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9/2021, Nio ET7 Sitzprobe 09-2021 Bernd Conrad
9/2021, Nio ET7 Sitzprobe 09-2021
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9/2021, Nio ET7 Sitzprobe 09-2021
9/2021, Nio ET7 Sitzprobe 09-2021 23 Bilder

Nio ET7: Reichweite, Preis, Feststoff-Akku, Nvidia

Nio ET7 Elektro-Limousine (2022) 1.000 km Reichweite und Feststoff-Wechselakku

Nio aus China bläst zur Attacke auf Tesla Model S und Porsche Taycan: Das neue Flaggschiff ET7 kommt mit Riesen-Reichweite zum Kampfpreis.

Bislang gibt's von Nio ausschließlich SUVs, ab 2022 wollen die Chinesen auch mit einer Limousine angreifen. Der Nio ET7 ist explizit als Flaggschiff positioniert und zielt mit einer Länge von knapp über 5 Metern auf das Segment, in dem aktuell noch das Tesla Model S und der Porsche Taycan relativ ungestört um Kundschaft buhlen. Auffällig ist das zurückhaltende Design, das zudem mit einem sehr guten cW-Wert (0,23) aufwarten soll.

Über 1000 Kilometer Reichweite

Den ET7 wird es ausschließlich mit Allradantrieb geben, an der Vorderachse zieht ein 180 kW starker Elektromotor (permanenterregt), hinten schiebt eine 300 kW starke E-Maschine. Die Systemleistung beträgt 480 kW, das maximale Drehmoment bei 850 Newtonmetern. Für den Standard-Sprint verspricht Nio eine Zeit von 3,9 Sekunden. Die Abmessungen: Die Gesamtlänge liegt bei 5.098 mm, der Radstand bei 3.060 mm. Die Breite gibt Nio mit 1.987 mm an.

Nio ES6
Fahrberichte

Spannend sind Akkugrößen und -Technik sowie die Reichweiten. Das Basismodell kommt mit einem 70 kWh-Akku, der für rund 500 Kilometer reichen soll. Die 100 kWh-Version schafft um die 700 Kilometer und ein komplett neuer, 150 kWh großer Akku-Pack soll Reichweiten von mehr als 1.000 Kilometern ermöglichen. Wichtig: Alle Akkus können an den einzigartigen Batterie-Wechselstationen getauscht werden. Nio kündigt an, dass der ET7 mit Feststoffbatterien kommen soll, die über eine Energiedichte von bis zu 360 Wattstunden pro Kilogramm verfügen sollen. Das wären rund 40 Prozent mehr, als Tesla im Moment zur Verfügung hat.

Nio ET7 Elektro-Limousine 2022
Nio
Im Innenraum bleibt der Look so minimalistisch wie beim Exterieur, schon bei den Nio-SUVs war es den Designern wichtig, extrem viel Komfort und Platz zu schaffen.

Rattan-Material

Im Innenraum bleibt der Look so minimalistisch wie beim Exterieur, schon bei den Nio-SUVs war es den Designern wichtig, extrem viel Komfort und Platz zu schaffen. Neu sind nachhaltige Materialien. So kommen im ET7 erstmals Dekorelemente zum Einsatz, die auf nachwachsendem Rattan (Karuun) basieren. Im ET7 kommt zudem die nächste Version des digitalen Assistenten Nomi zum Einsatz. Der guckt als kleines Display-Gesicht aus der Mittelkonsole und kann mit den Passagieren interagieren. Für die Steuerung durch den Fahrer setzt Nio auf einen 12,8 Zoll großen Touchscreen. Dank des 1,9 Quadratmeter großen Panorama-Dachs haben auch die Passagiere hinten einen freien Blick in den Himmel. Das erste in einem Auto verbaute 7.1.4-Sound-System besorgt dann den Rest.

Nio ET7 Elektro-Limousine 2022
Nio
Ebenfalls Teil der Präsentation: Die zweite Generation des Batterie-Wechselstationen. Die sollen künftig dreimal so viele Akkus wechseln können, als die ersten Stationen.

Rechenpower von Nvidia

Obwohl die Auslieferung erst 2022 beginnen soll, kann der ET7 ab sofort bestellt werden. Zunächst sind aber lediglich die Versionen mit 70 und 100 kW-Akku verfügbar. In Sachen Rechnerpower kooperiert Nio mit dem Chip-Giganten Nvidia. Im ET7 verbauen die Chinesen vier Orin-Chips und schaffen auf diese Weise pro Sekunde 1.016 Tensor-Operationen (TOPS). Die Orin-Chips sind das Herzstück des neuen Bordrechners, den Nio Adam getauft hat.

