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Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Autobranche

Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Autobranche Stellantis stoppt Produktion, Conti fährt sie hoch

Der Überfall von Russland auf die Ukraine hat enorme Auswirkungen auf die global agierende Autobranche. Hersteller und Zulieferer reagieren mit Produktions- und Lieferstopps jenseits der geltenden Sanktionen. Hier die aktuelle Entwicklung.

20.4. – Continental nimmt russische Reifenfertigung wieder auf

Der deutsche Automobilzulieferer Continental hat seine zwischenzeitlich ausgesetzte Reifenproduktion in Russland wieder aufgenommen. Grund dafür sei die "Fürsorgepflicht für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Russland", heißt es in einem Statement des in Hannover ansässigen Dax-Konzerns, aus dem mehrere Medien zitieren. Hätte Continental darauf verzichtet, die lokale Nachfrage zu bedienen, drohten der Mitteilung zufolge "harte strafrechtliche Konsequenzen" für die dortigen Mitarbeiter und Führungskräfte. Wie auch einige Autohersteller betreibt der Reifenspezialist ein Werk in Kaluga, das seit Anfang März stillstand. Auch das Im- und Exportgeschäft mit Russland hatte Conti damals ausgesetzt. Nun werde an dem Standort "im Bedarfsfall temporär" wieder produziert, allerdings deutlich unter der früheren Auslastung des Werks und mit "keinerlei Gewinnerzielungsabsicht".

19.4. – Stellantis stoppt Produktion in Russland

Der Stellantis-Konzern hat die Entscheidung länger hinausgezögert als andere Hersteller. Aber auch die Muttergesellschaft von Marken wie Fiat, Peugeot, Opel oder Chrysler stoppt nun seine Auto-Produktion in Russland. Stellantis betreibt ein Werk in der südwestlich von Moskau gelegenen Stadt Kaluga, wo auch Volkswagen mit einer Autofabrik ansässig ist (siehe Eintrag vom 3.3.). Der aus Amsterdam agierende Konzern begründet den Schritt mit "der raschen täglichen Zunahme der gegenseitigen Sanktionen und der logistischen Schwierigkeiten"; er wolle "die vollständige Einhaltung aller gegenseitigen Sanktionen gewährleisten und seine Mitarbeiter schützen".

10.4. – Mitsubishi stoppt Russland-Geschäft

Im Zuge der aktuellen Entwicklungen des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine setzt Mitsubishi die Produktion in Russland aus. Auch den Export und die Teile-Versorgung stellen die Japaner laut eigener Aussage "bis auf Weiteres" ein. Ein kompletter Rückzug ist das aber nicht. Konkrete Gründe für die Pausierung, die das Werk in Kaluga betrifft, nennt der Hersteller nicht. Dort läuft sonst der Pajero Sport für den russischen Markt vom Band.

3.3. – VW-Konzern setzt Russland-Geschäft aus

Volkswagen setzt sein Russland-Geschäft wegen des Krieges gegen die Ukraine aus. "Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs hat der Konzernvorstand entschieden, die Produktion von Fahrzeugen in Russland bis auf weiteres einzustellen", hieß es in einer Mitteilung des Konzerns. Auch Exporte der Autogruppe werden "mit sofortiger Wirkung gestoppt".

VW betreibt in Kaluga südwestlich von Moskau und im weiter östlich gelegenen Nischni Nowgorod eine eigene Autofertigung. An beiden Standorten werde die Produktion nun vorerst beendet, so Volkswagen. Auch werden keine Autos von Marken aus der VW-Gruppe mehr nach Russland ausgeführt werden. "Mit der weitgehenden Unterbrechung der Geschäftstätigkeit zieht der Konzernvorstand die Konsequenzen aus der von starker Unsicherheit und den aktuellen Verwerfungen geprägten Gesamtsituation", heißt es.

3.3. – Toyota stoppt Produktion und Verkauf in Russland

Toyota reagiert auf die Invasion von Russland in die Ukraine. "Wie jeder auf der ganzen Welt beobachtet Toyota die laufenden Entwicklungen in der Ukraine mit großer Sorge um die Sicherheit der Menschen in der Ukraine und hofft auf eine baldige sichere Rückkehr zum Frieden. Als Unternehmen mit Niederlassungen in der Ukraine und Russland besteht unsere Priorität bei der Bewältigung dieser Krise darin, die Sicherheit aller unserer Teammitglieder, Einzelhändlermitarbeiter und Lieferkettenpartner zu gewährleisten", heißt es. Entsprechend wurde der Verkauf und der Kundendienst in der Ukraine bereits ab dem 24.2. eingestellt. In Russland produziert Toyota im Werk in St. Petersburg vom 4. März an keine RAV4- und Camry-Modelle für den russischen Markt mehr. Die Einfuhr von Toyota-Fahrzeugen ist bis auf weiteres gestoppt.

