Ford B-Max, Exterieur Dani Heyne
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Ford B-Max, Exterieur 12 Bilder

Ford B-Max im Gebrauchtwagen-Check

Langes Familienglück mit dem gebrauchten Mini-Van?

Ein Blick in die Zulassungsstatistik zeigt: Vans sind völlig aus der Mode gekommen. Dabei gibt es pfiffige Vertreter wie den Ford B-Max, der keine B-Säulen braucht, um mit hinteren Schiebetüren zu glänzen. Ob der Mini-Van technisch erste wahl ist, klären wir mit Meister Wünsch.

Die Sonne strahlt über dem sächsischen Mittweida mit Meister Wünsch um die Wette. Der lehnt an unserem Testkandidaten und begrüßt uns mit den Worten: "Heute haben wir mal wieder einen aus der Rubrik ‚Fast vergessen‘."

Unser Gebrauchtwagen-Checker meint den Ford B-Max, der in Canyon-Braun Metallic hinter ihm parkt. Ein Gebrauchter aus 2012, dem ersten Baujahr des Vier-Meter-Vans. Das war die Zeit, in der selbst die Hersteller keine Vorstellung hatten, wie groß das Verlangen nach SUV noch werden sollte. Und da Vans unter vernünftigen Aspekten ein besseres Raumgefühl und mehr Variabilität bieten als vergleichbar große SUV, glaubte man Anfang der 2000er noch an ihren Erfolg.

Ford wollte mit dem B-Max alles richtig machen und stülpte nicht einfach nur eine hohe Karosserie auf die damalige Fiesta-Plattform. Nein, es wurde so lange getüftelt, bis der Mini-Van ohne B-Säulen auskam – und an den hinteren Seiten Schiebetüren Platz fanden. "Das ist auch heute noch so beeindruckend wie einzigartig, aber auch teuer in der Produktion. Weshalb wir es auch nicht bei anderen Fahrzeugen sehen", fügt Meister Wünsch hinzu. Ihm gefällt die Idee, schließlich fällt so der Zugang zum Fond sehr leicht. Die B-Seite: Durch die unteren Führungen der Schiebetüren gerieten die Schweller ziemlich dick, über die man drübersteigen muss, um in den Fond zu gelangen.

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Absoluter Aha-Effekt durch die fehlende B-Säule: Dank Schiebetüren ist das Einladen und Kindersitz- Bestücken im Handumdrehen erledigt.

Keine B-Säulen, also anfälliger bei Crashs?

In puncto Sicherheit nahm Ford Kritikern den Wind aus den Segeln und verstärkte die Türen an genau den Stellen, wo sonst die B-Säulen sitzen. "Mit dem Ergebnis, dass der Van die Crashtests damals erfolgreich bestand", wie sich Meister Wünsch erinnert.

"Dann wollen wir uns den B-Max doch mal genauer anschauen", ruft unser Checker und nimmt das Blechkleid des Ford unter die Lupe. Wie immer achtet er dabei auf saubere Spaltmaße, ein gutes Lackbild und sucht nach Dellen, Kratzern und Steinschlägen.

Während er das tut, werfen wir einen Blick auf die Ausstattung: Der Vorbesitzer bestellte den Wagen 2012 in der Titanium-Variante; damit sind unter anderem bereits eine Klimaautomatik, beheizbare Vordersitze, Parkpiepser hinten und ein Tempomat an Bord. Ein weiteres praktisches Detail haben alle B-Max serienmäßig: die umklappbare Beifahrersitzlehne. Damit lassen sich bei umgeklappten Rücksitzen wunderbar lange Gegenstände transportieren. Der Standard-Kofferraum liegt mit rund 300 Litern auf Kleinwagenformat, nach Umklappen der Rückbank misst der Stauraum rund 1.400 Liter.

