings etwas sparsam. Nur Force India hat bereits einen umfangreichen Aerodynamik-Umbau angedeutet, bei dem unter anderem der Unterboden, die Flügel und die Spiegel ein Facelift erhalten.

Die Favoriten:

Das Rennen in Monza hat für Nervosität bei Ferrari gesorgt. Die unerwartete Niederlage erhöhte den Druck auf alle Beteiligten. Wir gehen davon aus, dass Kimi Räikkönen nun um eine Wasserträger-Rolle nicht mehr herumkommt. Als Entschädigung dafür wurde der Iceman schließlich nicht ganz aus der Formel 1 rausgeschmissen, sondern bekam ein Cockpit bei Sauber für die nächsten beiden Jahre. Vettel muss wahrscheinlich also mit nicht mehr ganz so viel teaminterner Gegenwehr rechnen wie noch in Monza.

Während Ferrari als klarer Favorit in das Rennwochenende startet, ist die Frage nach Platz 2 schwieriger zu beantworten. Red Bull macht sich berechtigte Hoffnungen, Mercedes herauszufordern. Der Spec-C-Motor von Renault hat in Monza bewiesen, dass er einen spürbaren Schritt nach vorne bringt. Zusammen mit der überlegenen Aerodynamik könnten Verstappen und Ricciardo Sebastian Vettel tatsächlich Schützenhilfe leisten. Schlüssel zum Podium ist ein gutes Qualifying. Steht Mercedes einmal vorne, wird es schwer, an den silbernen Autos vorbeizukommen. Da hilft dann nur noch die Hoffnung auf Regen oder einen außergewöhnlich hohen Reifenverschleiß.

Im Mittelfeld konnten in Monza vor allem die Ferrari- und Mercedes-Kundenteams überzeugen. In Singapur wollen auch Renault und Toro Rosso wieder ein Wörtchen um die Top-Ten-Plätze mitsprechen. Wenn das große Force India-Upgrade einschlägt, sollten Perez und Ocon aber wie schon in Spa und Monza die dicksten Punkte einfahren und damit die Aufholjagd ihres „neuen“ Teams fortführen. Williams sehen wir dagegen nicht mehr so konkurrenzfähig wie vor zwei Wochen, als beide Piloten Zählbares aus Italien mitnahmen.

F1-Fotos GP Singapur (Rennen)
Crash-Fest unter Flutlicht

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Singapur 2017

Wie bereits erwähnt konnte Lewis Hamilton vor 12 Monaten überraschend in Singapur triumphieren. In einem chaotisches Rennen fiel die Entscheidung schon am Start. Kimi Räikkönen, Max Verstappen und Sebastian Vettel kollidierten bei der Anfahrt auf die erste Kurve und fielen aus. Hamilton nutzte die Gunst der Stunde und preschte von Startplatz fünf an die Spitze. Auch zwei weitere Safety Car-Phasen, ausgelöst durch Ausrutscher von Daniil Kvyat und Marcus Ericsson, konnten den späteren Weltmeister nicht stoppen.

Der Mercedes-Pilot kontrollierte souverän den Abstand zu Verfolger Daniel Ricciardo. Mit 4,6 Sekunden Vorsprung rollte Hamilton schließlich über den Zielstrich. Valtteri Bottas komplettierte als Dritter das Podest. Nico Hülkenberg hatte dagegen Pech. Auf dem vierten Platz liegend streikte sein Renault – in Runde 48 war vorzeitig Schluss. Auch die anderen Piloten kamen nicht auf die komplette Renndistanz von 61 Runden. Aufgrund der nassen Piste zu Beginn und der vielen Safety-Car-Phasen wurde der GP drei Umläufe früher als geplant abgewinkt.

In unserer Galerie haben wir noch einmal die Bilder des Singapur-Spektakels 2017.

Zeitplan GP Singapur 2018

Session Termin
Freies Training 1 Freitag, 14. September - 10.30 Uhr
Freies Training 2 Freitag, 14. September - 14.30 Uhr
Freies Training 3 Samstag, 15. September - 12.00 Uhr
Qualifikation Samstag, 15. September - 15.00 Uhr
Rennen Sonntag, 16. September - 14.10 Uhr
Neues Heft
Top Aktuell Antonio Giovinazzi - Sauber Antonio Giovinazzi zu Sauber Ericsson muss weichen
Beliebte Artikel Kimi Räikkönen - GP Deutschland 2018 Räikkönen verlässt Ferrari Iceman wechselt zu Sauber Räikkönen & Vettel - GP Italien 2018 Schmidts F1-Blog Ferrari droht Titel zu verspielen
Anzeige
WhatsApp Newsletter
WhatsApp Newsletter
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Sportwagen Mercedes-AMG GT 63 S 4Matic+ 4-Türer - Oberklasse-Limousine - Fahrbericht AMG GT 63 S 4Matic+ 4-Türer Panamera-Rivale im Fahrbericht Erlkönig Chevrolet Corvette C8 Chevrolet Corvette C8 Zora Mittelmotor-Sportler im Vergleich zum C7-Vorgänger
Allrad Volvo V60 Cross Country (2018) Volvo V60 Cross Country (2018) Neuer Schlechtwege-Kombi Rezvani Tank SUV Rezvani Tank SUV Panzer mit 707 PS
Oldtimer & Youngtimer 50 Jahre Opel GT Hockenheimring 50 Jahre Opel GT Grand Tour mit Röhrl und 75 GT VW Käfer 1302 LS Cabriolet, Frontansicht Top 10 Ranking H-Kennzeichen Die Oldtimer-Charts 2018