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City Transformer Elektroauto L7e
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City Transformer: E-Auto gegen Parkplatznot

Flexibles Pendlerauto City Transformer E-Auto zum Zusammenschieben gegen Parkplatznot

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IAA 2021

Ein zweisitziges Elektroauto, das dank variabler Spur auf einen Motorrad-Parkplatz passt: Der City Transformer aus Israel feiert auf der IAA 2021 in München Weltpremiere.

Unsere Städte wachsen zwar, der Verkehrs- und Parkraum nimmt aber nicht im gleichen Maße zu wie die Bedürfnisse der Autokäufer. Das wird spätestens dann klar, wenn man versucht, den über fünf Meter langen und zwei Meter breiten Premium-SUV in ein Parkhaus zu rangieren. Nicht nur dort, auch am Straßenrand wird es oft eng, wenn man kaum ein- oder aussteigen kann, weil der Normstellplatz zu klein ist. Der ist 2,3 Meter breit und je nach Lage fünf (wenn er quer zur Fahrtrichtung liegt) oder sechs (längs zur Fahrtrichtung) Meter lang.

Die Idee hinter dem ersten Smart

Die erste Generation des Smart Fortwo, damals noch mit der Modellbezeichnung City Coupé, wollte hier mit einer Länge von 2,5 Metern ansetzen. Die Idee: zwei Smart passen auf einen Parkplatz. Auch das israelische Start-up City Transformer möchte mit einem Fahrzeugkonzept die Antwort auf engen Parkraum geben. Die Firma hat ein kleines, zweisitziges Elektroauto entwickelt, dessen an sich schon überschaubare Breite von 1,40 Metern auf Knopfdruck um 40 Zentimeter reduziert werden kann. Eingezogen werden dabei aber nur die Räder samt Fahrwerk, die Kabine an sich bleibt unverändert. So sollen bis zu vier Fahrzeuge auf einen Standard-Parkplatz passen. Neben der Version für zwei Erwachsene soll noch eine Variante für einen Erwachsenen und zwei Kinder kommen.

Elektroauto Uniti

Geparkt dürfte der City Transformer mit einer Breite von einem Meter an der Hauswand kaum mehr im Weg stehen als ein Motorroller. Den Faltmechanismus für das Fahrgestell hat sich City Transformer patentieren lassen. Er sorgt dafür, dass sich die Räder auf Knopfdruck axial aufeinander zubewegen. Grundsätzlich könnte der City Transformer auch mit der dann nur einen Meter schmalen Spur fahren, auf 1,40 Meter ausgefahren liegt er aber natürlich stabiler in Kurven. Außerdem sollen die ausgestellten Räder die Optik attraktiver machen.

Ursprünglich wollten die Israelis bereits 2020 die ersten Fahrzeuge auf den Markt bringen. Anfang September 2021 feierte eine Art Serienversion des City Transformers auf der IAA in München Weltpremiere. Dort stehen Protoypen mit Karossen aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, die der bayerische Spezialist Roding aufgebaut hat. Für 2022 ist eine erste Kleinserienproduktion für B2B-Kunden geplant. Erst 2023 soll die Serienproduktion für jedermann starten. Interessenten können auf der Website schon jetzt reservieren und sollen sich so gegen eine Anzahlung von 150 Euro die Lieferung in zwei Jahren sowie den Anfangspreis von 12.500 Euro sichern können. Eine breite Markteinführung ist für 2024 avisiert, dann soll der City Transformer 16.500 Euro kosten. Bis dahin könnten sich auch die Materialien für die Karosse ändern, je nachdem, was sich besser für eine Massenproduktion eignet. Aktuell verhandelt das Unternehmen mit Auftragsherstellern wie Magna über eine Produktion. Außerdem wird eine andere Batterie zum Einsatz kommen – sie wird aus dem Regal eines Spezialisten stammen und einfach zugekauft. Tel Aviv, die Heimat des Unternehmens, soll die erste Stadt werden, in der man den City Transformer fahren kann. Neben Privatkunden will man auch Carsharing-Anbieter beliefern.

180 Kilometer Reichweite

City Transformer verspricht eine Reichweite von 180 Kilometern des maximal 90 km/h schnellen Elektro-Leichtkraftfahrzeugs. In der Schmalspur-Einstellung sind maximal 45 km/h drin. Hierzulande soll der Zweisitzer, wie aktuell auch der Renault Twizy, eine Zulassung als Quad (L7e Kategorie) bekommen können. Anders als der Twizy verfügt der City Transformer aber über eine vollwertige Fahrerkabine mit nach oben drehenden Türen, Airbags, eine Heizung, eine Klimaanlage sowie ABS und ESP. Zudem soll eine Rundumüberwachung per Sensoren diverse Sicherheitssysteme unterstützen. Die Bedienelemente im Innenraum will der Hersteller künftig bis auf zum reinen Fahren Notwendiges reduzieren und Navigation oder Unterhaltung dem Smartphone des Fahrers zum Einklinken überlassen. 

City Transformer
City Transformer
Die komplette Antriebstechnik steckt in einem Skateboard.

Den Antrieb übernehmen zwei zusammen 15 kW starke Elektromotoren an den Hinterrädern. Der Lithium-Ionen-Akku mit bis zu 14 kWh Kapazität sitzt im Skateboard-artigen Unterbau. Per Schnellladung soll sich der Akku in 30 Minuten auf bis zu 80 Prozent seiner Kapazität füllen lassen. An der heimischen Steckdose parkt er für eine volle Ladung zwischen vier und sechs Stunden. Ohne Batterien soll der City Transformer nur 450 Kilogramm auf die Waage bringen.

Einstiegspreis rund 11.000 Euro

In den 12.500 bzw. 16.500 Euro ist die Batterie bereits enthalten. Nach dem Start der Serienproduktion soll es auch weitere Derivate des City Transformer geben, unter anderem offene Strandmobile als Mobilitätslösung für Wohnmobilurlauber und Nutzfahrzeugversionen für Lieferdienste und Handwerker.

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Fazit

Aus Israel rollt Elektro-Kleinstfahrzeug nach der Zulassungsnorm L7e mit variabler Spurbreite an, das die grundlegenden Mobilitätsbedürfnisse im urbanen Umfeld befriedigen soll. Die Reichweite liegt bei 180 Kilometer, hinter dem Fahrer ist Platz für einen zweiten Passagier. Damit spricht der City Transformer vor allem Kunden an, die ein Zweitfahrzeug zum Pendeln suchen und dabei trocken bleiben wollen. Dem ähnlich gemachten Twizy von Renault hat der City Transformer nicht nur die variable Spur, sondern auch ABS, ESP und Heizung voraus. 

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