"Das hätten wir", ruft Meister Wünsch und zeigt auf zwei kleine Dellen auf der Fahrertür ("Typische Parkrempler") und eine etwas größere an der Heckklappe. "Das sind nur Schönheitsfehler, Indizien für schlecht instand gesetzte Unfallschäden habe ich keine gefunden. Starten wir zur Probefahrt?"

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Die Bremsen unseres Testkandidaten wurden gerade erst gewechselt. Gut für den nächsten Besitzer, spart ihm 410 Euro.

Bester Motor im B-Max? Der 1,0-l-Dreizylinder

Der Vorbesitzer hat sich für den 120 PS starken Einliter-Dreizylinder-Benziner entschieden. "Eine gute Wahl", kommentiert unser Fachmann und startet den Verbrenner, der dabei nicht mehr als ein Brummen von sich gibt. Und kaum Vibrationen: Zappeln Dreiender sonst wie Raver auf Speed in der Dorfdisco, merkt man hier nix. "Kein Wunder, dass der Motor mehrfach prämiert wurde. Allerdings treibt er das Thema Downsizing ziemlich auf die Spitze", erklärt der Meister und fädelt sich in den Stadtverkehr ein. "Okay, unter 1.700 Umdrehungen hat der Motor nicht viel Kraft, aber danach geht die Post ganz gut ab", fasst er nach ein paar Kilometern zusammen und lobt den Turboschub, der mit Overboost maximal 200 Newtonmeter beträgt. "Schön kernig brummt der kleine Verbrenner, wenn man ihn ein wenig drehen lässt. Nur der fünfte Gang dürfte länger übersetzt sein."

Auf den Zahnriemenwechsel achten!

Während Meister Wünsch den Ford auf die Hebebühne stellt, kommt er noch mal zum Dreizylinder: "Der Motor passt gut zum B-Max, allerdings muss man wissen, dass Ford ihn auf teures 0W-20-Leichtlauföl abgestimmt und zwei Zahnriemen verbaut hat, deren Wechsel fast 900 Euro verschlingt. Daher bei der Besichtigung sich unbedingt erkundigen, ob die Riemen bereits gewechselt wurden. Zudem gab es 2013 einen Rückruf der kleinen Benziner wegen eines fehlerhaften Aktivkohlebehälters."

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Kostspielig: Ford hat den Dreizylinder-Turbobenziner auf 0W-20 abgestimmt – ein teures Leichtlauföl, wie man bei der Durchsicht bemerkt.

Unterm Auto kann Meister Wünsch nichts Auffälliges finden. Die Bremsen wurden kürzlich erst erneuert, die Traggelenke des komfortablen Fahrwerks sind nicht ausgeschlagen, Kühler und Antrieb schwitzen nicht. Rost gibt es nur an den Schalldämpfern, was nach acht Jahren zu verschmerzen ist. "Technisch und optisch ist dieser alte B-Max in gutem Zustand", urteilt Meister Wünsch und schaut mit uns auf die Preise.

Da Vans nicht mehr anagesagt sind, gibt es vergleichbare B-Max von 2012 bereits ab 6.000 Euro – mit 125.000 Kilometern. Modelle mit Dreizylinder-Benziner Baujahr 2017 kosten ab rund 9.500 Euro, Diesel sind 1.500 Euro günstiger.

Fazit

Ein gebrauchter Ford B-Max ist ihr Typ, wenn Sie ein geräumiges Auto im Vier-Meter-Format suchen, das aktuell wenig Nachfrage erfährt. Und zwar nicht, weil es konstruktive Mängel aufwiese, sondern weil es einfach aus der Mode gekommen ist. Dafür lassen sich die ohnehin fairen Preise der gebrauchten B-Max garantiert noch gut verhandeln. Pluspunkte des Ford: gute Raumausnutzung, hintere Schiebetüren, exakte Lenkung, komfortables Fahrwerk. Die B-Seite: ein recht großer Wendekreis, die mäßige Rundumsicht und der teure Zahnriemenwechsel beim 1.0 EcoBoost.

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