Cizeta-Moroder V16T (1988) Patrick Ernzen/RM Sotheby's
Cizeta-Moroder V16T (1988)
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Cizeta-Moroder V16T (1988) für 1,2 Mio. verkauft

Cizeta-Moroder V16T (1988) Auktion Prototyp für 1,2 Millionen Euro verkauft

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Spektakulärer als der Cizeta-Moroder V16T ist kein Sportwagen der 80er-Jahre: 16 Zylinder, vier Klappscheinwerfer und ein Design, brutaler als bei Lamborghini. Jetzt wurde der Prototyp versteigert.

Treffen sich ein Lamborghini-Testfahrer und ein Musikproduzent. Fängt an wie ein Witz, ist aber ernsthaft passiert: Claudio Zampolli zog in den 1980er-Jahren nach Los Angeles, verdiente sein Geld mit Wartungsarbeiten an exotischen Autos und träumte vom Bau seines eigenen Supersportwagens.

Auktionsergebnis: 1,2 Millionen Euro.

Giorgio Moroder hatte sein Geld als Musikproduzent verdient. Mit Erfolg: Seine Arbeit brachte ihm drei Academy Awards, vier Grammys und einen Spitznamen ein: "The Father of Disco". Das und der Zeitgeschmack der späten 80er erklärt vielleicht die Gestaltung des einzigen Cizeta-Moroder: außen weiß wie Koks, innen rot wie ein Ort, an dem Vergnügungssteuer fällig wird. Bei der Auktion von RM Sotheby's in Phoneix, Arizona wurden nun für den Prototypen 1.363.500 US-Dollar fällig, umgerechnet 1,2 Millionen Euro.

Die Idee: V16-Mittelmotor. Quer

Cizeta-Moroder V16T (1988)
Patrick Ernzen/RM Sotheby's
16 Zylinder, quer eingebaut: Auf diese schräge Idee muss man erstmal kommen.

Ähnlich verwegen wie der Innenraum ist das technische Konzept: Zampolli, der Moroder aus der Werkstatt für exotische Autos kennt, möchte einen V16-Mittelmotor ins Auto stecken. Quer, wie beim Miura der Zwölfzylinder. Die Linien wirft Marcello Gandini aufs Papier. Ebenfalls wie beim Miura.

Ein Auto wie ein Remix

Cizeta-Moroder V16T (1988)
Patrick Ernzen/RM Sotheby's
Der breite Motor führte zu einem zwei Meter breiten Heck.

Der breite Motor führte zu einem recht breiten Kreuz. Horizontale Streben wie beim Ferrari Testarossa verkleiden die gewaltigen Lufteinlässe vor den schrägen Radläufen. Das Heck endet in einem optischen Mix aus Lotus-Elise-Rückleuchten und Lamborghini Countach. Musikalisch wäre der Cizeta-Moroder ein Remix.

Was ist noch typisch für Sportwagen der 80er-Jahre? Klappscheinwerfer. Der Cizeta-Moroder hat gleich vier davon. Doppelstöckig angeordnet. Moroder wird es irgendwann zu viel: nach dem Bau des ersten Prototypen verzögert sich das Projekt, er steigt aus und lässt seinen Namen von den später gefertigten Autos entfernen. Nur auf dem einen Prototypen mit der Chassisnummer 001 steht Cizeta-Moroder.

Song zur Premiere: "A car is born”

Cizeta-Moroder V16T (1988)
Patrick Ernzen/RM Sotheby's
Vier Klappscheinwerfer gab es danach auch nicht nochmal.

Die Premiere am 5. Dezember 1988 in Los Angeles moderierte Jay Leno. Giorgio Moroder hatte extra für die Veranstaltung einen Song mit dem Titel " A car is born" komponiert. Im Jahr darauf zog Chassis Nummer 001 weiter zum Genfer Auto Salon und zur Los Angeles Auto Show. Das Auto blieb schließlich in Moroders Besitz und wurde kürzlich restauriert. Dabei nahm die Werkstatt einige Verbesserungen vor: Zum Beispiel bekamen die Benzintanks zusätzliche Hitzeschilder und das gesamte Auto wurde mechanisch überprüft. Am 27. Januar 2022 versteigert RM Sotheby’s das Auto in Phoenix. Arizona. Einen Schätzpreis gibt es noch nicht.

Einige innere und äußere Details unterscheiden den Prototypen von den späteren Serienautos: Größere Lufteinlässe zum Beispiel oder eine diagonale Linie von den Schwellern zum hinteren Stoßfänger. Auch die Blinker, Nebellampen und Außenspiegel waren in der Serie anders. Innen sind Armaturenbrett, Mitteltunnel, Lenkrad, Türverkleidungen und Sitze nicht die gleichen wie bei den Kundenautos.

Fazit

Ein Cizeta wäre auch dann selten, wenn es nicht die Chassisnummer 001 aus dem Besitz des Investors und Musikproduzenten Moroder wäre. Um den Wagen zu fahren, sind jedoch keine 1,2 Millionen Euro nötig. Es genügt, Grand Turismo 4, 5 oder 6 zu spielen – der V16T gehört im Computerspiel zum Fuhrpark.

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