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Viel Rauch um nichts: Die Ergebnisse des Autogipfels

Die Ergebnisse des Autogipfels (2021) Heimlicher Verbrenner-Tod

Beim jüngsten Autogipfel wurde viel geredet und wenig beschlossen. Getroffen hatten sich Regierung, Industrie und Interessensverbände.

Die Forderungen nach einem Ende des Verbrennungsmotors nehmen nicht ab. Grüne und Umweltverbände fordern beharrlich ein fixes Ausstiegsdatum zugunsten der Elektromobilität und nennen dieses Vorhaben "Planungssicherheit für alle Beteiligten". Ab 2030 sollen keine Neuwagen mit Otto- oder Diesel-Aggregat mehr zugelassen werden, so die konkrete Forderung beim jüngsten Autogipfel im März 2021. Doch die Beschlussfreudigkeit der Runde bleibt, anders als die vorgebrachten Wünsche, unpräzise.

Emissions-Daumenschraube

Salopp gesagt, lässt sich als Ergebnis des Treffens ein kollektives "Wir schauen mal" festhalten. Einigkeit herrscht nur über die Tatsache, dass dem Verkehrssektor eine hohe Bedeutung in Sachen Klimaschutz zukommt. Die Fronten sind verhärtet. Man wolle auf einen detaillierten Plan der EU zum Ausbau von Ladeinfrastruktur warten, so VDA-Chefin Hildegard Müller. Vor dem Hintergrund einer möglichen Emissions-Daumenschraube per Euro-7-Abgasnorm nicht ungerechtfertigt. Sollten die Grenzwerte derart drastisch angepasst werden wie erwartet wird, droht dem Verbrenner ab 2025 ohnehin der vorzeitige Ruhestand. Die genauen Pläne will die EU-Kommission im Juni vorlegen. Beschlossen ist bislang eine Reduktion der Neuwagenflotten-CO2-Emissionen von 37,5 Prozent bis 2030, eine Erhöhung auf 50 Prozent steht im Raum.

11/2019, Hildegard Müller VDA-Präsidentin
Verband der Automobilindustrie
VDA-Chefin Hildegard Müller fordert einen detaillierten Plan zum Ladeinfrastruktur-Ausbau von der EU.

Eine derartige Einschränkung ließe sich mangels flächendeckend effizienter Alternativen nicht abbilden heißt es aus der Automobilbranche. Diesel und Benziner weiter zu verbessern und effizienter zu machen ist dagegen eine Kostenfrage, die vor einem eventuellen Verbot dieser Technologie wirtschaftlich gelinde gesagt unattraktiv scheint. Gleichzeitig machen die bislang zugelassenen Elektroautos am bundesdeutschen Fahrzeugbestand lediglich 0,6 Prozent aus (Stand Januar 2021). Davon allein kann also auch kein Hersteller leben und so passiert am Ende erst einmal gar nichts. Bis dahin können Sie sich also getrost nochmal alle Autos mit Euro 6d-Norm in der Fotoshow anschauen.

Umfrage

907 Mal abgestimmt
Sind die Abgasnormen angesichts der Umstellung auf E-Autos überhaupt noch wichtig?
Ja, klar, wir werden noch lange Verbrenner kaufen und die sollen möglichst sauber sein.
Nein, neue Autos sind sauber. Das Problem sind eher Bestandsfahrzeuge mit EU5 und EU6. Je schneller wir die durch E-Autos ersetzen, desto schneller wird die Stadtluft sauber.

Fazit

Hätte man sich diesen Autogipfel sparen können? Nun ja, wenn wirklich nicht mehr als "der Verkehrssektor spielt beim Klimaschutz eine wichtig Rolle" herausgekommen ist, fällt eine Rechtfertigung des Experten-Treffens zumindest nicht leicht.

Während die EU den Automobilherstellern ehrgeizige Zielvorgaben auf den Schreibtisch knallt, bleibt Brüssel Konzepte zur Bewältigung des Strukturwandels schuldig. Das wird großzügig den Herstellern überlassen. Zum Jahresbeginn 2021 registrierte das Kraftfahrtbundesamt 309.083 zugelassene Elektroautos in Deutschland. Das macht 0,6 Prozent des Fahrzeugbestandes aus. Ein flächendeckender Umstieg in naher Zukunft wirkt angesichts dieser Zahlen mehr als unwahrscheinlich.

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