e-Highway Scania Lkw Scania

Elektroautobahn A5

Erste Bilanz des E-Highways

Auf der Autobahn A5 fahren seit Mai 2019 Oberleitungs-Lkw. Die erste Bilanz einer am Test beteiligten Spedition ist durchaus positiv.

So fährt die Spedition Hans Adam Schanz mehrmals täglich vom Odenwald nach Frankfurt und nutzt dabei die neue Teststrecke mit ihren umgerüstetet Scania-Lkw. So liegt nach den ersten 1.000 Kilometern die Kraftstoffeinsparung an Diesel bei rund zehn Prozent.

Der E-Higway auf der Autobahn A5 ist am Dienstag (7.5.2019) als Deutschlands erster E-Highway in Betrieb genommen worden. Über Stromabnehmer können Hybrid-Lkw während der Fahrt auf der fünf Kilometer langen Strecke zwischen den Autobahnanschlussstellen Langen/Mörfelden und Weiterstadt ihre Batterien aufladen. Fünf Speditionen nutzen den Abschnitt mit ihren Hybrid-Lkw, die über einen Stromabnehmer auf dem Dach verfügen. Sie werden während der Fahrt ausgefahren und docken an die Oberleitungen (Pantografen) an. Dadurch soll der Schadstoffausstoß des Schwerlastverkehrs gesenkt werden. Der Feldversuch läuft bis Ende 2022.

e-Highway Lkw
Siemens

229 Masten für fünf Kilometer

In dem Versuch soll nicht nur die Alltagstauglichkeit des E-Highways geklärt werden, sondern auch wie sich die E-Mobilität betriebswirtschaftlich für die Speditionen rechnet, wie der Verkehr beeinflusst wird oder, wie gegebenenfalls Rettungsdienste behindert werden könnten. Die Technische Universität in Darmstadt wertet darüber hinaus die Schadstoffeinsparung aus.

Für die Teststrecke wurden insgesamt 229 Masten (112 in Fahrtrichtung Frankfurt und 111 in Richtung Darmstadt und sechs auf dem Mittelstreifen) verbaut. Die Kosten von 14,6 Millionen Euro trägt das Bundesumweltministerium. Die Strecke in Hessen gilt als ein der meistbefahrenen Autobahnabschnitte in Deutschland. Hier fahren täglich 135.000 Fahrzeuge, davon 14.000 Lkw.

e-Highway Lkw
So funktioniert der e-Highway
3:46 Min.

Weitere Strecken schon im Test

Zwei weitere Teststrecken sind in Schleswig-Holstein und in Baden-Württemberg geplant. Der E-Highway auf der A1 verzögert sich allerdings noch bis mindestens September. Wie die Welt berichtet, sind die Bauarbeiten an der Autobahn 1 auf der 5 Kilometer langen Strecke zwischen Reinfeld und Lübeck zwar so gut wie abgeschlossen, aber die Auslieferung der erforderlichen Lastwagen verzögert sich. Der erste von fünf Lastwagen mit speziellen Stromabnehmern werde wohl erst Ende September geliefert. Rund 14 Millionen Euro investiert das Bundesumweltministerium in den nach Hessen bundesweit zweiten Modellversuch.

In Schweden ist im Juni 2016 der erste e-Highway der Welt eröffnet worden. Es dient mit seiner zwei Kilometer langen Strecke auf der zwei Hybrid-Lkw fahren als Vorbereitung für eine großflächige Einführung im schwedischen Straßennetz. Auch in den USA ist eine Demo-Strecke aufgebaut, auf der neben einem Hybrid-Truck auch ein CNG-Hybrid unterwegs ist. Der elektrifizierte Straßengüterverkehr wurde unter anderem von Siemens entwickelt. Kritiker des System halten den e-Highway für unwirtschaftlich.

Fazit

Der e-Highway dürfte auch schon unter dem gesunden Menschenverstand betrachtet eine Totgeburt sein. Die Kosten für den Aufbau von 229 Masten inklusive Oberleitungen liegen zwar „nur“ bei 14,6 Millionen Euro. Aber wir reden hier von fünf Kilometer Autobahn. Was soll da bei fünf Speditionen an signifikanten Einsparungen herauskommen? Zumal eine Ausweitung auf das gesamte BAB-Netz mit hochgerechnet rund einer Million Masten die Kosten für Aufbau sprengen würde. Einmal abgesehen von de Kosten für die Speditionen für Umrüstung und Anschaffung. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis dürfte gleich null sein.

Das e-Highway-System lohnt sich lediglich für spezielle sich wiederholende Transportstrecken z.B. in einem Werksverkehr. Aber braucht man dann Hybrid-Lkw mit Fahrer oder wären dann autonome Transporter nicht billiger. Ach ja, und was ist mit induktivem Laden oder einfach mit dem Gütertransport auf der Schiene?

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