Kaltvergleich Genf 2020 Audi A3 Seat Leon Hersteller / Patrick Lang
Audi A3 Premiere Genf 2020
Audi A3 Premiere Genf 2020
1/2020, Seat Leon 2020
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Audi A3 und Seat Leon im Datenvergleich

Mehr Auswahl beim Spanier

Kurz nach dem neuen VW Golf starten nicht nur der Skoda Octavia auf gleicher Basis, sondern auch Audi A3 und Seat Leon. Ein erster Datenvergleich zeigt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Duell Ingolstadt gegen Barcelona.

Kompakte Modelle auf der konzernweit eingesetzten MQB-Architektur, die relativ zeitgleich auf den Markt kommen. Alles gleich also bei Audi A3 und Seat Leon?

Der Seat Leon ist länger, der Audi A3 breiter

Der Audi A3 Sportback ist als kompakter Fünftürer vorgestellt worden. Mit 4.343 mm in der Länge ist er etwas kürzer als der ebenfalls fünftürige Seat Leon, der 4.468 mm misst. Beim Radstand legt der Spanier mehr drauf. Seine Achsen stehen 2.686 mm und damit fünf Zentimeter weiter auseinander als beim Audi A3 (2.636 mm) und auch als beim VW Golf 8.

Eine erste Sitzprobe im Seat Leon bewies großzügige Platzverhältnisse im Fond, die auf dem Niveau des dafür bekannten Skoda Octavia liegen.

Passend zum sportlichen Auftritt ist der Audi A3 im Vergleich zum Seat Leon etwas breiter (1.816 mm zu 1.799 mm) und auch flacher (1.499 zu 1.456 mm). Interessantes Detail: Der deutlich längere Seat Leon Sportstourer, der mit 4.642 mm Länge hier außer Konkurrenz steht, ist im Gegensatz zu seinem Kompaktbruder mit 1.448 mm genau einen Millimeter flacher als der A3.

Beim Kofferraumvolumen liegen beide konzerninternen Konkurrenten gleichauf und mit 380 Litern exakt auf dem Niveau des VW Golf. Auch hier hat der Seat Leon Sportstourer wieder eine Sonderrolle, er fasst mit aufrechter Lehne der Rücksitzbank 617 Liter Gepäck.

Mehr Auswahl beim Seat Leon

1/2020, Seat Leon 2020
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Mit der ersten Vorstellung des neuen Leon hat Seat eine breite Motorenpalette angekündigt. Sie entspricht, das verwundert wenig, größtenteils dem Angebot im VW Golf.

Der 1.0 TSI-Dreizylinder ist in zwei Leistungsstufen mit 90 und 110 PS lieferbar. Darüber rangiert der 1.5 TSI mit vier Zylindern (wovon zwei bei Nichtgebrauch abgeschaltet werden) mit 130 und 150 PS. Die beiden jeweils stärksten Ausführungen, also der 1.0 TSI mit 110 PS und der 1.5 TSI mit 150 PS, kommen in Verbindung mit DSG (Doppelkupplungsgetriebe) als Mildhybride mit 48V-Technologie. Seinen dynamischen Anspruch unterstreicht der Seat Leon mit der stärksten Benziner-Variante. Der 2.0 TSI hat 190 PS.

Als Diesel steht der grundlegend überarbeitete und mit Twindosing laut Hersteller absolut saubere 2.0 TDI mit 115 und 150 PS zur Wahl. Damit nicht genug. Auch der Erdgas-Leon mit CNG-Tanks wurde bereits angekündigt. Diese Motorisierung heißt 1.5 TGI und leistet 130 PS. Eine 13 kWh großer Lithium-Ionen-Batterie trägt der Seat Leon Plugin-Hybrid, bei dem die Kombination aus einem 1.4 TSI und einem Elektromotor für 204 PS Systemleistung sorgt.

Wesentlich kürzer fällt die Liste der Motorisierungen aus, die Audi zur Premiere des neuen A3 verraten hat. Der Ingolstädter startet als 1.5 TSI-Benziner (A3 35 TFSI) mit 150 PS, dazu kommen die Dieselvarianten 30 TDI mit 116 und 35 TDI mit 150 PS. Auch der Dreizylinder A3 30 TFSI mit 110 PS wurde schon in Aussicht gestellt. Weitere Kombinationen werden in kurzen Zeitabständen folgen.

Unverständlich ist aber, dass der Audi A3 3 TFSI im ersten Schritt nur mit manuellem Sechsganggetriebe und somit nicht als Mildhybrid mit S-Tronic in der Preisliste steht. Das könnte potenzielle Kunden abschrecken.

Der Allradantrieb, bei Audi Quattro genannt, spielt auch beim neuen A3 eine Rolle. Nicht nur der geplante S3 mit über 300 PS hat den Allradantrieb. Weitere Quattro-Varianten werden folgen. Seat bietet beim Leon nur den Sportstourer als 2.0 TDI mit 150 PS in Verbindung mit 4Drive an.

