VW Amarok DC 2.0 TDI im Test

Neuer Basis-Diesel mit mehr Muckis

VW Amarok Monoturbo 140 PS Doppelkabiner Test Foto: Torsten Seibt 17 Bilder

Der erfolgreichste Pickup Deutschlands bekommt eine Dopingkur. Nach einer Überarbeitung des Zweiliter-Basis-Diesel stehen nun 140 PS zur Verfügung.

Die noch junge Geschichte des VW Amarok war von Anfang an von einer zentralen Frage geprägt: reicht das? Gemeint war und ist der Motor, bei dem Volkswagen seinerzeit entgegen der international etablierten Konkurrenz auf lediglich zwei Liter Hubraum setzte und bis heute setzt. Ausgestattet mit dem Biturbo ist die Leistungsausbeute seit dem letzten Update auf 180 PS zwar voll im Wettbewerbsumfeld, für den Basisdiesel mit einzelnem Turbolader gibt es allerdings erst jetzt Vollzugsmeldung: mit der Leistungssteigerung von 122 auf 140 PS ist auch der in erster Linie bei gewerblichen Kunden beliebte Motor auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.

Leistung steigt, Drehmoment bleibt

Am Drehmoment wurde hingegen nicht geschraubt, das bleibt wie beim bisherigen Monoturbo auf 340 Newtonmeter gedeckelt. Zeitgleich mit der Leistungssteigerung gibt es für den VW Amarok nun auch eine erweiterte Sonderausstattungsliste. So lässt sich unter anderem das RNS 510-Multimedia-Navi aus dem Multivan bestellen, eine fernsteuerbare Standheizung ab Werk installieren oder eine Rückfahrkamera ordern.

Solcherart aufgerüstet lässt sich der 140-PS-Amarok je nach Ausstattung locker über die 40.000-Euro-Marke lupfen (alleine das RNS 510-System kostet je nach Ausstattungslevel bis zu 2.400 Euro), was die Bezeichnung „Basismodell“ etwas relativiert.

140-PS-Amarok nur mit Schaltgetriebe

Antriebseitig gibt es beim 140-PS-Amarok lediglich die bekannte Wahl zwischen permanentem Allrad oder zuschaltbarem Vierradantrieb. Das Achtgang-Automatikgetriebe gibt es nur für den 180-PS-Amarok, beim schwächeren Aggregat wird stets von Hand geschaltet.

Obwohl das Drehmoment gleich blieb, geht der Monoturbo bemerkenswert energisch zur Sache. Der Fahreindruck spricht sogar dafür, dass er im unteren Drehzahlbereich schneller Drehmoment aufbaut als der starke 180-PS-Biturbo. Die Testwerte für Beschleunigung und Durchzug sprechen dann aber doch eine deutliche Sprache, hier muss sich der 140-PS-Amarok seinem starken Kollegen klar geschlagen geben. Gegen unsinnige Beschleunigungsorgien wehrt sich auch das Sechsganggetriebe des VW Amarok, das bei hektischem herumgerupfe knorpelig und unpräzise wirkt. Bedient man es hingegen mit der passenden Sorgfalt, erfreut es mit kurzen, definierten Schaltwegen

Hinreichend flott unterwegs

Für sich betrachtet sind die Fahrleistungen des 140-PS-Amarok völlig in Ordnung. Sie genügen zum flotten mitschwimmen ebenso wie für ein Überholmanöver auf der Landstraße, freilich ohne die Besatzung grimmig in die Sessel zu drücken.

Dass der Monoturbo im VW Amarok im Drehzahlkeller kräftiger wirkt, lässt sich auch im Gelände feststellen, wenn untertourig gefahren wird. Wer häufiger ins Gelände fährt, sollte allerdings zum Zuschalt-Allrad mit Untersetzung greifen, obwohl der aufpreisfreie permanente Allrad auf der Straße mehr Reserven bietet. Grund dafür ist die doch recht überschaubare Schwungmasse des Zweilitermotors, die speziell beim Anfahren in Steilstrecken oder auf tiefem Boden zur Kupplungs-Akrobatik zwingt. Einmal in Fahrt ist der VW Amarok allerdings dank des kurz übersetzten ersten Gangs gefühlvoll zu dirigieren.

Der VW Amarok mit 140 PS ist sparsamer

Am sonstigen Fahrverhalten ändert sich beim VW Amarok mit 140 PS nichts gegenüber dem Vorgängermodell oder der stärkeren Version. Das Fahrwerk ist für einen Pickup recht komfortabel und feinfühlig abgestimmt, erst bei kräftigen Boden-Unebenheiten wird die Blattfeder-Bauweise der Hinterachse deutlich. Auch Lenkung und Bremsen genügen gehobenen Ansprüchen, hier gehört der VW Amarok im Vergleich mit anderen Pickups klar zu den Klassenbesten. Immer wieder ein Erlebnis ist das Platzangebot im Doppelkabiner-Amarok, das auf den Sitzplätzen keinen Vergleich mit einem ausgewachsenen SUV fürchten muss – der VW Amarok mit Doppelkabine geht auch als vollwertiges Familienauto durch.

Neben dem geringeren Kaufpreis sprechen auch die günstigeren Unterhaltskosten für den VW Amarok mit 140 PS. Dazu gehört der Diesel-Verbrauch. Denn abseits von den Prospektwerten, die im Prüflabor erfahren werden, zeigt sich der VW Amarok mit 140 PS im Test als die deutlich genügsamere Variante – er unterbietet den Testverbrauch des Biturbo um fast einen Liter. Hierüber werden sich Nutzanwender mit hohen Jahresfahrleistungen freuen.

Fazit

Wer mit dem VW Amarok keine Rennen fahren möchte, erhält mit dem Basis-Diesel die vernünftigere Motorisierung, die sich im Alltag unauffällig und hinreichend flott bewährt. Als Bonus gibt es gegenüber der starken Variante einen spürbar geringeren Verbrauch.

Technische Daten
VW Amarok DC 2.0 TDI
Grundpreis 28.340 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 5254 x 1944 x 1834 mm
Hubraum / Motor 1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 103 kW / 140 PS bei 3500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 164 km/h
Verbrauch 7,2 l/100 km
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