Sitzheizung schlägt alles: US-Kunden wollen mehr Wärme als deutsche Käufer

Sitzheizung schlägt alles
US-Kunden wollen mehr Wärme als deutsche Käufer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.08.2026
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03/2025 Cadillac Escalade IQL
Foto: Cadillac

Das US-Marktforschungsunternehmen AutoPacific hat mehr als 19.000 Autofahrer in den USA befragt, die innerhalb der nächsten drei Jahre ein neues Auto anschaffen wollen. 47 Prozent nennen beheizbare Sitze als gewünschtes Extra – damit führt ein Alltagskomfort-Extra die Top-15-Liste an. Auf Platz zwei landen Parksensoren vorne und hinten mit 45 Prozent. Platz drei belegt eine automatische Notbremsfunktion beim Rückwärtsfahren mit 44 Prozent.

Assistenzsysteme begehrter

43 Prozent wünschen den elektrisch verstellbaren Fahrersitz. Ebenfalls 43 Prozent wollen Spurwechselassistent, Nachtsichtsystem, adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Spurzentrierung und Stop-and-go-Funktion sowie Totwinkelwarner. Komfort steht somit ganz oben auf der Liste, Fahrerassistenz rangiert dicht dahinter.

Praktische Helfer statt Luxus

42 Prozent möchten einen Querverkehrswarner hinten mit automatischer Notbremsung. 41 Prozent nennen automatisches Einparken und 41 Prozent eine induktive Ladeschale, 40 Prozent wollen die elektrische Verstellung des Beifahrersitzes und 40 Prozent eine Dashcam. 39 Prozent wünschen eine Wildtier-Erkennung, und ebenfalls 39 Prozent wünschen sich einen Allradantrieb – trotz des oft hohen Aufpreises.

Deutschland: Navi bleibt Nummer 1

Allensbach (AWA 2024/2025) zeigt bei den Wünschen deutscher Kunden einen Dauerbrenner: Obwohl als kostenlose App auf vielen Smartphones installiert, führt ein fest eingebautes Navigationssystem weiterhin die Wunschliste beim Autokauf an. Gleichzeitig schreiben Käufer auf ihre Wunschzettel Vernetzungs-Technik: automatische Einparksysteme sowie Bluetooth- und Smartphone-Schnittstellen gewinnen seit Jahren am stärksten hinzu.

 Mercedes S 500, Digitaltacho
Achim Hartmann

Sicherheit sticht Klima

AWA machte 2024 zudem eine erstaunliche Entdeckung: Käufer setzen Assistenzsysteme für Komfort und Sicherheit hoch an, während Umweltfreundlichkeit als besonders wichtiges Kaufkriterium nur noch 13 Prozent der Befragten nennen. Anscheinend zahlen viele Kunden eher für spürbare Entlastung im Alltag als für eine "grüne" Ausstattung.

AutoPacific, Inc.AutoPacific, Inc. ist ein renommiertes US-amerikanisches Marktforschungs- und Beratungsunternehmen, das sich auf die Automobilindustrie spezialisiert hat. Das 1986 gegründete Unternehmen hat seinen Hauptsitz im kalifornischen Long Beach und betreibt ein weiteres Büro in der Autometropole Detroit. Durch jährliche, groß angelegte Befragungen von Neuwagenkäufern liefert die Firma Daten zu Kundenzufriedenheit, Markenloyalität und künftigen Kaufabsichten. Besonders bekannt ist AutoPacific für seine herstellerunabhängigen Auszeichnungen sowie Studien zu weltweit gefragten Fahrzeugtechnologien und Wunschausstattungen.

AWA 2026: Kaufpläne bröckeln bei Jüngeren

Die frischen AWA-2026-Daten zeigen: Das Auto könnte in Deutschland insgesamt etwas an Strahlkraft verlieren. Vor allem jüngere Zielgruppen planen angeblich seltener einen Autokauf, was den Wettbewerb um überzeugende Serienumfänge und klare Nutzenargumente weiter anheizen dürfte. Hohe Preise für den Erwerb einer Fahrerlaubnis und eines Autos dürften bei der Meinungsbildung junger Menschen ebenfalls eine Rolle spielen.

Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA)Die Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) ist eine der bedeutendsten, umfassendsten und traditionsreichsten Markt-Media-Studien in Deutschland. Das renommierte Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) erhebt sie bereits seit 1959. Auf Basis von rund 23.000 persönlichen Interviews pro Jahr ermittelt die repräsentative Studie detaillierte Daten über Einstellungen, Konsumgewohnheiten, Mediennutzung und Produktinteressen der deutschen Bevölkerung. Für Unternehmen und Werbewirtschaft dient sie als wichtiges Planungs- und Analysewerkzeug, um Zielgruppen präzise zu definieren und Trends – wie etwa die Wunschausstattung beim Autokauf – zu identifizieren.

Viele Extras werden nach und nach Serie

Seit es Extras gibt, wandern immer mehr davon in die Serienausstattung – und neue EU-Vorgaben in Sachen Sicherheitstechnik befeuern diesen Trend. Ab Januar 2026 kommt etwa der verfeinerte Notruf-Assistent Next-Generation-eCall als Pflichtausstattung – Hersteller müssen solche Ausstattung dann in den Basispreis einpreisen.

Was Hersteller daraus ableiten

US-Kunden setzen 2026 auf Komfort plus Rangier- und Nahbereichs-Sicherheit, Deutschland hält am Navi als Top-Wunsch fest und rüstet beim vernetzten Parken sichtbar auf. Gleichzeitig schrumpft in Deutschland die Kaufbereitschaft, während die Regulierung mehr Serienumfang erzwingt. Hersteller gewinnen Käufer damit über Features, die sie täglich nutzen, schnell verstehen und sofort spüren.

Im Teaserbild zeigen wir die Sitze in einem Cadillac Escalade.

Fazit