GM Defense Militaerfahrzeug ISV GM Defense
GM Defense Militaerfahrzeug ISV
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GM Defense Militaerfahrzeug ISV 5 Bilder

GM Defense ISV Militärfahrzeug

Neunsitziges Rallye-Auto für die US-Armee

General Motors hat die Ausschreibung für ein leichtes taktisches Einsatzfahrzeug gewonnen. Das ISV verwendet Technik aus Offroad-Rennfahrzeugen und kommt mit einem 186-PS-Diesel.

Bei der Entwicklung neuer Truppenfahrzeuge für Armeen weltweit steht oft der Personenschutz ganz oben auf der Agenda. Schuss- und Sprengfallensicher sollen die Fahrzeuge sein, was naturgemäß zu tonnenschweren Ungetümen mit massiver Panzerung führt. Die sind dann zwar vor Heckenschützen einigermaßen gefeit, dafür aber auch plumpe und lahme Kisten.

Für schnelle Eingreiftrupps braucht es jedoch weiterhin auch Fahrzeuge, die zügig durch schweres Gelände kommen und die Besatzung in kürzester Zeit auf- und absatteln lassen. Hinzu kommt das Thema Luftverladbarkeit: Für den Transport in und unter Helikoptern sind die gepanzerten Truppenfahrzeuge oft zu groß und schwer, etwas kompaktes und leichtes fehlt zunehmend im Angebot der einschlägigen Hersteller.

GM Defense gewinnt 241-Millionen-Ausschreibung

Genau ein solches "Infantry Squad Vehicle" (ISV), zu Deutsch Infanterie-Truppenfahrzeug, hatte die US-Armee ausgeschrieben. 2019 gingen die verbliebenen drei Bieter in die finalen Vergleichstests. Neben GM Defense, einer Militär-Abteilung von General Motors, waren das die Militärspezialisten von Oshkosh und ein Bieterkonsortium unter Beteiligung der ATV-Spezialisten von Polaris.

Das Rennen hat nun GM Defense gewonnen, wie das Unternehmen mitteilte. Das künftige ISV wird mit General Motors-Technik entstehen. Dabei besteht das ISV laut Unternehmensangaben zu über 90 Prozent aus Teilen, die bereits für den zivilen Markt verfügbar und deshalb verhältnismäßig preisgünstig und leicht beschaffbar sind. Wobei das mit dem "preisgünstig", typisch bei Rüstungsaufträgen, sehr relativ zu sehen ist: 241,3 Millionen US-Dollar umfasst der erste Beschaffungsauftrag, für den laut GM Defense 649 ISV-Fahrzeuge geliefert werden. Das macht einen Durchschnittspreis von rund 330.000 Dollar pro Stück.

Oshlkosh 4x4/6x6/10x10 Miltärtrucks

Dabei ist die Basis alles andere als superteuer: "Untenrum" verwendet das ISV die Plattform des Chevrolet Colorado. Der Midsize-Pickup im Format eines Ford Ranger kostet in seiner Zivilversion noch nicht einmal ein Zehntel dessen, was GM Defense für das rüde Truppenfahrzeug berechnet. Die Idee, den Colorado-Pickup als Basis zu verwenden, ist allerdings recht clever: Eine solche Großserien-Plattform hatten die Wettbewerber naturgemäß nicht zu bieten, außerdem hat General Motors mit den Offroad-Varianten namens Colorado ZR2 bereits einige Erfahrung bei der Optimierung von Fahrwerk und Antrieb für den harten Geländeeinsatz gesammelt.

So stammen das verstärkte Fahrwerk mit den Rennsport-Dämpfern, Unterfahrschutze und Differentialsperren tatsächlich aus dem "Regal" des Chevrolet Colorado ZR2, während der Aufbau auf dem Leiterrahmen komplett eigenständig ist. Dabei wurde eine neunsitzige Variante gewählt, in deren in Fahrtrichtung, seitlich und gegenläufig montierten Sitzen die Insassen in jede Richtung blicken und unfreundliche Annäherungen im Auge (sowie im Visier) behalten können.

Das GM Defense ISV im Video

Dass die Sitze mit rennmäßigen Vierpunktgurten ausgestattet sind, liegt nicht nur an der beabsichtigten Fahrweise mit dem ISV, denn auch Türen oder sonstige Maßnahmen, um die Besatzung am herauspurzeln zu hindern, gibt es keine. Da schnallt man sich gerne etwas fester an. Für den Vortrieb sorgt ein 2,8-Liter-Dieselmotor mit 186 PS, der ebenfalls aus dem zivilen Chevrolet Colorado bekannt ist. Als Getriebe kommt eine Sechsgang-Automatik zum Einsatz.

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Fazit

Mit dem ISV hat die General Motors-Tochter GM Defense einen prestigeträchtigen Auftrag an Land gezogen. Über 2.000 Einheiten des Offroad-Transporters mit Rallye-Technik sollen insgesamt von der US-Army beschafft werden. Dabei hatten die Entwickler verhältnismäßig leichtes Spiel, denn die Basistechnik stammt vom Colorado-Pickup, die Tuning-Teile für Fahrwerk und Antrieb von entsprechenden Drittanbietern aus dem Zivilmarkt.

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