Nio ES8
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Beim Thema autonomes Fahren geht Nio neue Wege. Die Hardware für (mindestens) Level-3-Autonomie ist immer mit an Bord und mehr als üppig dimensioniert. Neben einem LIDAR-Sensor über der Frontscheibe ("Watchtower"-Position) verbaut Nio 11 Video-Kameras, die mit 8 Megapixeln auflösen. Zum Vergleich: Die Kameras, die Tesla einsetzt, schaffen nur 1,2 Megapixel.

Assistenten im Abo

Das Gesamtsystem nennt Nio Aquila und verlangt dafür eine Monatsmiete von umgerechnet knapp 90 Euro. Thema Preis: Für das Basismodell mit dem kleinsten Akku ruft Nio rund 56.000 Euro Kaufpreis auf. Wer das Akkupaket mieten will, muss rund 48.000 Euro investieren und dann monatlich rund 190 Euro Batteriemiete einplanen. Das Premiummodell mit 100 kW-Akku kostet etwa 10.000 Euro mehr, ein Preis für die 150-kWh-Version ist noch nicht bekannt. Unabhängig vom Modell genießen ET7-Kunden laut Nio sechs Privilegien, die bei anderen Nio-Modellen teilweise extra kosten: Eine lebenslange Garantie, eine kostenlose Wallbox für zu Hause, ein lebenslanger Lade-Service, lebenslange kostenlose Batteriewechsel, eine lebenslange Mobilitätsgarantie und lebenslange Online-Funktionalitäten.

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Der Nio ET7 im ersten Check

9/2021, Nio ET7 Sitzprobe 09-2021
Bernd Conrad
Erste Sitzprobe im neuen Nio ET7.

Der erste Kontakt mit dem Nio ET7 fand in einem Designstudio statt. Schon auf den ersten Blick fällt die in sich ruhende Linienführung der über fünf Meter langen Limousine auf. Die Form verbindet das typische Markengesicht mit geteilten Scheinwerfereinheiten an der Front geschickt mit einer flachen Fließheckkarosserie. Trotz des Dachverlaufs hat der ET7 übrigens einen klassischen Heckdeckel und keine große Klappe.

Für Hobbyspediteure will sich der Nio ET7 auch mit seiner überschaubaren Variabilität nicht empfehlen. Geteilt umlegbare Rücksitzlehnen gibt es nicht. Nur die Fahrt in den Skiurlaub oder zum Golfplatz gibt es eine Durchreiche nach vorne.

Die Griffe in den Türen, in denen rahmenlose Seitenscheiben stecken, fahren elektrisch aus und ebnen den Weg in den ET7. Im Fond herrschen großzügige Platzverhältnisse für Beine und Schultern. Dem flachen Dachverlauf ist aber eine für große Menschen recht knappe Kopffreiheit geschuldet.

Vorne gibt es mehr Innenhöhe unter dem Panorama-Glasdach. Das Cockpit ist zurückhaltend flach gestaltet. Noch dezenter verhalten sich die Lüftungsdüsen. Sie liegen versteckt im Armaturenbrett. Das nachhaltige Karuun-Material sieht auch auf den zweiten Blick aus wie Holzfurnier und bietet eine angenehme Haptik.

Die großen Bildschirme sind im Prototyp noch ohne Funktion, weswegen noch kein Urteil über die Menüführung und die Reaktionsgeschwindigkeit möglich ist. Sowohl das 10,8-Zol-Display hinter dem Zweispeichenlenkrad, als auch der große Monitor in der Mittelkonsole (12,8 Zoll Bildschirmdiagonale) sind aber gut ablesbar. Auch Nomi ist an Bord. Der KI-gestützte Sprachassistent beschränkt sich bei der ersten Sitzprobe aber noch auf das Abspielen einprogrammierter Mimik und winkt ab und an freundlich in Richtung Fahrer.

Fazit

Nio hat teils schwierige Jahre hinter sich, strotzt inzwischen aber wieder vor Selbstbewusstsein. Der ET7 ist eine echte Kampfansage an die internationale Konkurrenz: Wechsel-Feststoffakkus, Nvidia-Rechenpower, Assistenzsysteme im Abo, bis zu 1000 Kilometer Reichweite. Das Gesamtpaket ist im Moment einzigartig. Wenn Nio das Auto tatsächlich so auf die Straße bekommt, dürfte der ET7 vielen Konkurrenten Kopfschmerzen bereiten.

Nio ET7
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