NHTSA sieht unzumutbares Risiko: Ford-Ölzahnriemen kann Motor lahmlegen

NHTSA sieht unzumutbares Risiko
Ford-Ölzahnriemen kann Motor lahmlegen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.08.2026
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02/2025 Ford Ecoboost Motor
Foto: Ford

Die US-Verkehrsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) hebt ihre Defektuntersuchung bei Ford-Motoren mit im Ölbad laufenden Zahnriemen auf eine "Engineering Analysis" (technische Detailprüfung) an. Sie begründet den Schritt mit einem "unreasonable risk to motor vehicle safety" (unzumutbares Risiko für die Verkehrssicherheit). Die Behörde testet jetzt Komponenten und Fahrzeuge und schafft damit die rechtlichen Voraussetzungen für einen Rückruf.

Diese Ford-Modelle stehen im Fokus

Die Untersuchung umfasst laut NHTSA rund 135.000 Fahrzeuge in den USA: Ford Fiesta (Modelljahre 2014–2017), Ford Focus (2015–2018) und Ford EcoSport (2018–2021) mit dem 1,0‑Liter‑Turbo-Dreizylinder. Alle drei Baureihen hat Ford inzwischen eingestellt.

Der Kern des Problems: Zahnriemen im Ölkreislauf

Ford nutzt bei dem 1,0‑Liter‑Motor einen im Öl laufenden Zahnriemen. Die NHTSA sieht das Zahnriemen-Material als Schwachpunkt: Es kann sich abbauen, Abrieb erzeugen und Partikel in den Ölkreislauf schicken. Das Problem betrifft auch Fords europäische Modelle, die mit einem entsprechenden Motor ausgerüstet sind.

So entsteht der Motorschaden

Die Partikel können das "oil pump pick-up screen" (Ansaugsieb der Ölpumpe) zusetzen. Dann fällt der Öldruck ab, der Motor bekommt zu wenig Schmierung, und die Technik wird durch zu viel Reibung dahingerafft und stirbt schließlich vollends.

So kündigt sich der Ausfall an – und warum das die Behörde alarmiert

Die NHTSA zählt 355 gemeldete Vorfälle, meist mit einer Warnung vor zu niedrigem Öldruck kurz vor dem Leistungsabfall. Die Behörde kritisiert vor allem zwei Punkte: Viele Fahrer berichten von zu wenig Vorwarnzeit, und der Fehler soll auch bei vorschriftsgemäßen Ölwechseln auftreten.

02/2025 Ford Ecoboost Motor
Ford

Auffällig: Viele Defekte vor dem geplanten Riemenwechsel

Die NHTSA verortet die Ausfälle im Schnitt bei rund 70.000 Meilen (112.654 Kilometer). Besonders brisant: 98 Prozent der gemeldeten Defekte passierten vor dem ursprünglich vorgesehenen Wechselintervall von 150.000 Meilen (241.402 Kilometer) beziehungsweise zehn Jahren.

Fords Gegenmaßnahme: kürzere Wartungsintervalle und Erstattung

Ford informiert Kunden über ein "Customer Satisfaction Program" (Kulanz-/Zufriedenheitsprogramm) und verkürzt das Wartungsintervall für den Zahnriemen auf 100.000 Meilen (160.934 Kilometer) oder sechs Jahre. Ford stellt außerdem Erstattungen für berechtigte Kunden in Aussicht, die bereits wegen zahnriemenbezogener Schäden Motorreparaturen oder einen Motortausch bezahlt haben.

02/2025 Continental Zahnriemen CT1228
Continental

Warum die "Engineering Analysis" entscheidend ist

Mit der "Engineering Analysis" (technische Detailprüfung) rückt in den USA ein Rückruf näher, aber er startet damit nicht automatisch. Die NHTSA sammelt jetzt belastbare Testdaten und bewertet, ob sie Ford zu einer Rückrufaktion zwingen kann.

Was Fahrer jetzt konkret tun können

Wer einen betroffenen Ford fährt, sollte Warnhinweise zum Öldruck ernst nehmen (z.B. eine Öldruckwarnung beim morgendlichen Kaltstart) und den Motor nicht "weiterfahren". Betroffene Halter sollten zudem prüfen, ob Ford sie zum kürzeren Wartungsintervall angeschrieben hat und ob eine Kostenerstattung für bereits bezahlte Reparaturen infrage kommt.

Fazit