Neue Regel in Frankreich: Esso und Co. müssen gebrauchte Elektroautos fördern

Frankreich fördert gebrauchte E-Autos
Esso und Co. müssen gebrauchte Elektroautos fördern

ArtikeldatumVeröffentlicht am 17.08.2026
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Frankreich Förderung Elektroauto E-Auto
Foto: KI-generiert

Die Förderung wird über sogenannte Energieeinsparzertifikate (CEE) finanziert, für die Energie- und Kraftstoffanbieter wie EDF, Engie oder TotalEnergies aufkommen müssen und ist kein staatlicher Zuschuss.

Die Höhe der Prämie hängt deshalb vom Wert der CEE-Zertifikate ab. Nach derzeitigen Schätzungen sind rund 295 bis 380 Euro pro Fahrzeug möglich, aktuell werden etwa 337 Euro genannt. Wie hoch der tatsächliche Betrag ausfällt, kann sich abhängig von der Preisentwicklung der Zertifikate noch verändern. Kritik gibt es bereits an der vergleichsweise geringen Fördersumme.

Bis zu 2.360 Euro für Pflegekräfte

Deutlich interessanter fällt die Förderung für bestimmte Berufsgruppen aus. Für Pflegekräfte sowie weitere Dienstleister im Bereich der häuslichen Pflege und persönlicher Dienstleistungen sieht die französische Regelung bis zum Jahresende spezielle Multiplikatoren vor. Wer einen gebrauchten Elektro-Pkw für weniger als 25.000 Euro kauft, kann dadurch eine CEE-Prämie von bis zu 2.360 Euro erhalten.

Damit richtet sich ein wesentlicher Teil der Maßnahme auch an Nutzer, die beruflich auf ein Fahrzeug angewiesen sind. Gerade im Pflegebereich können die niedrigeren Betriebskosten eines Elektroautos mit der Förderung kombiniert werden.

Strenge Voraussetzungen für E-Gebrauchte

Damit ein gebrauchtes Elektroauto förderfähig ist, muss seine Erstzulassung in Frankreich zwischen dem 1. Januar 2017 und dem 31. Dezember 2023 erfolgt sein. Zudem muss die Batterie noch mindestens 80 Prozent ihres ursprünglichen Gesundheitszustands aufweisen. Alternativ gilt die Voraussetzung als erfüllt, wenn die verbleibende Reichweite mindestens 80 Prozent des ursprünglichen Werts der Typgenehmigung oder mindestens 200 Kilometer beträgt.

Eine weitere Bedingung betrifft die Haltedauer: Der Käufer muss das Fahrzeug mindestens drei Jahre nutzen. Außerdem gilt die Förderung nicht für Geschäfte zwischen Privatpersonen. Das Fahrzeug muss bei einem Autohaus oder einem professionellen Gebrauchtwagenhändler gekauft oder geleast werden. Einkommensgrenzen gibt es für Privatpersonen nicht; auch Unternehmen und andere Körperschaften können die Förderung in Anspruch nehmen.

Frankreich setzt auf mehrere Förderinstrumente

Die Förderung für gebrauchte Elektroautos ist nur ein Baustein der französischen Elektrifizierungsstrategie. Parallel setzt die Regierung auf das Sozialleasing für elektrische Neuwagen, bei dem ausgewählte Haushalte und Vielfahrer Fahrzeuge zu vergleichsweise niedrigen monatlichen Raten nutzen können. In der inzwischen dritten Runde sollen rund 100.000 Elektroautos zu vergünstigten Konditionen bereitgestellt werden.

Darüber hinaus gibt es weitere Kaufanreize für Elektrofahrzeuge. Für elektrische Taxis wurde ebenfalls ein neues Programm gestartet. Bei Bestellungen zwischen dem 1. September und dem 31. Dezember 2026 sind rund 3.500 Euro Förderung vorgesehen. Werden Fahrzeug und Batterie in Europa produziert, kann sich der Betrag auf etwa 5.500 Euro erhöhen.

Mit den verschiedenen Instrumenten versucht Frankreich, den Umstieg auf Elektroautos über unterschiedliche Preissegmente und Nutzergruppen hinweg zu beschleunigen. Während das Sozialleasing vor allem Haushalte mit geringerem Einkommen und Menschen mit hoher Fahrleistung adressiert, soll die neue CEE-Prämie auch den Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos stärken. Die vergleichsweise niedrige Standardförderung von derzeit rund 337 Euro dürfte dabei allerdings nur einen begrenzten Kaufanreiz darstellen.

Frankreich verfolgt damit einen anderen Ansatz als bei der früheren Umweltprämie: Statt eines einheitlichen staatlichen Zuschusses werden verschiedene Fördermodelle miteinander kombiniert und teilweise über verpflichtete Energieunternehmen finanziert. Für den wachsenden Bestand gebrauchter Elektroautos entsteht damit erstmals wieder ein spezifischer finanzieller Anreiz – allerdings zunächst auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Fazit