3.3. – Honda und Mazda mit Export-Stopp

Der japanische Auto- und Motorradhersteller Honda unterhält in Russland keine Fertigungsanlage. Nach einem Bericht der "Automotive News" wird das Unternehmen den Export von Autos und Motorrädern nach Russland einstellen. Auch Mazda setzt Lieferungen an ein Werk in Russland aus.

2.3. – Ölreserven in Deutschland freigegeben

Als Reaktion auf den Ukraine-Krieg und zur Beruhigung des Ölmarktes hat die Bundesregierung einen Teil der nationalen Ölreserve freigegeben. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit.

2.3. – Produktionsstopp bei Porsche

Porsche stellt wegen Lieferschwierigkeiten die Produktion im Werk in Leipzig noch am Mittwoch (2.3.2022) ein. Dort werden die Modelle Macan und Panamera gebaut. Für die Beschäftigten beantragt Porsche Kurzarbeit. Im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen können man, so ein Sprecher gegenüber auto-motor-und-sport.de, die Produktion für 911 und Taycan noch aufrechterhalten. "Die weiteren Schritte erfolgen in einem geordneten Prozess. In den kommenden Tagen und Wochen werden wir auf Sicht fahren und die Lage kontinuierlich neu bewerten", heißt es. Der Sportwagenbauer bezieht Kabelstränge aus der West-Ukraine. Hier weitere Infos zu den Produktionsausfällen der Hersteller.

2.3. – Produktionsstopp bei BMW

BMW stellt nach eigenen Angaben die Produktion im russischen Kaliningrad sowie den Export von BMW-Modellen nach Russland ein. Der Autobauer bezieht aus der West-Ukraine Kabelbäume, die Lieferengpässe aufgrund der Kriegshandlungen führen zu Produktionsunterbrechungen in deutschen und europäischen Werken.

2.3. – Ford verlässt Russland

Ford hatte sich schon vor dem Ukraine-Krieg weitgehend aus dem russischen Markt zurückgezogen. Nun beendet der Autobauer komplett bis auf weiteres sein Engagement in Russland.

2.3. – Ölkonzerne wenden sich von Russland ab

US-Ölkonzern Exxon-Mobile zieht sich schrittweise aus dem Betrieb eines großen Ölfelds im Osten des Landes zurück. Das Unternehmen arbeitet in einem Konsortium mit dem russischen Konzern Rosneft sowie Unternehmen aus Japan und Indien zusammen. Der Anteil an dem Konsortium von Exxon-Mobile liegt bei 30 Prozent. In weitere neue Projekte in Russland will der Ölkonzern nicht mehr investieren.

Der italienische Ölkonzern Eni zieht sich aufgrund des Ukraine-Kriegs aus der Blue-Stream-Gas-Pipeline zwischen Russland und der Türkei zurück. Eni hält 50 Prozent Anteile, die andere Hälfte hält der russische Gaskonzern Gazprom.

Der österreichische Energiekonzern OMV gibt die Beteiligung an einem Gazprom-Gasfeld in Russland auf. Des Weiteren überprüft man grundsätzlich die weiterere Teilnahme an der Pipeline Nord Stream 2.

Wie schon zuvor bekannt wurde, trennt sich auch der Öl-Konzern Shell (siehe unten) von Gazprom. BP kündigt die Zusammenarbeit mit dem Ölunternehmen Rosneft auf.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, meiden US-Ölhändler auch ohne Sanktionen russisches Öl, asiatische Unternehmen reagieren abwartend.

1.3. – VW mit Nachschubproblemen

Nach einem Bericht des Spiegel, hat der Ukraine-Krieg massive Auswirkungen auf den VW-Konzern. So soll die Produktion und Lieferung von Bordnetzsystemen aus der Ukraine zum Erliegen gekommen sein. Entsprechend fehlen Kabelstränge, die Steuergeräte verbinden. Ab der kommenden Woche rechnet der VW-Konzern mit Einschränkungen im Wolfsburger Stammwerk. Ab dem 14. März rechnet Volkswagen dort mit einem kompletten Produktionsstopp. Auch in Hannover und im Komponentenwerk in Salzgitter kommt es in den kommenden Wochen zum Produktionsstillstand.

1.3. – ZF stellt Lieferungen nach Russland ein

Autozulieferer ZF hat Lieferungen an das Joint Venture ZF Kama eingestellt. Dort fertigen 450 Mitarbeiter Getriebe – "ausschließlich für die zivile Nutzung in Lkw", wie die Friedrichshafener gegenüber der Stuttgarter Zeitung betonen. Die Joint Ventures in Russland tragen lediglich zu einem Prozent des Gesamtumsatzes vom ZF bei.

