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SPERRFRIST 20.05.21 16 Uhr Audi HPC Charging Hub Audi
SPERRFRIST 20.05.21 16 Uhr Audi HPC Charging Hub
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Audi Charging Hub: Schnellladen mit Lounge und 2,45 MWh

Audi Charging Hub (2021) Luxus-Ladewürfel mit Lounge und 2,54 MWh

Audi investiert in eigene Schnelllade-Stationen. Die kommen 2024 in Würfelform, sind reservierbar und haben eine integrierte Lounge. Erste Tests sollen aber bereits 2021 starten.

Mit Hilfe des Artemis-Projekts will Audi-Chef Markus Duesmann in Rekordzeit einen luxuriösen Elektro-Audi für die Langstrecke bauen. Das intern "Landjet” genannte Fahrzeug soll 2024 auf der Straße stehen und dort möglichst nicht von einer lahmen oder löchrigen Lade-Infrastruktur ausgebremst werden. Wenn’s nach Duesmann und seiner Artemis-Truppe geht, soll der VW-Konzern deshalb noch einmal richtig Geld in die Hand nehmen, um das Lade-Angebot für die eigenen Kunden dramatisch zu verbessern.

Das Vorbild ist, natürlich, Tesla mit seinen beinahe 2.000 Supercharger-Stationen in Europa. Der Branchenprimus hat gezeigt, wie entscheidend es für die Akzeptanz der Elektromobilität ist, als Hersteller die Energieversorgung seiner Fahrzeuge unter Kontrolle zu haben. Im Interview mit dem Handelsblatt hat Audi-Chef Duesmann entsprechende Pläne jetzt bestätigt: "Wir prüfen, ob wir eine eigene Premium-Ladeinfrastruktur in großen Städten aufbauen", so Duesmann. Den Worten folgen Taten – in einem Pilotprojekt werden ab der zweiten Jahreshälfte 2021 sogenannte Charging Hubs getestet. Wenn es bei den Kunden ankommt, könnte der Entwurf in Serie gehen.

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Audi
Ein "Charging Hub" wird aus flexiblen Container-Elementen zusammengesetzt und beinhaltet im Obergeschoss auch eine Lounge.

Keine Belastung für das Stromnetz

Felxible Container – oder "cubes" – werden zu einer Ladestation mit Lounge zusammengesetzt. Audi-Kunden sollen sich dort einen Schnellladepunkt reservieren können und die Zeit bis zur Weiterfahrt bei Snacks und Kaffee im Obergeschoss verbringen. Der Clou dabei: Diese Charging Hubs können quasi überall aufgebaut werden, weil sie nicht auf das jeweilige lokale Stromnetz angewiesen sind. Gebrauchte Lithium-Ionen-Akkus aus zerlegten Entwicklungsfahrzeugen erwachen hier als Pufferspeicher für Gleichstrom zu einem zweiten Leben. Eine Hochspannungszuleitung nebst Transformatoren ist also nicht notwendig.

Ein Charging Hub soll verteilt auf drei Speichermodule über eine Kapazität von bis zu 2,45 MWh verfügen, die an sechs Schnellladepunkte abgegeben werden. Dort wird dann jeweils mit bis zu 300 kW gezapft. Für den kompletten Würfel selbst genügt eine 11-kW-Zuleitung um den Stromspeicher kontinuierlich zu füllen. Photovoltaik-Module auf dem Dach speisen zusätzlich grüne Energie in den Hub.

Die Suche nach einem geeigneten Standort für die Testphase läuft aktuell. Über die Zukunft der Charging Hubs entscheiden dann die gewonnenen Erkenntnisse. Übrigens dürfen nicht nur Audi-Fahrer ihre E-Autos an den Würfel hängen, auch Fremdmarken sind eingeladen, freie und nicht reservierte Ladepunkte zu nutzen. In die Lounge dürfen sie dann auch, ein VIP-Bereich bleibt allerdings der Ingolstädter Stammkundschaft vorbehalten. Sollte sich das Konzept der Charging Hubs nicht bewähren, haben Audi und der VW Konzern allerdings auch noch weitere Pfeile im Köcher.

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Nicht nur Audi-Fahrer haben Zugang zu den Ladepunkten und der Lounge - auch Fremdfabrikate können die Charging Hubs nutzen. Der eigenen Kundschaft bietet Audi aber einen VIP-Bereich.

Mehr als eine Milliarde Euro Invest

Also zusätzliche Millionen fürs Ionity-Konsortium, in dem Audi Partner ist? Vielleicht. Wobei dann die Sache mit der Exklusivität schwierig würde. Die Ionity-Säulen stehen ja allen Nutzern offen, wer ein Auto eines Konsortium-Partners fährt, lädt entsprechend günstiger. Denkbar wäre vielleicht eine exklusive Reservierungs-Option für Audi-Fahrer. Details? Fehlanzeige. Grundsätzlich soll das eigne Audi-Netz ausschließlich aus Schnellladern bestehen, die mindestens 150 Kilowatt Leistung bieten. 200 bis 300 Stationen peilen sie in Ingolstadt an, berichtet das Handelsblatt. Kosten: mehr als eine Milliarde Euro. Eine Investition, die sich Audi eventuell mit Porsche und den anderen Premium-Partnern des Konzern teilen könnte.

