Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - Test - Barcelona - 25. Februar 2022 Stefan Baldauf
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Spanien 2021 - Barcelona - Rennen
Max Verstapen - Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Spanien 2021 - Barcelona - Rennen
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Vorschau GP Spanien 2022: Upgrade-Fest in Barcelona

Vorschau GP Spanien Werden die Karten neu gemischt?

GP Spanien 2022

Beim GP Spanien erwartet die Formel-1-Fans ein großes Upgrade-Festival. Wird sich das Kräfteverhältnis im Feld mit den neuen Teilen ändern? In der Vorschau haben wir die letzten Infos zum Klassiker in Barcelona.

Die Formel-1-Saison 2022 nimmt so langsam Fahrt auf. In Barcelona steht am kommenden Wochenende der erste Teil des zweiten Double-Headers des Jahres auf dem Programm. Nach dem Sprint-Wochenende in Imola und der Forida-Premiere in Miami haben die Ingenieure jetzt endlich die Gelegenheit, in Ruhe die ersten größeren Ausbaustufen zu zünden.

Besonders gespannt sind die Fans auf das, was die Entwicklungsabteilung in Maranello ausspuckt. Ferrari ging in den ersten fünf Rennen sehr sparsam mit neuen Teilen um. Jetzt bekommt der F1-75 endlich das erste größere Facelift. Nach zwei Niederlagen gegen Red Bull in Folge wird es mit dem Beginn des Nachrüstprogramms auch Zeit. Der Vorsprung in der Teamwertung ist auf sechs Zähler zusammengeschrumpft.

Im Fahrerklassement hat Charles Leclerc noch etwas mehr Puffer. 19 Punkte trennen den Monegassen von seinem Verfolger Max Verstappen. Doch der Weltmeister hat zuletzt zwei perfekte Wochenenden hingelegt. Leclerc muss irgendwann den Konter setzen. Doch in Barcelona schaffte es der Monegasse bei vier Anläufen bisher noch nicht aufs Podium. Verstappen kann eine deutlich bessere Katalonien-Bilanz vorweisen: Hier gewann er 2016 sein erstes F1-Rennen. In den letzten vier Jahren brachte er immer einen Pokal nach Hause.

Klar ist jetzt schon, dass alle Beteiligten eine Hitzeschlacht in Spanien erwartet. Nach letzten Prognosen soll das Quecksilber am Rennsonntag bis auf 28°C nach oben klettern. Das wird man vor allem bei Mercedes gerne hören. Das Weltmeisterteam hatte in den ersten Rennen immer wieder Probleme, die Reifen auf Temperatur zu bekommen. Das dürfte an diesem Wochenende kein Thema werden.

Die Strecke – Circuit de Barcelona-Catalunya

Nach unzähligen Testläufen in Barcelona sollten eigentlich keine großen Überaschungen auf die Ingenieure und die Fahrer warten. Sie kennen die Strecke aus dem Effeff. Ende Februar fanden an gleicher Stelle auch die ersten offiziellen Proberunden mit der neuen Autogeneration statt. Die Techniker haben viele Vergleichsdaten, auf die sie zurückgreifen können. Damit lässt sich erkennen, wie gut die Fahrzeuge in den vergangenen drei Monaten weiterentwickelt wurden.

Das 4,675 Kilometer lange Asphaltband bietet eine gute Mischung aus verschiedenen Elementen. Deshalb wird der Kurs auch als idealer Gradmesser für die Leistungsfähigkeit der Autos angesehen. Schnelle Kurven mit hohen Fliehkräften wechseln sich in Barcelona mit langsamen Ecken ab. Vor allem Allrounder sind gefragt. Wer hier gut aussieht, sollte auch auf anderen Strecken erfolgreich sein.

Barcelona ist auch ein echter Härtestest für die neuen Aerodynamik-Regeln, die ja bekanntlich zu mehr Duellen auf der Strecke führen sollen. Trotz zweier DRS-Zonen und der mehr als einen Kilometer langen Gerade ist das Überholen in Barcelona traditionell sehr schwierig. Umso wichtiger wird die Qualifikation. Die Mehrzahl der Rennsieger startete aus der ersten Reihe. Apropos Start: Der fast 600 Meter lange Sprint in die erste Kurve ist einer der längsten in der ganzen Saison. Hier droht erhöhte Crashgefahr.

