Formel 1: Der Motoren-Konflikt für 2027 ist immer noch ungelöst

Keine Einigung bei Motorenregeln für 2027
3 Hersteller blockieren - das sind ihre Gründe

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.06.2026
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Die Teilnehmenden konnten bei einem Treffen der Formel-1-Kommission am Dienstag (2.6.) keinen Konsens über die vorgeschlagenen Änderungen an den Power Units für die Saison 2027 finden. Während die entscheidende Frage der Motoren weiter offenbleibt, beschlossen die Anwesenden andere Anpassungen für die Zukunft. Dazu zählen ein zusätzlicher Wintertesttag und neue Regeln für Tests mit älteren Fahrzeugen (TPC).

Seit mehreren Wochen läuft das Motoren-Thema in Dauerschleife. Am 8. Mai dieses Jahres hatte die FIA nach einer Online-Sitzung verkündet, dass man ab der kommenden Saison den Split bei der Gesamtleistung des Antriebs verschieben will. Rund 50 Kilowatt mehr soll der Verbrenner beisteuern, die Elektro-Leistung hingegen geht um 50 kW runter.

Obwohl die FIA diese grundsätzliche Einigung bezüglich des geplanten 60/40-Splits kommuniziert hatte, zeigt sich die konkrete Umsetzung hinter den Kulissen als politisch komplex.

In manchen Bereichen sind Lösungen einfach umzusetzen. Zum Beispiel durch die Verkürzung von Rennen oder die Begrenzung von Erkundungsrunden, um die Benzintanks zu verkleinern. Bei den Power Units ist es jedoch viel komplizierter. Technische Fragen und der mögliche Bedarf an neuer Hardware machen Änderungen am Benzindurchfluss schwierig. Laut Honda könnte das zudem die Zuverlässigkeit gefährden.

Audi und Ferrari sollen sich querstellen

Die Motoren-Hersteller haben unterschiedliche Bedenken. Audi und Honda sorgen sich vor allem um die zusätzlichen Investitionen, die durch Anpassungen notwendig würden. Ferrari konzentriert sich weiterhin stark auf die ADUO-Regelung. Diese erlaubt der Scuderia, ein umfassendes Upgrade am Verbrenner für die noch laufende Saison umzusetzen. Der neue Motor soll bereits am 19. Juli in Belgien debütieren.

Für eine Änderung ist eine Supermajorität von vier der sechs Hersteller-Stimmen erforderlich, wobei die als Cadillac startende Marke von General Motors ebenfalls wie Ferrari abstimmen würde. Die US-Amerikaner beziehen die Antriebe aus Maranello und dürften sich nicht mit den Italienern anlegen. Ein Durchbruch bleibt somit aus.

Kimi Antonelli - Start - Bahrain-Test - 2026
xpb

Einigung bei Wintertests und TPC-Regeln

Trotz der festgefahrenen Motoren-Diskussion wurden einige andere Änderungen verabschiedet. So nahmen die Beteiligten den Vorschlag an, die Wintertests für die Saison 2027 von drei auf vier Tage zu verlängern. Der Austragungsort ist noch nicht bestätigt, doch Bahrain gilt basierend auf den letzten Jahren als wahrscheinlichster Kandidat. Das Königreich griff in der Vergangenheit tief in die Tasche, um die F1 nach Bahrain zu locken. Allerdings würde die Königsklasse dort erst aufschlagen, wenn der fortwährende Iran-Krieg beendet ist.

Zusätzlich passten die Verantwortlichen die Regeln für Tests mit älteren Fahrzeugen (Testing of Previous Cars = TPC) an. Die Kommission schränkt TPC-Tests auf Strecken ein, auf denen bald ein Grand Prix stattfindet. Die Kommission handelte aus Sorge, dass Teams die Tests missbrauchen könnten. Statt jungen Fahrern nur Fahrpraxis zu ermöglichen, sammelten sie damit auch wertvolle Daten für kommende Rennen. Die neuen Regeln unterbinden diese Praxis nun. Zusätzlich genehmigte sie jedoch kleinere Änderungen an der Aerodynamik und den Karosserie-Komponenten.

Die beschlossenen Regeländerungen müssen anschließend vom FIA World Motor Sport Council (WMSC) genehmigt werden.

Fazit