Audi prologue Avant Projekt Landjet
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Drei Szenarien werden diskutiert

Neben der Zusammenarbeit mit Ionity wäre aber auch eine Kooperation mit einem der großen Mineralölkonzerne denkbar, die längst an eigenen Lade-Netzwerken arbeiten. Shell hat sich mit der Übernahme von Newmotion aus dem Stand zum Großanbieter in Europa gemacht und kann mit 155.000 Ladepunkten in 35 Ländern punkten. Aber auch zur italienischen ENEL haben sie bei Audi gute Kontakte. Dritte Option: Alles selbst machen. Eigene Ladesäulen, eigene Standorte, eigene Infrastruktur. Zunächst exklusiv für Audi-Fahrer. Später vielleicht auch noch verfügbar für Porsche-Fahrer und andere Premium-Kunden des VW-Konzerns. Eine 1:1-Kopie der Tesla-Supercharger-Idee als geschlossenes System. Wobei sie sich bei Audi eher von Electrify America inspiriert sehen wollen. Seine Gründung geht auf den Diesel-Skandal von Volkswagen zurück. In einem Vergleich verpflichtete sich VW, insgesamt zwei Milliarden US-Dollar in den Aufbau einer Lade-Infrastruktur zu investieren. An fast 500 Standorten sollen so 2.000 Ladepunkte entstehen.

Audi e-tron an Ionity-Ladesäule
Ionity
Ionity hat mit den neuen HPC-Ladesäulen vorgelegt. Noch stehen die aber meist ohne Dach einsam herum. Und wächst die Zahl der E-Autos wie gehabt weiter, wird's schnell eng an den Ionity-Säulen werden.

Vorteil für eigene Ladesäulen

Es ist nicht schwer sich vorzustellen, dass die letzte Option viele Fans beim von Alex Hitzinger geführten Artemis-Projekt hat. Die Fokussierung auf einen geschlossenen Nutzerkreis und eine zunächst überschaubare Anzahl von Fahrzeugen macht es deutlich einfacher, einen extrem effizienten Ladevorgang zur Verfügung zu stellen. Zur Säule Fahren. Stecker rein. Los geht’s. Kein Gefummel mit RFID-Chips oder Kreditkarten. Echtes Plug-and-Charge, vielleicht sogar in Kombination mit reservierbaren Ladepunkten.

Electrify America
Electrify America ist vergleichbar mit Ionity in Europa und verdankt seine Existenz dem VW-Dieselskandal. In dessen Folge verpflichtete sich VW, 2 Milliarden US-Dollar in Lade-Infrastruktur zu investieren.

Effizientes Laden & zusätzliche Erlösquellen

Nächster wichtiger Punkt für die Audi-Truppe: Die Ladestationen müssen komfortabler und Attraktiver werden. Die Ionity-Schnelllader haben für ihr futuristisches Design viel Lob bekommen, stehen aber aktuell meistens noch sehr einsam in der Gegend rum. Kein Dach, kaum Infrastruktur drumherum. Abgesehen davon, dass niemand gerne bei einem Platzregen aus dem Auto will, um den Ladestecker ins Auto zu fummeln, verhindert die noch sehr rudimentäre Ausstattung der aktuellen High-Power-Charging-Stationen (HPC) auch weitere Monetarisierungsoptionen. Tesla arbeitet längst daran, hochfrequentierte Super-Charger-Stationen zu Elektro-Rastanlagen umzubauen. Mit großen Solar-Carports und Tesla-Lounges, in denen man sich während der Pause kostenpflichtig mit allem eindecken kann, was man unterwegs so braucht.

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Fazit

Getrieben von der Artemis-Truppe kommt das Thema Lade-Infrastruktur bei VW wieder auf die Tagesordnung. Das ist wichtig. Weil sich weder VW, noch irgend ein anderer Ionity-Partner auf dem bislang Erreichten ausruhen darf. Die Ionity-Stationen sind eine feine Sache, werden aber vor der Hintergrund massiv steigender Elektroauto-Zulassungen sehr schnell an ihre Grenzen kommen. Da wäre ein zweites Schnelllade-Netz im VW-Konzern keine schlechte Idee. Ionity für die Masse an Fahrzeugen, das neue Audi-Netz für die Premium-Kunden, die im Zweifel regelmäßig längere Strecken fahren. Bleibt nur die Frage, wie schnell so etwas gehen kann. 2024 ist nicht mehr weit. Vor dem zeitlichen Hintergrund spricht vieles für zusätzliches Ionity-Geld, bzw. eine Kooperation mit einem bestehenden Anbieter. Mit Blick auf die Kundschaft und dem, was bei Tesla längst Standard ist, müsste es aber eigentlich die "große” Lösung sein: ein eigenes Audi-Netz.

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