GP Spanien - Infografik - Pirelli - 2022
Pirelli
Pirelli bringt wie immer die härtesten Mischungen nach Spanien. Bei heißen Temperaturen könnte der Verschleiß wieder eine Rolle spielen.

Fast Facts zum GP Spanien:

  • Rundenlänge: 4,675 km
  • Rundenzahl: 66
  • Renndistanz: 308,424 km
  • Rundenrekord (Rennen): 1:18.149 Min. (Max Verstappen, 2021)
  • Absoluter Rundenrekord: 1:16.741 Min. (Lewis Hamilton, 2021)
  • Distanz von Pole Position bis Kurve 1: 579 m
  • Boxengassen-Durchfahrtszeit: 16,5 Sekunden (368,2 m)
  • Top-Speed: 313 km/h
  • Spritverbrauch: hoch
  • Reifenverschleiß: mittel bis hoch
  • Reifensorten: C1, C2, C3
  • Bremsbelastung: niedrig
  • DRS-Zonen: 2 – Zielgerade / Gerade zwischen T9 & T10

Das Setup

Seit 1991 ist Barcelona fester Bestandteil des Kalenders. Die Techniker kennen die Tücken der Strecke in- und auswendig. Nur die wechselnden Winde vom nah gelegenen Mittelmeer können ab und zu für Überraschungen sorgen. Die Flügel müssen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya sehr steil gestellt werden, um genügend Abtrieb und Stabilität für die schnellen Kurvenkombinationen zu bieten. Im Schluss-Sektor mit der langsamen Schikane kommt es vor allem auf Traktion an. Die Federn sollten deshalb auf der Hinterachse etwas weicher gewählt werden.

Bremsenverschleiß ist normalerweise kein Thema. Auch die Motoren werden nicht übermäßig belastet. Die Reifen sind dagegen regelmäßig ein Spannungsfaktor im Rennen. Pirelli bringt wie jedes Jahr die härtesten Mischungen, die das Sortiment bietet. Bei den relativ hohen Temperaturen könnte der Verschleiß – wie schon in den letzten Rennen – wieder über Sieg und Niederlage entscheiden.

Ferrari - Filmtag - Monza - 2022
Ferrari
Ferrari absolvierte vor dem Barcelona-Wochenende noch einen Filmtag in Monza um ein paar Daten zu sammeln.

Technik-Upgrades

Früher bildete Barcelona den traditionellen Europa-Auftakt. Den hat die Formel 1 diese Saison schon in Imola absolviert. Trotzdem wird es wohl auch dieses Jahr zum gewohnten Upgrade-Festival in Katalonien kommen. Dank vieler Vergleichsdaten aus den Wintertests ist die Strecke ideal für die Erprobung neuer Teile. Bereits im Vorfeld haben viele Teams größere Ausbaustufen angekündigt.

Vor allem von Ferrari darf man viel erwarten. Die Scuderia-Piloten sammelten schon am vergangenen Freitag (13.5.) im Rahmen eines Filmtags in Monza erste Daten zum neuen Paket. Glaubt man Berichten aus Italien, dann soll das neue Paket mindestens drei Zehntel bringen. Aber auch Red Bull hat angeblich noch etwas im Köcher. Der RB18 war schon bei den Bahrain-Tests, in Australien und in Imola nachgerüstet worden. Entsprechend kritisch wird die nächste Upgrade-Welle von der Ferrari-Konkurrenz beäugt. Bei limitiertem Budget sind der Weiterentwicklung Grenzen gesetzt.

Auch Mercedes will in Barcelona ordentlich nachlegen. In Miami hatten die Techniker bereits neue Flügel im Gepäck. Nun will man mit einem Unterboden-Upgrade endlich das nervige Bouncing-Problem angehen. Ob das schon reicht, um die Lücke zu den beiden aktuellen Spitzenteams zu schließen, ist aber fraglich. Klar ist nur, dass Mercedes die Saison endgültig abschreiben kann, sollte das Barcelona-Paket floppen.

Im Mittelfeld könnte es ebenfalls zu Verschiebungen kommen. Aston Martin und McLaren wollen wie Alfa Romeo (laut Teamchef Frederic Vasseur) eine große Ausbaustufe zünden. Bei Alpine (Heckflügel) und Alpha Tauri fallen die Änderungen wohl eher etwas moderater aus. Gar nichts Neues gibt es dagegen bei Haas. Mick Schumacher muss wohl noch bis Paul Ricard auf Upgrades warten.

