Militär-Motorrad MUL.E: Elektro-Allrad-Moped mit Benzin-Motor!?

Militär-Motorrad MUL.E
Elektro-Allrad-Moped mit Benzin-Motor!?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.07.2026
Als Favorit speichern
MUL.E
Foto: Verteidigungsministerium Ukraine

Das ukrainische Verteidigungsministerium hat das MUL.E jetzt offiziell standardisiert und für die Beschaffung durch die Streitkräfte freigegeben. Entwickelt wurde das Fahrzeug von einem ukrainischen Hersteller speziell für die Anforderungen moderner Gefechte.

Zwei Motoren statt eines

Im Mittelpunkt des Konzepts steht der 2×2-Antrieb. Anders als bei herkömmlichen Motorrädern wird sowohl das Vorder- als auch das Hinterrad von einem eigenen Elektromotor angetrieben. Fällt einer der beiden Motoren aus, soll das Fahrzeug mit dem zweiten Antrieb weiter einsatzfähig bleiben. Entwickelt wurde das Motorrad von einem ukrainischen Unternehmen, das auf militärische Produkte spezialisiert ist. Der Hersteller wird vom Ministerium nicht genannt. Ziel der Entwicklung sei ein Fahrzeug gewesen, das den Anforderungen moderner, hochintensiver Gefechte gerecht wird.

Eine Besonderheit des MUL.E ist der zusätzliche Benzingenerator. Er sitzt am Rahmen des Motorrads und lädt während des Einsatzes die Traktionsbatterie nach. Dadurch soll das Fahrzeug auch nach einer vollständigen Entladung nicht sofort ausfallen, sondern den Einsatz fortsetzen können.

Der Generator kann außerdem vom Motorrad abgenommen und separat genutzt werden. So dient er zum Laden von Smartphones, Funkgeräten sowie Akkus von FPV-Drohnen. Darüber hinaus könne er kleinere Einheiten im Gelände mit elektrischer Energie versorgen.

Mit vollständig geladener Batterie soll das Motorrad fast 100 Kilometer zurücklegen können. Ob sich diese Reichweite auf Straßenfahrten oder den Geländeeinsatz bezieht, wird nicht näher erläutert.

Für schwieriges Gelände ausgelegt

Breite Offroad-Reifen und der Allradantrieb sollen Fahrten auf Sand, Schlamm, tiefem Schnee, sumpfigem Untergrund und ausgewaschenen Wegen ermöglichen. Gleichzeitig hebt das Verteidigungsministerium hervor, dass sich das Motorrad schnell für einen Einsatz vorbereiten und ebenso zügig wieder verladen lassen soll. Gedacht ist das MUL.E für den Transport von Soldaten mit ihrer Ausrüstung, kleineren Lasten und Verwundeten. Zusätzlich soll das Motorrad einen beladenen Anhänger ziehen können. Gerade bei Aufklärungs- oder Versorgungseinheiten könnte ein einzelnes Fahrzeug damit mehrere Aufgaben übernehmen.

Zu den auffälligsten Eigenschaften zählt auch der geringe Bodendruck. Dieser entspreche ungefähr dem eines Fußgängers. Dadurch soll das Motorrad viele Minen, die auf schwere Fahrzeuge oder gepanzerte Technik ausgelegt sind, nicht auslösen.

Diese Aussage bedeutet allerdings keinen allgemeinen Schutz vor Minen. Je nach Bauart reagieren Minen auf Druck, Magnetfelder, Zugdrähte oder andere Auslöser. Eine Panzerung besitzt das Motorrad ebenfalls nicht. Der Vorteil liegt daher vor allem in seinem vergleichsweise geringen Gewicht und seiner hohen Beweglichkeit.

Technische Daten des MUL.E

Fazit