Porsche Taycan Modelljahr 2021 Modellpflege Porsche
Porsche Taycan Technik Erprobung Workshop
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Porsche Taycan Technik Erprobung Workshop 21 Bilder

Porsche Taycan: Mit Update zwei Zehntel schneller

Optimierung der Elektronik bei Porsche Taycan mit Software-Update zwei Zehntel schneller

Porsche spielt Bestandskunden kostenlos eine neue Software für den Taycan auf – das geht zwar nicht Over the Air, macht den Elektro-Sportwagen aber spurtstärker.

Im September 2020 hat Porsche den Taycan zum neuen Modelljahr aufgefrischt. Von den Neuerungen profitieren ab sofort auch Kunden, deren Elektro-Sportwagen bereits vorher vom Band lief. Dank eines kostenlosen Software-Updates, das Porsche weltweit zur Verfügung stellt. Es bringt Verbesserungen der Fahrdynamik, neue intelligente Ladefunktionen, erweiterte Umfänge für das Porsche Communication Management (PCM) und zusätzliche Porsche Connect-Dienste. Was kann das Update?

Porsche Taycan Turbo, Exterieur
Rossen Gargolov
Das Update macht den Taycan Turbo S schneller - ein bisschen.

Für Taycan-Modelle mit adaptiver Luftfederung bringt die Aktualisierung die Smart-Lift-Funktion. Damit lässt sich der Taycan so programmieren, dass er an bestimmten wiederkehrenden Stellen wie Fahrbahnschwellen oder Garagenauffahrten automatisch angehoben wird. Zum Update gehört außerdem eine optimierte Fahrwerksteuerung. Sie verbessert die Schlupfregelung und damit auch die Beschleunigungswerte des Taycan Turbo S. Der Sprint von null auf 200 km/h gelingt im Zusammenspiel mit der Launch Control in 9,6 Sekunden und damit 0,2 Sekunden schneller als bisher.

Schonender Laden

Im so genannten Charging Planner lässt sich nach dem Update einstellen, mit welchem Ladezustand der Taycan das eingegebene Ziel erreichen soll. Während eines Ladevorgangs mit aktiver Zielführung erhält der Fahrer im Fahrzeug und in der App einen Hinweis, wann der notwendige Ladezustand für die verbleibende Route erreicht ist und die Weiterfahrt beginnen kann.

Die Funktion batterieschonendes Laden kann auf Wunsch die Ladeleistung von bis zu 270 kW auf 200 kW reduzieren. Die daraus resultierende niedrigere Batterietemperatur führt zu einer schonenderen Batterieladung und einem besonders effizienten Ladevorgang. Robert Meier, Projektleiter der Baureihe Taycan vergleicht das mit dem langsamem Warmfahren bei Verbrennern: Grundsätzlich lassen sich Porsche-Fahrzeuge (mit Verbrennungsmotor) auch direkt nach dem Kaltstart voll fordern, dafür seien sie ausgelegt, so Meier. Viele Kunden verzichten aber bewusst auf solch rüden Umgang mit ihrem Sportwagen, um keinen übermäßigen Verschleiß zu riskieren. Die Batterie ist ebenfalls auf 270 kW Ladestrom ausgelegt, profitiert aber nach Jahren auch von weniger Schnellladevorgängen oder zahmeren Ladeleistungen.

22 kW-Charger auch nachträglich zu haben

Ein Onboard-Wechselstrom-Ladegerät (AC) mit 22 kW gab es für den Taycan nicht zum Marktstart. Ab Ende 2021 steht es optional für ausgewählte Märkte zur Nachrüstung bereit – damit können eilige Taycan-Fahrer an der heimischen Wallbox doppelt so schnell laden. Feintuning gibt es auch für die Navigation: Zum Beispiel die Anzeige von Online-Informationen direkt in der Karte sowie spurgenaue Verkehrsinformationen. Und beim Entertainment kann nun, wer seine Apple ID mit dem Taycan verknüpft hat, die Funktionen Apple Podcasts (inklusive Videostreaming) und Apple Music Lyrics nutzen. Mit Wireless Apple CarPlay stehen iPhone-Apps jetzt per kabelloser Verbindung im Porsche Communication Management (PCM) zur Verfügung.

