R33 BlueDiesel

Biosprit bei VW erfolgreich getestet

12/2018, VW R33 BlueDiesel Foto: VW

In Wolfsburg hat VW seit Januar 2018 Firmenfahrzeuge mit Diesel betankt, der zu einem Drittel aus Rest- und Abfallstoffen besteht. Die Autos laufen ohne Probleme, weswegen die Verfügbarkeit jetzt ausgeweitet wird.

Wer morgens über die Kneipen- und Restaurantmeilen großer Städte flaniert, kennt das Bild von Tanklastwagen, die am Straßenrand oder auf Fußwegen stehen. Ein Schlauch verschwindet in einer Öffnung auf dem Bürgersteig. Hier wird das Speisefett, das bei der Zubereitung von Pommes Frites und anderen Speisen verwendet wird, abgepumpt, um es zu entsorgen.

Ein Teil davon ist seit Januar 2018 erneut durch einen Schlauch geflossen, und zwar den einer Tankstelle auf dem Werksgelände von VW in Wolfsburg. Zu Testzwecken hat man dort Dieselfahrzeuge mit dem R33 BlueDiesel genannten Sprit betankt.

20 Prozent weniger CO2-Emissionen

Ein Drittel des Dieselkraftstoffs besteht aus biologischen Rest- und Abfallstoffen, darunter das oben erwähnte Speiseöl. Herkömmlicher Diesel hat einen Biostoff-Anteil von bis zu sieben Prozent. Mit R33 BlueDiesel lassen sich laut VW die CO2-Emissionen in der Gesamtbetrachtung („well to wheel“, von der Quelle bis zum Rad) um mindestens 20 Prozent senken.

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Die firmeneigenen Fahrzeuge wurden im Testzeitraum ausschließlich mit dem speziellen Sprit betankt, um dessen Auswirkungen auf die Technik zu untersuchen. Fehler an den Bauteilen der Motoren traten nicht auf, obwohl diese nicht für den Einsatz mit dem speziellen Diesel umgerüstet wurden.

Die Entwicklung des R33 BlueDiesel hat der Autohersteller gemeinsam mit der Hochschule Coburg und weiteren Partnern durchgeführt. Lieferant des Kraftstoffs ist Shell in Zusammenarbeit mit dem Biosprit-Hersteller Tecosol und dem finnischen Mineralölunternehmen Neste. An den Werkstankstellen von VW am Hauptsitz in Wolfsburg soll der Dieselkraftstoff mit höherem Bio-Anteil jetzt dauerhaft verfügbar sein, im Werk Salzgitter ein weiterer Testlauf starten.

Biodiesel auch für Flottenkunden

Doch auch bei Großkunden möchte man mit R33 BlueDiesel auftreten. Schon seit Sommer 2018 gibt es den Sprit auch für Firmenwagen beim Zulieferer Bosch.

Prof. Dr. Thomas Garbe aus der technischen Entwicklung bei VW, sagt: „Die Resonanz zum Thema R33 BlueDiesel ist für Volkswagen und die Projektpartner sehr ermutigend. R33 BlueDiesel eignet sich besonders für Unternehmen, die aufgrund der hohen Reichweiten unverändert auf Dieselfahrzeuge setzen und trotzdem ihre Umweltziele erreichen wollen. Wir bereiten uns darauf vor, dass die Nachfrage nach flüssigen Kraftstoffen aus Reststoffen sowie nach weiterentwickelten Biokraftstoffen mittelfristig deutlich steigen wird.“

Es bleibt abzuwarten, ob die Tankfahrzeuge vor den Restaurants künftig das Logo eines Mineralölkonzerns tragen.

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