Was Mercedes mit den 135 Millionen aus dem Verkauf des Uhlenhaut Coupés macht

Das teuerste Auto der Welt
Was Mercedes mit den 300-SLR-Millionen macht

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.05.2026
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Während einer geheimen Auktion im Mercedes-Benz Museum hat RM Sotheby's am 5. Mai 2022 eines von zwei Mercedes-Benz 300 SLR Coupés verkauft. Mit einem Preis von 135 Millionen Euro ist das Uhlenhaut Coupé bis heute das teuerste Auto. Benannt ist das Coupé nach Rudolf Uhlenhaut, der den 300 SL Flügeltürer konstruiert hat und ab 1955 bei Mercedes die Entwicklung der Serienautos leitete. Uhlenhaut nutzte eines der beiden 300 SLR Coupés als Dienstwagen. Der Ingenieur war auch ein schneller Autofahrer: Bei Versuchsfahrten auf der Nordschleife war er im selben Auto drei Sekunden schneller als Juan Manuel Fangio. Wer den 300 SLR bei der Auktion gekauft hat, ist bis heute unbekannt. Das zweite Uhlenhaut-Coupé steht im Mercedes-Benz Museum.

135 Millionen für eine Stiftung

Konzernchef Ola Källenius hatte kurz nach der Auktion angekündigt, dass Mercedes mit dem Geld aus dem Verkauf eine Stiftung gründen werde: "Mit dem 'Mercedes-Benz Fund' möchten wir eine neue Generation ermutigen, in die innovativen Fußstapfen von Rudolf Uhlenhaut zu treten und großartige neue Technologien zu entwickeln, insbesondere zu Dekarbonisierung und Ressourcenschonung."

Das Förderprogramm beVisioneers: The Mercedes-Benz Fellowship fördert im vierten Jahr Stipendiaten im Alter von 16 bis 28 Jahren mit einer konkreten Idee für die Lösung eines Umwelproblems. BeVisioneers steht für "seid Visionäre". Eine gemeinnützige Organisation, The DO School Fellowships mit Sitz in Hamburg, wählt die Fellows aus. Diese erhalten zunächst für zwölf Monate finanzielle und ideelle Unterstützung für ihre Ideen. Die Teilnehmer kommen aus mehr als 55 Ländern. Bis 2030 sollen 10.000 Fellows unterstützt werden.

Ein Beispiel: Biogas und Dünger aus Müll

Mercedes-Mitarbeiter können in dem Programm eine Mentoring-Rolle übernehmen, die Stipendiaten unterstützen und nachhaltige Ideen vorantreiben. Anfang Mai 2026 trafen sich in Stuttgart rund 150 der aktuell 1.400 Stipendiaten zum Austausch und gemeinsamen Arbeiten. Einer der Stipendiaten ist Thabo Mngomezulu aus Südafrika. Er habe sich laut einem Bericht der Stuttgarter Zeitung die Frage gestellt: "Was kann ich tun, das nicht nur mir hilft, sondern auch meiner Gemeinde?" Er sei aus Johannesburg in sein Dorf zurückgekehrt und habe begonnen, sich mit dem dortigen Müllproblem zu beschäftigen: aus organischen Abfällen, die er sammelt, stellt er Biogas und Dünger her. "Die Menschen sehen: Abfall ist eine Ressource", zitiert ihn die Stuttgarter Zeitung. Die Stiftung hilft Mngomezulu mit Technik, Geld und Mentoring.

Eine weitere Stipendiatin, von der die Stuttgarter Zeitung berichtet, ist Katrin Kreidel. Die Stuttgarterin ist im dritten Jahr dabei und hat mit zwei Mitgründern ein Startup gegründet, das einen Aufsatz für Wasserzähler baut. Mithilfe einer künstlichen Intelligenz (KI) erfasst dieser Aufsatz sekundengenau den Wasserverbrauch und zeigt ihn per App an. "So lassen sich Schäden an Leitungen deutlich früher erkennen", sagt Kreidel. "Damit erkennt unser System sehr viel schneller Schäden an Leitungen und kann somit vor größeren Wasserschäden schützen", erklärt Kreidel laut Stuttgarter Zeitung. Rund 1000 Geräte habe das Startup Hydrop Systems bislang verkauft.

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