1.3. – Bosch prüft Auswirkungen

Der Autozulieferer Bosch produziert in Russland mit rund 3.400 Mitarbeitern u.a. Kraftfahrzeugkomponenten. "Wir evaluieren derzeit die Auswirkungen der Sanktionen auf unser Geschäft", sagt eine Sprecherin der Stuttgarter Zeitung. "Klar ist jedoch, dass deutliche Folgen für unsere Aktivitäten in der Region und darüber hinaus zu erwarten sind." 2021 wurde ein Umsatz von 1,2 Milliarden Euro in Russland erzielt.

28.2. – Volvo stellt Autolieferung nach Russland ein

Volvo Cars hat nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters einen Lieferstopp von Neuwagen an Kunden in Russland angekündigt. "Volvo Cars wird bis auf Weiteres keine Fahrzeuge auf den russischen Markt liefern", teilte das Tochterunternehmen des chinesischen Automobilherstellers Geely mit. Die Entscheidung sei wegen "potenzieller Risiken im Zusammenhang mit dem Handel von Material mit Russland, einschließlich der von der EU und den USA verhängten Sanktionen" getroffen worden. Im vergangenen Jahr verkauften die Schweden rund 9.000 Fahrzeuge in Russland. Auch der schwedische Lkw-Hersteller AB Volvo hat aufgrund der Ukraine-Krise seine gesamte Produktion und den Verkauf in Russland eingestellt.

28.2. – Spritpreise auf Rekord-Hoch

Der Automobilclub ADAC meldet, dass die russische Invasion in die Ukraine heftige Auswirkungen auf den Sprit-Preis in Deutschland hat. Am Sonntag (27.2.2002) mussten Autofahrer für einen Liter Super (E10) im Schnitt 1,811 Euro bezahlen und damit 5,54 Cent mehr als vor Wochenfrist. Diesel kostetet durchschnittlich 1,729 pro Liter – innerhalb von drei Tagen ist dieser Preis um 5,9 Cent angestiegen. Für eine aktuelle Übersicht bietet sich unsere kostenlose Spritpreis-App "Mehr tanken" (Google Play-Store oder Apple App-Store), die die aktuellen Kraftstoffpreise, eine Preis-Prognose und günstige Tankstellen in der Nähe anzeigt, an.

28.2. – Daimler-Trucks friert Koop mit Kamaz ein

Nach einem Bericht des Handelsblatts werden in dem Joint Venture zwischen Daimler Trucks und dem russischen Lkw-Hersteller Kamaz keine Nutzfahrzeuge mehr produziert. Daimler Truck bestätigte diese Entscheidung via Twitter ohne Kamaz namentlich zu nennen. Die Geschäftaktivitäten würden bis auf Weiteres eingestellt. Man prüfe zudem juristisch, wie man sich schnell von Geschäftsanteilen in Höhe von 15 Prozent trennen könnten.

28.2. – BP will bei Rosneft aussteigen

Das britische Energieunternehmen BP will sich von den Anteilen am russischen Ölkonzern Rosneft trennen. BP hält aktuell 19,75 Prozent am russischen Unternehmen.

27.2. – Autobahnbrücke mit Friedensbotschaft

70 Künstler haben am Wochenende auf der gesperrten Autobahnbrücke bei Lüdenscheid auf der A45 eine 300 Meter lange Friedensbotschaft auf den Asphalt gemalt. "Lasst uns Brücken bauen. Peace #Bridgeplease" sowie ein Friedenszeichen und die blau-gelbe Flagge der Ukraine prangen auf der Fahrbahn (siehe Fotoshow). Mehr dazu hier.

25.2. – Autoexperte sieht steigende Kosten für Autoproduktion

Autoexperte Stefan Bratzel hält die Effekte des Krieges zwar für noch nicht genau abschätzbar, rechnet aber mit erheblichen Folgen für die Branche: "Grundsätzlich muss aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges und der anstehenden Sanktionen mit erheblichen Störungen der Lieferkette der Produktion in Russland gerechnet werden. Besonders betroffen dürfte die Renault-Gruppe mit seinen Autowerken im Land sein. Aber auch Volkswagen und andere Hersteller betreiben Fahrzeugwerke in Russland. Die meisten dieser Werke sind für die Fahrzeugproduktion zu hohen Anteilen von der Teilebelieferung aus dem Ausland angewiesen. Die absehbaren Sanktionen könnte in kurzer Frist zu einem Stopp der Teileversorgung aus Europa und auch aus anderen Ländern führen. Damit droht der Stillstand der Produktionsbänder in Russland. Russland und die Ukraine spielen umgekehrt zwar als Zuliefer-Standort der globalen Automobilindustrie nur eine untergeordnete Rolle. Aber auch hier könnten Störungen der Lieferkette eintreten. Aufgrund der komplexen Wertschöpfungsnetzwerke der Automobilindustrie könnten Zulieferer vorgelagerter Produktionsstufen negativ betroffen sein, was in der Folge zu Engpässen in der Teileversorgung der europäischen Werke führen kann." Mehr dazu hier.

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