In welcher Form sich der Williams in Barcelona präsentiert, ist noch nicht bekannt. Das britische Traditionsteam hat aber immerhin schon eine Veränderung beim Fahrerpersonal angekündigt. Im ersten Freien Training wird Nyck de Vries das Auto von Alex Albon übernehmen. Damit können die Ingenieure einen direkten Vergleich mit der Leistung von Nicholas Latifi ziehen, der nach durchwachsenen Ergebnissen zuletzt in die Kritik geraten ist.

McLaren & Ferrari - F1-Test - Barcelona - 2022
xpb
Bei den Testfahrten vor der Saison hatten Ferrari und McLaren einen starken Eindruck in Barcelona hinterlassen.

Die Favoriten

Prognosen für die Besetzung des Podiums sind dieses Jahr extrem schwierig. Red Bull und Ferrari trennten in den letzten Rennen nur wenige Zehntel. Kleine Upgrades, das bessere Setup und der geringere Reifenverschleiß haben das Pendel etwas zu Gunsten von Max Verstappen ausschlagen lassen. Was Siege angeht, ist Red Bull drei zu zwei in Führung gegangen. Vom Streckenlayout sollte Barcelona dem Ferrari aber wieder etwas mehr liegen. Am Ende wird aber wohl entscheidend sein, wie gut die neuen Teile am roten Rennwagen funktionieren.

Auch bei Mercedes müssen die Fans hoffen, dass das Upgrade-Paket voll einschlägt und die Probleme der ersten fünf Rennen damit auf einen Schlag verschwinden. Ob man sich damit gleich in Schlagdistanz zur Spitze bringen kann, darf aber bezweifelt werden. Es wäre schon ein Erfolg, wenn man sich klarer vom Mittelfeld lösen kann.

Bei den Verfolgern hinterließ zuletzt Alfa Romeo den stärksten Eindruck. In den Wintertests vor drei Monaten zeigte aber auch McLaren auf der katalanischen Grand-Prix-Strecke eine ansprechende Form. Das größte Fragezeichen im Mittelfeld schwebt über Aston Martin. Die Ingenieure erwarten sich von den neuen Teilen einen großen Schritt nach vorne. Doch erst das Freie Training am Freitag wird Anhaltspunkte geben, ob sich die Reihenfolge wirklich ändert.

Hamilton & Verstappen - GP Spanien 2021
xpb
2021 setzte sich Lewis Hamilton in einem spannenden Taktik-Krimi gegen Max Verstappen durch.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Spanien 2021

Das Barcelona-Gastspiel 2021 war vor allem ein Leckerbissen für Strategie-Freunde. Max Verstappen hatte den Start für sich entschieden, doch Mercedes hatte das schnellere Rennauto. Um die Führung nicht zu verlieren, versuchte Red Bull seine Speerspitze mit einem einzigen Reifenwechsel über die 66. Runden zu bringen. Mercedes taktierte mit zwei Boxenstopps und hatte das bessere Ende für sich. Hamilton holte seinen Rivalen sieben Umläufe vor dem Ziel ein. Verstappen ging daraufhin selbst noch einmal an die Box, um sich mit frischen Reifen wenigstens noch den Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde zu sichern.

Auch der Kampf um Rang drei wurde von der Taktik geprägt. Hier hatte Charles Leclerc lange die besseren Karten im Duell mit Valtteri Bottas. Und auch hier setzte sich am Ende der Mercedes dank des deutlichen Pace-Vorteils durch. Wie Hamilton fuhr Bottas auf einer Zweistopp-Strategie und kämpfte sich in Runde 57 vorbei an seinem Gegner auf den letzten Podiumsplatz.

In der Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Highlights des GP Spanien 2021.

Zeitplan GP Spanien 2022

Zeitplan GP Spanien 2022

Session Termin
Freies Training 1 Freitag - 20. Mai - 14.00 Uhr
Freies Training 2 Freitag - 20. Mai - 17.00 Uhr
Freies Training 3 Samstag - 21. Mai - 13.00 Uhr
Qualifikation Samstag - 21. Mai - 16.00 Uhr
Rennen Sonntag - 22. Mai - 15.00 Uhr
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