Gazoo Racing als Submarke: Sportliche Toyotas heißen bald anders

Toyota erklärt Gazoo Racing offiziell zur Submarke
Sportliche Toyotas heißen künftig anders

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.01.2026
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Toyota wertet seine sportliche Submarke auf – Gazoo Racing tritt künftig eigenständiger auf als bislang. Plakativ machen das die Japaner mit einer Namensänderung, denn zuletzt trat die Sportabteilung noch unter dem Label "Toyota Gazoo Racing" auf. Ab sofort fällt der Konzernname aus der offiziellen Bezeichnung heraus und die Marke nennt sich nur noch "Gazoo Racing" (GR).

Neue Sportwagen unter dem GR-Dach geplant

Was das für die künftigen Sportwagen der Toyota Motor Corporation heißen wird, deutet der neue Supersportwagen des Konzerns an (siehe Fotoshow über dem Artikel). Der tritt mit seinem Vierliter-Twin-Turbo-V8 nämlich unter der kurzen Modellbezeichnung "GR GT" an und verzichtet vollständig auf Toyota-Logos. Gleiches gilt für die daraus abgeleitete Rennversion, die als "GR GT3" um Siege kämpfen wird.

Doch das ist nur der Anfang. Wie der Hersteller offiziell mitteilt, wird "die Toyota Motorsportmarke unter dem Namen 'Gazoo Racing' auch künftig immer bessere Autos bauen, die aus den im Rennsport gewonnenen Erkenntnissen resultieren". Das könnte einige legendäre Modelle ins GR-Portfolio spülen. Eine neue Supra-Generation ist bereits bestätigt und nach vielen Jahren des Wartens deuten immer mehr Indizien darauf hin, dass ebenso der MR2 und die Celica (möglicherweise jeweils mit Mittelmotorantrieb) zurückkehren könnten. Im Zuge dessen sollen unter dem Dach der Submarke Talente von Fahrern, Ingenieuren und Mechanikern speziell gefördert werden.

Gleichzeitig gliedert Toyota die reinen Motorsportbelange wieder aus. Das europäische Forschungs- und Entwicklungszentrum und die in Köln ansässige Tochtergesellschaft für alle Rennaktivitäten firmieren ab sofort wieder unter der Bezeichnung "Toyota Racing". Dabei geht es sowohl um das Rallye- als auch das Rundstrecken-Engagement der Japaner, die derzeit immer engere Beziehungen zum amerikanischen Haas-Team und damit in die Königsklasse Formel 1 knüpfen.

Gazoo-Debüt bereits 2007

Mit der eingangs geschilderten Neuerung kehrt Gazoo Racing auch namentlich zu seinen Wurzeln zurück. Diese reichen bis ins Jahr 2007 zurück. Damals trat Akio Toyoda erstmals beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an. Doch Toyota verwehrte dem Auftritt die offizielle Anerkennung, weshalb der damalige Executive Vice President, spätere Konzernchef und heutige Aufsichtsratsvorsitzende sowie seine Mitstreiter kreativ werden mussten. Also trat die japanische Truppe als "Team Gazoo" an, und Toyoda, seines Zeichens Enkel des Firmengründers Kiichiro Toyoda, verpasste sich selbst das Pseudonym "Morizo", das er bis heute bei seinen Rennaktivitäten nutzt.

Toyodas Truppe setzte seinerzeit zwei Toyota Altezza (hierzulande als Lexus IS bekannt) bei dem Langstreckenrennen ein. Sie schaffte zwar eine Zielankunft, doch im Motorsport- und Sportwagenfan Toyoda wuchs die Erkenntnis, dass Toyota zu dieser Zeit über keine rennsporttauglichen Modelle verfügte. Gegen teils massive interne Widerstände innerhalb des Konzerns trieb er daraufhin die Entwicklung neuer Sportwagen voran.

Toyota brauchte Entwicklungshilfe

Das Highlight dieser Initiative war der V10-Bolide Lexus LFA, der erste echte Sportwagen der Toyota Motor Corporation seit etwa 20 Jahren. Es folgten zwei Generationen der Kompaktsportwagen der 86er-Reihe sowie 2019 die neue Supra. Doch für diese Modelle brauchte Toyota Hilfe von anderen Herstellern wie Subaru und BMW. Wie die Japaner heute selbst zugeben, war Toyota "zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage, einen Sportwagen vollständig aus eigener Kraft zu entwickeln".

Und das, obwohl Toyota Gazoo Racing da schon längst existierte. Die Abteilung wurde im April 2015 gegründet und bündelte jene Motorsportaktivitäten, die zuvor weitgehend getrennt voneinander von Toyota Racing, Lexus Racing und Gazoo Racing gestemmt wurden. Doch GR verfolgte Toyodas erdachten Ansatz nur halbherzig, Rennwagen wurden vorerst fast ausschließlich von bestehenden Serienautos abgeleitet.

GR Yaris und Corolla waren erst der Anfang

Später kehrte Toyotas Motorsportabteilung diese Logik um: 2017 feierte der Hersteller mit dem Yaris sein Comeback in der Rallye-WM und war mit dem kleinen Wirbelwind direkt konkurrenzfähig. Vom Wettbewerbsauto Yaris WRC wurde 2020 der GR Yaris für die Straße abgeleitet, der sich schnell einen exzellenten Ruf als eines der besten Hot-Hatch-Modelle überhaupt erwarb. Es folgte der nicht in Europa, aber unter anderem in Nordamerika und Japan angebotene GR Corolla – und künftig wahrscheinlich viele weitere sportliche Toyota-Modelle, die dann jedoch ausschließlich das GR-Logo tragen werden.

Fazit