E-Auto-Rückruf wegen Türgriffen: Tesla muss fast 3 Millionen Autos zurückrufen

E-Auto-Rückruf wegen Türgriffen
Tesla muss fast 3 Millionen Autos zurückrufen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.08.2026
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Tesla Model Y, Türgriff
Foto: Hans-Dieter Seufert

Rund 2,98 Millionen Fahrzeuge des US-Herstellers müssen in China wegen möglicher Probleme mit der mechanischen Notentriegelung der Türen nachgebessert werden. Betroffen sind sowohl in China gefertigte als auch importierte Fahrzeuge der Baureihen Model 3 , Model Y , Model S und Model X . Die Rückrufaktion soll am 25. September 2026 beginnen.

Nach Angaben der chinesischen Marktaufsicht können die vorhandenen mechanischen Notentriegelungen nach einem schweren Unfall bei gleichzeitigem Ausfall des elektrischen Systems schwer zu erkennen sein. Das kann es für Insassen schwer oder unmöglich machen, die Notentriegelung zu betätigen und Rettungskräfte bei ihrem Zugang zum Fahrzeug behindern. Tesla will deshalb Warnhinweise anbringen und die Fenstersteuerung per Software aktualisieren. Nach einem Unfall sollen sich die Scheiben automatisch absenken.

Bei Unfall droht Gefahr

Die Tesla-Aktion umfasst 973.156 in China gefertigte Model 3, 1.956.713 Model Y sowie 35.590 importierte Model 3. Hinzu kommen 8.328 Model X und 2.123 Model S aus dem Import. Insgesamt ergeben sich 2.975.910 Fahrzeuge. Damit sind alle vier Tesla-Baureihen von der Türgriff-Aktion betroffen.

Parallel führt Tesla in China einen zweiten, davon getrennten Rückruf durch. Er betrifft insgesamt 2.740.642 in China gebaute Model 3 und Model Y. Dabei geht es um die Aufmerksamkeits-Überwachung des Fahrers, wenn Fahrassistenzsysteme aktiviert sind. Die bisherige Kontrolle über Lenkradbewegungen soll durch eine zusätzliche Auswertung der Innenraumkamera ergänzt werden. Die betroffenen Modelle überschneiden sich mit den Fahrzeugen, die vom "Türgriff-Rückruf" betroffen sind.

Von der Rückrufaktion wegen der Notentriegelungen sind neben Tesla einige chinesische Marken betroffen. Xiaomi ruft 390.435 Fahrzeuge der Baureihe SU7 zurück. Bei Leapmotor geht es um 371.200 Fahrzeuge der Modelle C11 und C01, bei Xpeng um 264.842 Fahrzeuge der Baureihen G6, P7+ und X9. Zeekr ist mit 92.658 Fahrzeugen der Modelle 007 und X vertreten.

Auch China-Marken betroffen

Auch Lynk & Co ist mit vier Baureihen beteiligt: 900, 10 EM-P, 07 und 08. Zusammen sind davon 74.037 Fahrzeuge betroffen. Chery meldet 68.488 Fahrzeuge der Modelle iCar 03 und Fulwin X3. Dongfeng ruft 53.452 Fahrzeuge der Modelle Nammi 06, Aeolus L8, eπ007 und eπ008 zurück. Bei der Marke Arcfox von BAIC geht es um 46.850 Koala, bei FAW um 11.908 Fahrzeuge der Modelle EH7 und Tiangong 08.

Damit umfasst die Türgriff-Rückrufaktion rund 4,35 Millionen Fahrzeuge von neun beteiligten Herstellern beziehungsweise zehn betroffenen Marken. Insgesamt sind dabei 25 Modellreihen beziehungsweise Modellvarianten genannt. Die Zahl verteilt sich allerdings sehr ungleich: Tesla stellt mit knapp drei Millionen Fahrzeugen den mit Abstand größten Anteil.

Software-Updates als Problemlösung

Die vorgesehenen Maßnahmen unterscheiden sich je nach Hersteller. Neben Warnaufklebern kommen bei mehreren Marken Software-Updates über das Mobilfunknetz zum Einsatz. Leapmotor etwa kombiniert eine Kennzeichnung der mechanischen Entriegelung mit einer Anpassung der Fenstersteuerung. Xpeng setzt bei den betroffenen Fahrzeugen auf eine Kennzeichnung der Notentriegelung. Chery will zusätzlich die Abdeckungen der mechanischen Entriegelungen ersetzen.

Die Rückrufaktion steht im Zusammenhang mit einer neuen chinesischen Regulierung für Türgriffe. China will versteckte beziehungsweise vollständig versenkbare Türgriffe bei neu auf den Markt kommenden Fahrzeugen ab 2027 nicht mehr zulassen. Die Behörden begründen die strengeren Vorgaben mit der Erreichbarkeit mechanischer Notentriegelungen in Unfallsituationen.

Fazit