Porsche Taycan Modelljahr 2021 Modellpflege
Porsche
Lademanagement und Assistenzsysteme: Das Software-Update bringt Bestandskunden die Funktionen des Modelljahrgangs 2021.

Aktuelles Update nicht Over the Air

Die Software-Optimierungen spielt Porsche in der Werkstatt auf – es umfasse Updates für zahlreiche Steuergeräte und im Anschluss müssten das Getriebe adaptiert und die Antriebskomponenten kalibriert werden. Die entsprechenden Werkstattbesuche in den Porsche-Zentren sind aber kostenlos; wer sie nicht eigens wahrnehmen möchte, bekommt das Update während eines regulären Service-Termins. Grundsätzlich sind im Taycan des aktuellen Modelljahrgangs laut Hersteller Functions on Demand (FoD) Over the Air möglich. Sprich: Der Taycan lässt sich nach dem Kauf und der ursprünglichen Konfiguration flexibel aufrüsten. Dabei können die Kunden wählen, ob sie die jeweilige Funktion für ihren Taycan kaufen oder als Monatsabo zubuchen wollen. Letzteres enthält drei Testmonate.

Nach einer Registrierung, der Auswahl der gewünschten Funktion(en) im Porsche Connect Store und bei entsprechend ausreichender Bandbreite sendet das Porsche Backend über das Mobilfunknetz ein Datenpaket an den Taycan. Über das Porsche Communication Management (PCM) wird der Fahrer benachrichtigt, dass das gewünschte Datenpaket verfügbar ist. Die Aktivierung dauert wenige Minuten. Nach erfolgreicher Aktivierung erscheint einmalig ein Hinweis im Zentraldisplay. Aktuell lassen sich der Intelligent Range Manager (PIRM), die Servolenkung Plus, die Aktive Spurführung und das Porsche InnoDrive (ähnlich dem prädikativem Effizienzassistenten anderer Marken) Over the Air "nachbestellen" und runterladen.

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Updates für die Assistenten und das Infotainment - Apple Car Play geht ohne Kabel.

Der lange Weg zum Zentralrechner

Anders als beispielsweise Tesla setzt Porsche im Taycan noch nicht auf ein komplett zentralisiertes Elektronik-System. Die aus bisherigen evolutionär weiterentwickelte Plattform setze noch auf mehr als 100 dezentrale Steuergeräte, so Projektleiter Meier. Auch ein solches System erlaube grundsätzlich die Over-the-Air-Update-Fähigkeit, die man sukzessive noch auf weitere Funktionsbereiche ausweiten werde.

Der nächste Zentralisierungsschritt auf der Hardware-Seite kommt aber erst mit dem Wechsel auf die Premium Plattform Electric (PPE), die Porsche gemeinsam mit Audi entwickelt hat und mit dem neuen elektrischen Macan 2022 erstmals in einem Serienauto zum Einsatz kommt. Ein weiterer folgt mit den Autos, die aus dem Artemis-Projekt hervorgehen und die dann auch mit dem von der software.org des VW-Konzerns entwickelten Betriebssystem arbeiten werden.

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Sportwagen und Elektroantrieb - passt das zusammen?
Ja, klar. Drehmomentverlauf und Torque Vectoring sprechen für die neue Technik.
Nein, auf gar keinen Fall. Künstliches Mini-Motorgeräusch und ständig stehen bleiben zum Laden - beides nicht sportlich.

Fazit

Die J1-Plattform des Porsche Taycan ist beim Antriebswechsel sehr konsequent konstruiert und setzte mit der 800-Volt-Technik einen richtungweisenden Standard, den BMW und Daimler mit ihren Premium-E-Modellen iX und EQS noch nicht mitgehen – Hyundai und Kia schon.

Bei der Elektronik kommt der Taycan aber wohl noch stark aus der Verbrennerwelt. Um so bemerkenswerter ist das erste Update, das vor allem mit Detailtiefe überzeugt, sowie die grundsätzliche Over-the-Air-Updatefähigkeit trotz zahlreicher, dezentraler Steuergeräte. Selbst wenn dadurch bestimmte Updates nur in der Werkstatt aufgespielt werden können: Entscheidend ist, dass die Software-Optimierung ohne Bugs funktioniert – das könnte im Porsche-Zentrum eher gewährleistet sein als im heimischen WLAN.

Porsche Taycan
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