Der Porsche 959 war seiner Zeit weit voraus und brachte zahlreiche technische Neuerungen mit sich. Herzstück des Fahrzeugs ist der 2,85-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit Registeraufladung. Dieses System kombiniert zwei unterschiedlich große Turbolader, die je nach Drehzahlbereich für eine optimale Leistungsentfaltung sorgen. Während bei niedrigen Drehzahlen ein kleiner Turbo für schnelles Ansprechen sorgt, schaltet sich bei höheren Drehzahlen ein größerer Turbo hinzu, um maximale Leistung zu entfalten. Mit einer Leistung von 450 PS und einem Drehmoment von 500 Nm beschleunigte der Wagen in nur 3,7 Sekunden auf Tempo 100.
Ein weiteres Highlight ist der elektronisch geregelte Allradantrieb. Dieses System verteilte die Kraft automatisch zwischen Vorder- und Hinterachse und passte sich kontinuierlich an die Fahrsituation an. Unterstützt wurde dies durch eine Vielzahl von Sensoren, die Daten wie Raddrehzahl und Schlupf erfassten. Ergänzt wurde das Fahrwerk durch eine geschwindigkeitsabhängige Niveauregulierung, die nicht nur den Komfort erhöhte, sondern auch für Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten sorgte.
Leichtbauweise und Aerodynamik
Die Karosserie des Porsche 959 bestand aus innovativen Materialien wie aramidfaserverstärktem Kunststoff und Aluminium. Diese Kombination reduzierte das Fahrzeuggewicht erheblich: Die Sportversion wog lediglich 1.350 Kilogramm. Ein Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,31 unterstrich zudem die aerodynamische Effizienz des Wagens. Diese Eigenschaften trugen dazu bei, dass der Porsche 959 in seiner Zeit als schnellstes Serienfahrzeug galt – mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 339 km/h in der Sportversion.
Auch in puncto Sicherheit setzte der Wagen Maßstäbe: Er war eines der ersten Fahrzeuge mit einem Reifendruckkontrollsystem sowie hochmodernen Bremsanlagen mit innenbelüfteten Scheibenbremsen.
Der Vergleich zur Konkurrenz
In den späten 1980er-Jahren trat der Porsche 959 gegen andere Supersportwagen wie den Ferrari F40 oder den Lamborghini Countach an. Während diese Fahrzeuge vor allem auf rohe Kraft setzten – etwa durch leistungsstarke V8- oder V12-Motoren –, punktete der Porsche mit einem ausgeklügelten Zusammenspiel aus Leistung und Technologie. Der Ferrari F40 konnte zwar mit einer höheren Spitzenleistung aufwarten (478 PS), musste jedoch auf Komfortmerkmale wie Allradantrieb oder ABS verzichten.
Im Vergleich zum Lamborghini Countach beeindruckte der Porsche durch seine Alltagstauglichkeit: Während der Countach vor allem durch sein aggressives Design auffiel, bot der Porsche eine ausgewogene Mischung aus Luxus und Performance.
Bedeutung für Sammler und Enthusiasten
Heute zählt der Porsche 959 zu den begehrtesten Sammlerstücken weltweit. Besonders selten sind Modelle wie der Porsche 959 S – eine leichtere Sportversion mit gesteigerter Leistung auf 515 PS. Nur 29 Exemplare wurden davon gebaut, was ihren Wert immens steigert: Bei Auktionen erzielen gut erhaltene Fahrzeuge Preise im Millionenbereich.
Die Restaurierung eines solchen Modells ist jedoch keine einfache Aufgabe. Wie am Beispiel des ehemaligen Besitzers Nick Heidfeld deutlich wird, kann allein eine Revision mehrere Jahre dauern und hohe Kosten verursachen. Dennoch bleibt die Faszination ungebrochen – nicht zuletzt wegen des ikonischen Designs und der bahnbrechenden Technik.












