Hyundai hat seine Pläne für einen eigenen Midsize-Pick-up erstmals deutlich konkreter umrissen. Nach Informationen der australischen Seite carsales.com soll das neue Modell 2027 auf den Markt kommen und gezielt gegen etablierte Größen wie den Ford Ranger antreten. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass Hyundai bei der Antriebstechnik auf Elektrifizierung setzt. Bevorzugt werden demnach ein Plug-in-Hybrid oder ein Range-Extender-Hybrid. Damit würde der Hersteller einen anderen Weg einschlagen als viele Wettbewerber, die in diesem Segment bislang überwiegend auf klassische Dieselmotoren setzen.
Erst mal Australien
Dass Hyundai den australischen Markt dabei besonders im Blick hat, kommt nicht von ungefähr. Mittelgroße Pick-ups zählen dort seit Jahren zu den meistverkauften Fahrzeugen überhaupt. Entsprechend groß ist die Bedeutung dieses Segments für die Hersteller. Hyundai räumt selbst ein, vergleichsweise spät in den Markt einzusteigen, will sich aber über die Antriebstechnik von der Konkurrenz absetzen. Gleichzeitig soll das neue Modell die in Australien verschärften Emissionsvorgaben erfüllen, die klassische Diesel-Pick-ups künftig zunehmend unter Druck setzen.
Noch offen ist dagegen, auf welcher technischen Basis der neue Hyundai entstehen wird. Nach Angaben des australischen Hyundai-Managements gäbe es mehrere Möglichkeiten. Neben einer Zusammenarbeit mit General Motors wurde dabei ausdrücklich auch die Nutzung der Leiterrahmen-Plattform des Kia Tasman genannt. Genau diese Lösung erscheint derzeit als die naheliegendste.
Der Tasman wurde von Kia als klassischer Pick-up mit robuster Leiterrahmen-Konstruktion entwickelt und positioniert sich direkt gegen Ford Ranger, Toyota Hilux und Isuzu D-Max. Mit einer Länge von 5,41 Metern, einem Radstand von 3,27 Metern sowie einer Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen erfüllt er genau die Anforderungen, die auch Hyundai für seinen eigenen Pick-up formuliert hat. Hinzu kommen Allradantrieb mit Untersetzung, Sperrdifferenzial und verschiedene Geländefunktionen. Da Hyundai und Kia innerhalb des Konzerns bereits zahlreiche Plattformen, Antriebe und Elektroniksysteme gemeinsam nutzen, wäre die Übernahme dieser Architektur technisch vergleichsweise unkompliziert. Hyundai könnte das Fahrzeug anschließend mit einer eigenen Karosserie, einem eigenständigen Innenraum und einer speziell abgestimmten Hybridtechnik klar vom Schwestermodell unterscheiden.

Unser Rendering zeigt, wie der künftige Hyundai-Pick-up aussehen könnte.
Und was ist mit dem Boulder?
Und dann wäre da ja noch das Hyundai Boulder Concept. Die spektakuläre Studie wurde zwar ursprünglich als extremer Geländewagen präsentiert, war jedoch tatsächlich als Technik-Ausblick auf einen künftigen Pick-up der Marke konzipiert. Bei der Vorstellung des Konzept-Autos erklärte Hyundai bereits, dass die zugrunde liegende Leiterrahmen-Architektur grundsätzlich für einen Mittelklasse-Pick-up vorgesehen sei.
Noch lässt Hyundai offen, welchen Entwicklungsweg der Konzern letztlich einschlagen wird. Die weiterhin erwähnte mögliche Zusammenarbeit mit General Motors zeigt, dass mehrere Optionen parallel geprüft werden. Die jüngsten Aussagen aus Australien deuten jedoch darauf hin, dass das Projekt inzwischen weit fortgeschritten ist und die grundsätzliche Ausrichtung feststeht. Ein elektrifizierter Mittelklasse-Pick-up für den australischen Markt gilt damit als gesetzt.












