Alpine Performance Platform (APP): Das kann die Hightech-Plattform für die Elektro-A110

Alpine Performance Platform (APP)
Das kann die Hightech-Plattform für die Elektro-A110

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.03.2026
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Alpine bereitet sich auf seine elektrische Zukunft vor. Die Prämisse dabei: Die eigene Sportwagen-DNA soll keinesfalls verwässert werden! Deshalb entwickelt die Sportabteilung des Renault-Konzerns ein neues Herzstück für seine kommenden E-Modelle: die neue Alpine Performance Platform (APP), eine speziell für Elektro-Sportwagen entwickelte Architektur. Sie soll die klassischen Zielkonflikte aus Gewicht, Packaging und Design lösen und gleichzeitig das liefern, wofür Alpine steht: Agilität, Leichtfüßigkeit und ein besonders direktes Fahrgefühl.

Elektro-A110 als Coupé, Spider und 2+2-Sitzer

Alpine hat beim "futuREady"-Strategietag der Konzernmutter erstmals technische und strategische Details hinsichtlich der APP und der darauf basierenden Modelle bekannt gegeben. Die Franzosen planen vorerst drei neue Modelle auf APP-Basis: ein neues elektrisches A110 Coupé als Nachfolger des aktuellen Vierzylinder-Turbosportlers, eine offene Spider-Version und eine Variante mit 2+2-Sitzanordnung.

Die Plattform fußt auf einer fortschrittlichen Aluminiumstruktur, die auf hohe Steifigkeit bei möglichst geringem Gewicht ausgelegt ist. Alpine setzt dabei auf eine Kleb- und Niettechnologie, die strukturelle Integrität mit Leichtbau verbinden soll. Die Plattform ist zudem modular angelegt – ein Schlüssel, um verschiedene Leistungs- und Karosserievarianten zu realisieren, ohne die fahrdynamischen Grundtugenden zu opfern.

Für eine sportwagentypische Balance zielt Alpine auf eine 40:60-Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Um das zu erreichen und zugleich die bekannte, flache Silhouette der A110 zu bewahren, werden zwei Batteriepacks in die Architektur integriert.

800 Volt und 3-in-1-E-Achse

Technisch setzt Alpine auf ein 800-Volt-System, eine Cell-to-Pack-Bauweise bei der Batterie und Akkuzellen mit hoher Energiedichte. In Kombination verspricht dies weniger Gewicht und kürzere Ladezeiten. An der Hinterachse kommt eine neue 3-in-1-E-Achse mit zwei Elektromotoren zum Einsatz. Ein SiC-Wechselrichter (Siliziumkarbid) soll eine besonders schnelle Regelung und hohe Leistung sowie ein kräftiges Drehmoment ermöglichen. Ergänzt wird das durch neue Vollaluminium-Achskonstruktionen sowie integrierte Brems- und Lenksysteme.

Die Software wird dabei zur Schaltzentrale: Das "Alpine Dynamic Model" (ADM ECU) fungiert als "Hightech-Gehirn" der Plattform und bündelt Funktionen vom Batterie-Management bis zur Motorsteuerung – inklusive Regelung von Bremsen, Lenkung und aktiver Aerodynamik. Für die Dynamik setzt Alpine außerdem auf "Alpine Active Torque Vectoring" (AATV): Alle zehn Millisekunden kann das System die Drehmomentverteilung zwischen linkem und rechtem Rad anpassen, um Traktion, Einlenkverhalten und Stabilität zu optimieren.

Sitzposition wie in der Formel 1

Das Cockpit soll den Sportwagen-Anspruch ebenfalls unterstreichen: Alpine spricht von einer von der Formel 1 inspirierten Fahrposition – tief sitzend, mit eher vertikal stehendem Lenkrad und Instrumenten im direkten Sicht- und Griffbereich.

Markenchef Philippe Krief formuliert den Anspruch klar: Alpine wolle "die besten Fahrerautos der Elektroauto-Ära" bauen. Nach dem geschärften Renault-5-E-Tech-Derivat A290 und dem E-Crossover A390 soll die neue A110 als erster "echter" Elektro-Sportwagen der Marke folgen – und mit Hilfe des APP-Unterbaus sogar heutige Verbrenner-Sportwagen übertreffen. Wann genau die Produktion in Dieppe in der "Manufacture Alpine Jean Rédélé" startet, bleibt bislang jedoch unklar.

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