Vier Ausstattungslinien bei beiden

Zumindest in den ersten Monaten gibt es den Audi A3 in vier verschiedenen Ausstattungslinien. Neben dem namenlosen Basismodell, der Advanced-Ausführung und dem sportlichen S-Line-Modell gibt es, das hat bei Audi mittlerweile Tradition, ein umfangreich ausgestattetes Sondermodell mit dem Namen "edition one".

Seat setzt auch bei der vierten Generation des Leon auf die bekannten Varianten: Reference, Style, Xcellence und FR. Die beiden letztgenannten teilen sich das obere Ende der Preisskala, sind aber unterschiedlich ausgeprägt. Xcellence spricht bei Seat komfortorientierte Käufer an, während FR für Sportlichkeit steht.

Mehr High-Tech im Audi A3

Audi A3 Premiere Genf 2020
Audi
Das Cockpit im Audi A3 mit digitalen Instrumenten, ein Head-up-Display gibt es optional.

Bei den neuesten Technologien zeigt der Audi A3, dass er in der konzerninternen Hackordnung über dem Seat Leon stehen will. Während der Spanier in der Basis analoge Rundinstrumente mitbringt, blickt man hinter dem Lenkrad des Audi stets auf ein digitales Display mit 10,25 Zoll Bildschirmdiagonale.

Die genauen Ausstattungsumfänge des Seat Leon sind noch nicht bekannt. In den höheren Ausstattungsversionen dürfte aber auch er das virtuelle Cockpit ab Werk mitbringen. Beide neuen Kompakten setzen auf den MIB3 (Modularer Infotainmentbaukasten der dritten Generation), sind also mit eSIM je nach Ausstattung immer online und bieten Echtzeitverkehrsdaten sowie die Anbindung an eine App.

Das zehn Zoll große Display für das Infotainment ist optional erhältlich. Dann ist der Seat Leon, so wie es der VW Golf vormacht, weitgehend knopffrei und setzt auf den Touchscreen sowie einen darunterliegenden Slider. Nur das Basismodul mit 8,25 Zoll Bildschirmdiagonale setzt weiterhin auf Drehregler.

Audi hat die Bedieneinheit der Klimaautomatik auch bei der neuen A3-Generation ausgelagert und mit physischen Tasten und Knöpfen versehen. Drunter gibt es eine weitere Tastenleiste, u.a. für die Steuerung des Parkassistenten und der Fahrmoduseinstellung.

Gegen Aufpreis liefert Audi für den A3 ein Head-up-Display, das die Informationen direkt auf die Scheibe spiegelt. Leon-Kunden müssen auf diese Option ebenso verzichten wie auf Matrix-LED-Scheinwerfer. Sie stehen als höchstmögliche von drei LED-Scheinwerferausführungen in der Preisliste des Audi A3. Seat begnügt sich mit helleren LED (900 statt 550 Lumen) in den höheren Ausstattungen, dann in Verbindung mit einem durchgehenden Leuchtenband am Heck.

Was die Zukunft bringt

2/2020, Cupra Leon 2020
Cupra
Der Cupra Leon kommt als Hybrid und Benziner mit 245, 300 und 310 PS.

Das Motorenprogramm des Audi A3 wird Zug um Zug ausgebaut, auf den S3 wird auch das Topmodell RS3 folgen. Beim Seat Leon bleiben der 2.0 TSI mit 190 PS und der Plug-in-Hybrid mit 204 PS Systemleistung die Topmotorisierungen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn auch ihn gibt es mit bis zu 310 PS als Sportstourer mit Allradantrieb. Die Sportmodelle laufen aber nicht mehr unter der Marke Seat, sie heißen Cupra Leon.

Audi wird den neuen A3 nicht mehr als Dreitürer oder Cabrio auf den Markt bringen. Nach dem Überraschungserfolg beim Vorgänger ist aber die Neuauflage einer Stufenhecklimousine fest eingeplant.

Fazit

Der erste Fakten-Vergleich zeigt, dass Audi A3 und Seat Leon ihre Rollen im Konzern wie gewohnt weiterspielen. Der Audi bietet, meist gegen Aufpreis, mehr Technik und unterstreicht damit seinen Premium-Anspruch. Dafür wird er auch teurer sein. Als A3 35 TFSI mit 150 PS startet der Fünftürer bei 28.900 Euro, der 1.0 TSI folgt später.

Seat verrät die Preise für den Leon noch nicht, er dürfte mit 90 PS aber bei knapp unter 20.000 Euro starten. In Sachen Konnektivität schließt er zum Audi auf, bleibt aber das bodenständigere Modell. Dafür punktet er mit einem längeren Radstand für mehr Platz. Familien oder Hobbysportler können zudem zum Sportstourer greifen, während es bei Audi kein Kombi-Modell gibt.

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