Im Innenraum rückt Audi die Bildschirme stärker ins Zentrum. Das neue Curved-Display kombiniert ein 11,9 Zoll großes digitales Kombiinstrument mit einem 12,8 Zoll großen MMI-Panoramadisplay. Gleichzeitig zieht Audi die Armaturentafel optisch in die Breite. Die Dekorleiste fällt größer aus und reicht bis zur Beifahrertür.
Bei Materialien und Oberflächen erweitert Audi die Auswahl. Zur Verfügung stehen vier Varianten, darunter Carbon und die Microfaser Dinamica sowie zwei Textilgewebe. Neu ist das helle Gewebe "Krepp hell" neben dem bekannten "Impressum schwarz". Auch die Mittelkonsole fasst der Hersteller an. Die Smartphone-Ablage wandert näher in Richtung Fahrer, geladen wird induktiv mit bis zu 25 Watt.
Eine Walze statt klassischer Tasten
Das Lenkrad gibt es weiterhin in drei Ausführungen, zwei davon als Doppelspeichen-Varianten. Für S-Line und die S-Modelle bietet Audi ein oben und unten abgeflachtes Dreispeichen-Lenkrad an. Bei der Bedienung setzen die Ingolstädter nicht auf eine demonstrative Rückkehr zu klassischen Schaltern. Das haptische Element ist stattdessen eine mechanische Walze, die in die Multifunktionstasten integriert ist.
Neben dem Cockpit legt Audi beim Update Wert auf Assistenzsysteme. Der Hersteller bündelt sie in drei Paketen, die er Tech, Tech plus und Tech pro nennt. Der adaptive Fahrassistent plus kombiniert Abstandsregelung und aktive Spurführung bis 210 km/h. Auf Autobahnen kann das System nach Blinkerimpuls selbstständig die Spur wechseln. Neu ist zudem eine Funktion, die vor roten Ampeln automatisch abbremst. Fährt der A3 dabei nicht bis zum Stillstand, soll er bei Grün wieder selbsttätig anrollen. Erstmals arbeitet das System außerdem mit Schwarmdaten und kann laut Audi in Verbindung mit Online-Daten auch dann unterstützen, wenn Fahrbahnbegrenzungen schlecht erkennbar sind. Die Online-Daten sind ab Auslieferung drei Jahre enthalten, anschließend lässt sich die Nutzung verlängern.
Parkassistent
Beim Parken erweitert Audi den Funktionsumfang deutlich. Vier Weitwinkelkameras liefern eine Rundumsicht, das MMI zeigt die Umgebung dreidimensional. Perspektiven lassen sich per Touch verändern, schwenken und zoomen. Die Parkassistenten plus und pro erkennen Markierungen und können automatisch ein- und ausparken. Das Auto übernimmt dabei Lenken, Gas, Bremse und die Wahl der Fahrstufe. Der Parkassistent pro ergänzt eine Remote-Funktion über die myAudi-App. Fahrer können vor dem Einparken aussteigen oder erst nach dem Ausparken einsteigen, was in engen Lücken helfen soll.
Neu ist außerdem das trainierte Parken. Dabei lernt der A3 einmalig ein Parkmanöver, etwa eine knifflige Einfahrt in Carport oder Garage, und wiederholt es später automatisch. Bis zu fünf Manöver kann das System speichern, jedes darf bis zu 50 Meter lang sein und bekommt einen frei wählbaren Namen.
Neue App-Funktionen
Digital erweitert Audi die App-Funktionen. myAudi zeigt unter anderem Parkposition sowie Status von Parkbremse, Licht und möglichen offenen Türen oder Fenstern. Außerdem lassen sich Standheizung sowie Ver- und Entriegeln aus der Ferne steuern. Wie bisher setzt Audi auch auf nachträgliche Freischaltungen per Functions on Demand. Neu ist ein Audio-Paket, das die Wiedergabe optimieren und virtuellen Surround-Sound bereitstellen soll.
An der Modellpalette ändert Audi nichts Grundsätzliches. Benziner und Diesel bleiben in den Leistungsstufen 85 kW (116 PS) und 110 kW (150 PS) im Programm. Als Plug-in-Hybrid nennt Audi Systemleistungen von 150 kW (204 PS) und 200 kW (272 PS). Die elektrische Reichweite gibt der Hersteller mit bis zu 143 Kilometern nach WLTP an, DC-Laden soll rund eine halbe Stunde dauern. Bei den e-hybrid-Versionen steigt zudem die Anhängelast auf 1.700 Kilogramm. Die Preise beginnen laut Audi bei 31.850 Euro für den A3 Sportback, der A3 Sportback e-hybrid startet bei 45.350 Euro.
Audi A3 und VW ID.3 Neo im Vergleich
Beim Thema Lenkradbedienung geht Audi einen anderen Weg als der Mutterkonzern. VW rüstet den ID.3 Neo wieder mit echten Drucktasten am Lenkrad aus, nachdem die Touchflächen in der Kritik standen. Audi nennt für den A3 dagegen keine Rückkehr zu klassischen Tasten, sondern bleibt bei Multifunktionstasten, ergänzt um eine integrierte mechanische Walze. Das kann die Bedienung einzelner Funktionen erleichtern, wirkt aber weniger wie ein klarer Schnitt mit der bisherigen Logik.
Auch der Innenraum-Fokus unterscheidet sich. Audi spricht beim A3 vor allem über die neue Cockpit-Architektur mit Curved-Display und die neu gezeichnete horizontale Linie, ergänzt durch Detailarbeit wie das 25-Watt-Ladepad. Beim ID.3 Neo stehen im bekannten Änderungsumfang Software- und Funktionsupdates im Vordergrund, darunter One-Pedal-Driving und ein neues Infotainment. Während VW die Modellpflege sichtbar als Antwort auf Bedienkritik ausstellt, verpackt Audi das Update stärker als Umbau des Cockpits und Ausbau der Assistenz- und Parkfunktionen.
Im Video sehen Sie unseren Test des Audi A3 SB 40 TFSI e Advanced.












