01/2020, Datsun 240Z von 1971 im Jahreswagenzustand MS Classic Cars / Bring a Trailer
01/2020, Datsun 240Z von 1971 im Jahreswagenzustand
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01/2020, Datsun 240Z von 1971 im Jahreswagenzustand 15 Bilder

Datsun 240Z von 1970

Japan-Klassiker für 280.000 Euro versteigert

Die grüne Coupé-Schönheit hat nicht einmal 22.000 Meilen auf dem Tacho und erstrahlt im Jahreswagenzustand. Hinter dem Verkauf steht jedoch eine tragische Geschichte.

Das schönste Auto, das der berühmte Designer Albrecht Graf Goertz je entworfen hat? Bis vor Kurzem hätte die gesamte Autogemeinde wohl noch gerufen: „Der BMW 507, ist doch klar!“ Inzwischen gibt es jedoch immer mehr Abtrünnige, die sich schüchtern zu Wort melden und sagen: „Moment, den Datsun 240Z gibt es auch noch. Ist der nicht sogar schöner als der BMW?“ Das kann man so sehen, muss dabei allerdings bedenken, dass der Ursprungs-Entwurf des Grafen von den Japanern selbst finalisiert wurde. Goertz brach deshalb später einen unrühmlichen Urheberrechts-Streit vom Zaun, aber sei es drum: Der 240Z ist wunderschön, egal wer letztlich welche Linie an welcher Stelle platzierte.

Zehnmal so teuer wie andere 240Z

Das sagte sich wohl auch ein Nutzer der amerikanischen Auto-Auktions-Plattform „Bring a Trailer“, der bereit war, 310.000 Dollar (gut 280.000 Euro) für dieses Exemplar zu bezahlen. Allein das Design erklärt die enorme Summe nicht, in Deutschland werden gepflegte Exemplare gerade mal zu Preisen gehandelt, die ein Zehntel dieser Summe ausmachen. Es dürfte durchaus emotionale Gründe haben, dass der virtuelle Hammer erst so spät fiel.

01/2020, Datsun 240Z von 1971 im Jahreswagenzustand
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Weite Teile des Innenraums sind mit braunem Vinyl ausgekleidet.

Der in Racing Green (Code 907) lackierte und weiß gestreifte Datsun wurde im Mai 1970 gebaut und von einem Händler im US-Bundesstaat Indiana geordert. Neupreis: 3.757 Dollar inklusive Sonderausstattung (in Deutschland lag der Basispreis bei 17.660 Mark). Der Händler verkaufte den 240Z allerdings nicht, sondern behielt ihn erst selbst und schenkte ihn später seinem Sohn, als dieser sein Studium der Zahnmedizin abschloss. Der Doktor hielt das Coupé in Ehren, pflegte es und fuhr es kaum – bis heute haben sich gerade einmal 21.743 Meilen (knapp 35.000 Kilometer) angesammelt. Doch im Mai letzten Jahres verstarb der Zahnmediziner, und nun war der Sportwagen auf dem Markt.

Standard-Inspektion statt Restaurierung

Ein weiterer Preistreiber dürfte der sehr gute Originalzustand gewesen sein; laut Händler wurde der Datsun nie restauriert. Vor dem Verkauf wurde lediglich eine Standard-Inspektion durchgeführt: Der Vergaser wurde eingestellt und das Öl wurde ebenso gewechselt wie der Kraftstofffilter und die Zündkerzen. Der originale Zündverteiler wurde durch eine elektronische Zündung ersetzt, zudem erhielt der 240Z neue Vredestein-Reifen.

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2,4-Liter-Reihensechszylinder mit 153 PS und maximal 198 Newtonmetern.

Der 2,4-Liter-Reihensechszylinder dürfte also schnurren wie damals in den frühen Siebzigern bei den Überland-Touren durch das ländliche Indiana. In den USA durfte der OHC-Motor sein Potenzial übrigens effektiver ausschöpfen als anderswo: Während er dort mit 153 PS angegeben war, standen hierzulande lediglich 130 PS im Datenblatt. Beim Drehmoment waren sich Deutsche und Amis dagegen einig: Das manuelle Viergang-Getriebe muss maximal 198 Newtonmeter auf die Hinterräder übertragen. Während der Datsun 240Z vorne mit Scheiben bremst, kommen hinten Trommeln zum Einsatz.

Innenraum im Bestzustand

Auch der braune Innenraum mit reichlich Vinyl sieht aus, als hätte der japanische Klassiker nicht knapp 50, sondern höchstens fünf Jahre auf dem Buckel. Hinter dem Dreispeichen-Holzlenkrad befinden sich in tiefen Höhlen Tacho und Drehzahlmesser, die von drei zusätzlichen Uhren über der Mittelkonsole flankiert werden. An manchen Teilen befindet sich noch schützende Folie, auch so mancher Original-Aufkleber ist noch zu sehen. Das ursprüngliche Hitachi-Radio ist an eine elektrische Antenne angeschlossen, und unter dem mit schwarzem Teppichboden ausgekleideten Kofferraum befindet sich das Ersatzrad.

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Fazit

310.000 Dollar sind für ein Auto, das mehr als eine halbe Million Mal gebaut wurde, eine echte Ansage. Den Preiskampf gewinnt der BMW 507 – im Gegensatz zur Geschmacks-Debatte – trotzdem klar: Er wird längst im siebenstelligen (und da nicht gerade im unteren) Bereich gehandelt. Aber vom bayerischen Roadster wurden auch nur 252 Exemplare produziert.

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